Aufwachsen 5 - Pubertät II

Shownotes

In dieser Folge geht es um eine Lebensphase, die viele Eltern gleichermaßen verunsichert, herausfordert und an ihre Grenzen bringt: die Pubertät. Gemeinsam mit Matthias Jung, Elterncoach und Autor, sprechen wir darüber, was in dieser Zeit wirklich in Jugendlichen vorgeht – jenseits von Klischees über Trotz, Rückzug und Chaos. Es geht um Verständnis statt Dauerstress, um Beziehung auf Augenhöhe und darum, wie Eltern Halt geben können, ohne die Kontrolle zu verlieren.

[Die Familienberatung der Caritas Bodensee-Oberschwaben findet ihr hier.](https://www.caritas-bodensee-oberschwaben.de/hilfeundberatung/hilfe-und-beratung)

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Transkript anzeigen

00:00:02: Willkommen bei Hört euch stark, den Eltern-Podcast, die Caritas Bodensee Oberschwam.

00:00:18: Hallo und willkommen zu.

00:00:20: Hört euch stark.

00:00:21: Schön, dass ihr wieder dabei seid.

00:00:23: Ich freue mich ganz besonders auf mein Gespräch heute, weil ich einen Profi mir gegenüber habe, der sich schon sehr lange und sehr intensiv und sehr erfolgreich auch mit dem Thema Kinder, Jugendliche.

00:00:37: und unser Thema heute Pubertät beschäftigt.

00:00:40: Matthias Jung ist da.

00:00:41: Hallo Matthias.

00:00:43: Ja, hallo.

00:00:43: Vielen Dank für die Einladung.

00:00:45: Danke schön.

00:00:46: Ja, ich freue mich sehr, dass das geklappt hat.

00:00:48: Du bist ja hoch beschäftigt als Familiencoach, als Spiegel-Bestseller-Autor und viel unterwegs mit deinem Programm, was so eine Mischung aus Coaching und aber das Ganze auf einer sehr humorvollen Weise und als Abendunterhaltung.

00:01:06: läuft, wenn ich das richtig verstehe.

00:01:09: Genau, also für mich sind beide Dinge wichtig, einerseits natürlich auch Tipps zu geben oder auch Gedanken vorzugeben für die Eltern, aber das nicht so mit der obenen Zeigefinger, sondern einfach mit einer gewissen Lockerheit, mit einer gewissen Alltäglichkeit, um mit einem gewissen Humor.

00:01:28: und diese Mischung haben die Eltern sehr honoriert.

00:01:32: Und auch in den Büchern und das ist für mich total schön.

00:01:34: Und jetzt darf ich durch Deutschland reisen oder auch Österreich, Schweiz mittlerweile auch dabei.

00:01:41: Kinder gibt es überall, Familien gibt es überall und dann gehen wir das so ein bisschen durch, wie es aussieht in den Zimmern der Teenager oder der Kinder.

00:01:51: Da gibt es ja ganz viele Themen, was der Medienkonsum angeht.

00:01:56: Und dann stellen wir auch schnell fest, auch durch das Lachen, wir sitzen alle im selben Boot und da macht es natürlich noch mehr Spaß zu lachen und einen schönen Abend zu haben.

00:02:06: Und man geht, glaube ich, im Vergleich zu anderen Vorträgen nicht mit dem Gefühl nach Hause, ach je, jetzt müssen wir anscheinend jetzt so viel richtig machen, weil wir so viel falsch gemacht haben, sondern man geht mit einem... Grundgefühl nach Hause ist überall so und unser Kind ist ganz normal und das ist schön, wenn dann ein Gefühl einfach auftaucht.

00:02:30: Auch nach ein paar Monaten noch ist dann so ein Gefühl da.

00:02:32: Es spiegeln mir gerne auch Eltern, dass sie sagen, ich denke gerne noch in den Arm zurück.

00:02:37: Das war so richtig entspallend.

00:02:40: Und ja, so soll das sein.

00:02:42: Das ist einfach eine schöne Mischung, glaube

00:02:43: ich.

00:02:44: Ja, den Eindruck habe ich auch.

00:02:45: Man wird ja als Eltern auch zugeballert mit guten Ratschlägen und sich oft so unsicher welchen Ratschlägen man jetzt folgen soll und welchen Ratgeber man lesen soll und wie weit die alle recht haben oder doch nicht.

00:03:00: Und du schreibst es ja in dein Buch selbst und auf der Website findet sich der Satz auch, dass man lieber nicht dem Stapel an Ratgebern vertrauen soll, sondern Vertrauen in sich selber haben und auf sein eigenes Bauchgefühl.

00:03:13: Ja, was total bekloppt ist, weil ich Schreibjahrratgeber, also so was, ist jetzt eine Superwerbung.

00:03:21: Aber es ist natürlich schon so, dass wir die quasi lesen können oder sollten, vor allem als Ergänzung, aber ich behaupte mal, neunzig Prozent machen wir automatisch intuitiv richtig, weil nicht nur ein Bauchgefühl dazukommt, sondern auch ein Herzgefühl, weil wir unsere Kinder lieben.

00:03:40: und ich sage auch immer gern, Oft ist in vielen Situationen das Olympische Motto, unser Erziehungsmotor dabei sein ist alles und das hört sich immer dann so negativ an, aber dann das ist es nicht.

00:03:53: Es ist wirklich alles, weil in einer unseren Situation, wo unser Kind frustriert ist, an der Supermarktkasse auf dem Boden liegt und schreit und dass wir dann da sind in diesen Momenten, das ist enorm wertvoll für unsere Kinder, auch wenn wir uns oft hilflos und machlos fühlen, ist trotzdem.

00:04:11: Dann dabei sein alles.

00:04:15: Heute wollen wir ja über die Pubertät sprechen, den wirklicherweise spannendsten Teil der Kinder, Elternbeziehung, wo es dann nochmal richtig zur Sache geht.

00:04:24: Die

00:04:24: letzte große Phase, das Champions League-Finale sozusagen.

00:04:29: Ja, genau.

00:04:31: Ich stehe da selber noch davor.

00:04:33: Meine beiden Jungs sind noch in der Phase davor quasi, aber es klopft schon an.

00:04:39: Darum bin ich genau die richtige Zielgruppe jetzt heute, um da mit dir mal ein bisschen drüber zu sprechen und mir vielleicht so ein Bild abzuholen.

00:04:48: Was kommt denn da noch alles auf uns zu?

00:04:52: Wenn du jetzt das Thema Pubertät so in einem Bild beschreiben müsstest, wie würdest du das machen?

00:05:00: Was ist die Pubertät?

00:05:02: Also wenn ich mein Bild vorstellen würde, dann wäre es die Tür.

00:05:07: Also nicht eine Tür, sondern die Tür, nämlich die Tür meines Kindes, weil mir dieser Tür passiert war.

00:05:15: Die waren der Kindheit immer offen.

00:05:17: Also die ersten zwei Jahre wurde die Tür nie benutzt.

00:05:20: Man macht sich ja als Eltern Gedanken über das Kinderzimmer, über das Bett.

00:05:24: In den ersten zwei Jahren war da kein Kind drin.

00:05:28: Oder kaum.

00:05:29: Und dann sind sie drin und spielen als Kinder.

00:05:34: Da ist die Tür immer geöffnet, wir gehen rein und raus und jetzt ist sie auf einmal zu.

00:05:40: Und das ist nur eine Tür, aber das hat eine immense Bedeutung, weil was ist, wenn wir sie öffnen?

00:05:45: Dann bekommen wir Widerstand.

00:05:47: eventuell, wenn wir sie schließen, ist es einspalt offen, was für ein Drama.

00:05:51: Papa, Tür zu!

00:05:53: Genau, weil, würde ich uns das jetzt so vorstellen, unsere Teenager haben auf einmal etwas, das ist neu.

00:06:00: Das ist spannend, das haben sie als Kinder noch nicht und das muss verteidigt werden.

00:06:05: Das Gefühl von Privatsphäre ist auf einmal da.

00:06:09: Deshalb motzen die und die Tür ist nicht irgendeine Tür, sondern sie ist eine Haustür, weil ihr Zimmer ist jetzt für sie ihre kleine Wohnung in der großen Wohnung und deshalb wollen sie, dass die Eltern da gar nicht so rumlaufen und dass sie die Tür auflassen, wenn sie rausgehen, weil wir würden auch motzen, wenn die Haustür aufgelassen wird.

00:06:31: Und das können wir festhalten, dass diese Privatsphäre da ist und dass die Tür zu ist und wir merken, okay, unser Kind zieht sich zurück, das ist auch Beginn der Pubertät, dass wir es dann auch bei deinen Kindern merken, ist Rückzug.

00:06:46: Sie haben ihr Runde, womit sich selbst, nenne ich das immer, und haben Rückzug aufs Zimmer und dann schließen sie die Tür und wollen alleine sein und wir dürfen respektvoll damit umgehen.

00:07:01: wir dürfen hier mussten wir zumindest am zu den den Saugroboter befreien weil der arme Kerl war natürlich total verwirrt das auf einmal die Tür zu ist und alleine in diesem dreckigen Zimmer sein muss.

00:07:13: als er dann Hilfe gerufen hat habe ich ihn rausgeholt habe ihn befreit.

00:07:16: das musste sein.

00:07:18: und natürlich auch die Einrichtung des Zimmers ist natürlich auch in vielen Familien ähnlich.

00:07:24: Das sind die Pfandflaschen und ein Bett.

00:07:27: Das Fenster wird niemals geöffnet.

00:07:29: Es finden chemische Versuch statt.

00:07:31: Es gibt Bettwanzen, die leiden unter Asthma.

00:07:35: Essensreste liegen da rum.

00:07:36: Pizzareste, das war im Sommer ganz schlimm.

00:07:39: Ameisen haben mir eine Rettungsgasse gebildet, als ich reinkam.

00:07:43: Alles das bekommen die Eltern mit.

00:07:47: dass das so aussieht, das Zimmer, aber wenn ich es visualisieren würde, würde ich gar nicht immer so in das Zimmer denken, sondern Pubertät ist für mich wirklich diese Tür, wo man auch davor schädt und denkt, geh ich jetzt rein, gehst du nicht rein, auf jeden Fall anklopfen, ich muss jetzt anklopfen, glaube ich.

00:08:04: Und so dürfen wir das wahrnehmen.

00:08:05: Unser Kind macht sich auf dem Weg, ein Weg zum Erwachsenen da sein.

00:08:10: Wir müssen probieren, anfangen, so ein bisschen loszulassen, niemals verhalten lassen, aber... Wir merken dann schon auf einmal so eine Tür vor uns.

00:08:20: Nicht im Brett vom Kopf, sondern eine Tür vom Kopf.

00:08:22: Mhm.

00:08:23: Die Tür, die zum ersten Mal zugeht, nachdem die Kinder so viele Jahre lang, hundert Prozent abhängig waren und wegen jedem und auch wahrscheinlich gefühlt unnötigen Sachen andauend zu den Eltern gekommen sind, hört das plötzlich auf.

00:08:38: Ja, wir haben ja hier im Wohnzimmer... Ist ja

00:08:40: auch zum Stellen für die

00:08:40: Eltern.

00:08:41: Ja, im Wohnzimmer haben wir einen Indoor-Spielplatz immer gehabt, gefühlt.

00:08:45: Das war ja selten ein Wohnzimmer, sondern auch so ein halbes Kinderzimmer, das man immer gegen ankämpfen musste.

00:08:51: Also die waren ja immer hier, weil natürlich für Kinder, Familie, Nähe, Sicherheit auch in einem Raum in Italien schlafen.

00:09:00: Viele Kinder, wenn da Familienfeste sind, wir Deutschen neigen dazu dann, wenn es ein bisschen lauter ist, dann bei Familienfesten, das Kind ist müde.

00:09:09: dann ins Zimmer und hoffentlich die Tür zu.

00:09:12: Nee, die schlafen da ein, wenn Familienfeste sind.

00:09:15: Die Kinder fühlen sich superwohl, die mögen die Geräusche und fühlen sich dann sicher und geborgen.

00:09:23: Das ist wirklich jetzt ein Moment, wo sie dann ins Zimmer gehen und Tür zu machen und das ist für uns das Zeichen.

00:09:31: Jetzt geht's so.

00:09:32: Jetzt kommt die letzte große Phase und das ist, wie du schon gesagt hast, die Pubertät.

00:09:39: Und damit ändert sich die Rolle, die man als Eltern auch zu spielen hat.

00:09:45: Vorher war man der große Beschützer und hat auch klare Grenzen gesetzt und eigentlich so mehr oder weniger alles vorgegeben, wie es läuft und zu laufen hat.

00:09:53: Natürlich kann auch zehnjährige da schon gut dagegen protestieren.

00:09:58: Aber im Grunde macht man ja als Erwachsener da die Ansagen und plötzlich kommt da das Kind, das kein Kind mehr ist.

00:10:06: Die eigene Souveränität einfordert.

00:10:10: Ja, absolut.

00:10:11: Souveränität einfordert, aber auch weiterhin die Meinung und die Haltung der Eltern fordert, weil das bleibt natürlich wichtig.

00:10:21: Dieses Reiben, dieses, das ist meine Meinung, die meine Eltern passt das so, sich an unserer Meinung abzuarbeiten und auch nicht die Flinde ins Korn zu werfen.

00:10:32: Das geht vor allem uns Vätern oft so.

00:10:35: die sich da auch gar nicht so damit befassen wollen.

00:10:38: Die sagen sich so nach zehn, elf Jahren, das Kind kommt in die Pubertät und es benimmt sich so schlimm, so ein Anfangszeichen.

00:10:48: Ach, wir haben alles falsch gemacht in den ersten zehn Jahren.

00:10:50: Wir haben anscheinend doch alles falsch gemacht.

00:10:52: Guck mal, wie sich das jetzt verhält, wie das darum motzt und schreit und diskutiert.

00:10:56: Nee, man hat nichts falsch gemacht.

00:10:57: Im Gegenteil, man hat sogar vieles richtig gemacht, weil Kinder pubertieren nur, wenn sie sich geliebt fühlen, wenn sie sich wohl fühlen, wenn sie wissen, ich bin in den ersten zehn Jahren in einer sehr stabilen, liebevollen Beziehung aufgewachsen.

00:11:13: Und jetzt traue ich mich zu rebellieren, mal was zu riskieren, mal zu probieren, das Schimpfwort habe ich irgendwo gehört.

00:11:19: Ich hau das mal raus und Papa, Mama.

00:11:22: Es kann sein, dass sie mich dann zurechtweisen und dann sagen, das ist gar kein schönes Wort.

00:11:28: Aber ich möchte wissen, was das Wort bedeutet.

00:11:30: Ich habe es aufgeschnappt.

00:11:32: Das hatten wir auch, wo mein Sohn letztens irgendwie sagt, das ist total behindert, Papa, oder ordentlich in das ein oder geisteskrank, oder keine Ahnung, das ist ein Wort, die sie aufschnappen.

00:11:41: Das ist nicht schlimm, aber wir ordnen das für sie ein und das verlangen sie auch.

00:11:46: Das wollen sie auch.

00:11:48: Das habe ich gemerkt.

00:11:49: Ich bin eher so in der Familie so, ja, mein Name des Buches ist bei mir oft bis Bögramm, chill mal.

00:11:55: Ich bin offen ein bisschen zugechillt.

00:11:58: Und ich merke manchmal meinen Sohn, dass mich herausfordert und sagt, nee, Papa, ich will dich jetzt nicht gechillt.

00:12:03: Ich will jetzt eine Meinung haben.

00:12:04: Ich will jetzt eine Haltung haben, damit ich da was mit anfangen kann.

00:12:08: Ich will jetzt keinen, der sagt, überpasst schon.

00:12:10: Nee, will ich nicht.

00:12:11: Ich will jetzt eine klare Haltung haben.

00:12:13: Der Fußballer wird sagen, der bettelt nach Geld.

00:12:17: der will eine Meinung haben, der will jetzt eine Ansage haben und dann kann sich unser Kind was damit anfangen.

00:12:24: Also eigentlich ist es für uns eine große Auszeichnung, wenn unsere Kinder bei uns wütend werden, wenn sie laut werden, wenn sie uns beleidigen.

00:12:34: Das hängt natürlich auch noch mit den Hormonen zusammen, dass sie teilweise auch gar nichts dafür können, wenn sie uns so immens beleidigen, weil einfach diese Stresshormone ausgeschüttet werden und bei Mädels fünffachs so viel als bei Jungs.

00:12:50: Also kommt wirklich eine kräftige Welle an, Hormone auf unsere Kinder zu.

00:12:54: Und das hört sich immer sehr widersprüchig an.

00:12:57: Aber in dem Moment, wo sie uns beleidigen, brauchen sie eigentlich unsere Hilfe, weil sie gerade ja von dieser Welle komplett überrollt werden.

00:13:04: Und das erkennen wir daran, dass sie meistens ein, zwei Stunden später wieder zu uns kommen und uns sich entschuldigen und sagen, Mama, Papa, ich weiß gerade selbst nicht, was vorhin da los war.

00:13:14: Aber das sind wir für sie da.

00:13:16: Und ordnen das ein, dieses Einordnen, dieses Weiten.

00:13:19: auch in der Pubertät Orientierung geben ist enorm wichtig, weil das ist diese Verlässlichkeit, die unsere Kinder brauchen.

00:13:28: Das ist ja das, was wir ein Leben lang mitgeben.

00:13:31: Ein Leben lang gebe ich meinem Sohn mit, egal was es ist, ich rette dir deinen Arsch, egal was es ist.

00:13:37: Und wenn sie das Gefühl in sich tragen, dann ist es auch in der Pubertät Ein schönes Gefühl für unseren Teenager, wenn er nachts um eins, zwei in der Stadt ist, hat seinen Kumpels verloren, Handy, Ago nur noch zwei Prozent, hat drei, vier Bier getrunken, ist regnet in Strömen.

00:13:55: Und wenn er dann sagt, ich rufe den Papa an, ich rufe jetzt den Papa an, der macht mir nicht die Hölle heiß, der macht mir nicht, er versteht mich, ich rufe den an, bei dem fühle ich mich sicher.

00:14:05: Und wenn er dann anruft, dann haben wir in der Tat alles richtig gemacht.

00:14:10: und beschweren uns, dass wir das nächste Mal mit saufen gehen wollen.

00:14:19: Also weiteren verlässliche Tipps, Verlässlichkeit, Orientierung geben, auch in der Pubertät.

00:14:24: Das bleibt weiterhin wichtig für uns ein Teenager, aber wir sind immer noch für unsere Kinder auch in der Pubertät verantwortlich.

00:14:33: Das ist ein total spannender Punkt, den du ansprichst.

00:14:35: Also wenn auch diese Tür zugeht, dass man dann nicht verschwindet, sondern eben da bleibt und gerade es noch wichtiger ist da auch als Sparringspartner, um sich dran zu reiben, um sich auszuprobieren, weiterhin da ist und zur Verfügung steht und die Familie eben doch immer noch der sichere Rahmen ist, indem man das austesten kann, was gerade mit einem passiert, bevor man es danach in die Welt rausträgt.

00:15:04: Ja, absolut.

00:15:07: Aber stelle ich mir auch schwierig vor, wenn jetzt da so ein achtjähriger vor mir steht und gerade komplett am Durchdrehen ist, dann fällt mir das sehr viel leichter, da zu sagen, ja okay, du bist acht, mach du, ich stehe da drüber, das ist gar kein Thema.

00:15:21: Wenn dann vierzehn, fünfzehnjährige sich quasi ähnlich verhält, wird das doch sicherlich sehr viel schwerer, dann auch diese Vogelperspektive zu bewahren und aber gleichzeitig auch so auf Augenhöhe zu begegnen.

00:15:35: Also das stelle ich mir wie einen schwierigen Drahtseilakt vor.

00:15:39: Ja, vor allem allein von der Größe schon.

00:15:40: Also die Vogelperspektive geht ja schon gar nicht mehr, weil es auf einmal kein Kindkörper mehr ist, sondern ein Teenagerkörper.

00:15:50: Und das ist schon nicht so einfach.

00:15:52: Also mein Sunt ist mittlerweile größer als meine Frau und die guckt jetzt quasi schon ein Tick nach oben, wenn sie da was sagen will.

00:15:59: Aber ja, es ist natürlich ... Es ist natürlich schwierig, weil es kommen.

00:16:04: ja bei der Pubertät ist es ja so, es kommen erst die Hormone und dann der Körper.

00:16:09: Also am Anfang kommen wir aber auch nicht so gut damit klar.

00:16:13: Am Anfang haben wir so dieses Kind noch, aber es kommen schon tagsüber schon so die ersten Altersdiskussionen raus und dieses erste, ich will mal probieren, was so geht und das ist dann auch... Nicht so einfach, weil wir denken, das ist ja noch mein Kind.

00:16:35: Aber auch da flackert die Pubertät wie eine Lampe schon auf.

00:16:39: Abends verstehen wir, dass dann gar nicht was abgeht, dann kommen sie gerne noch zum Kuscheln, dann sind sie gerne noch Kind.

00:16:45: Also das ist am Anfang, wir nennen das gerne Vorpubertät, aber ich finde den Namen nicht so glücklich, weil es ist eigentlich schon der Start der Pubertät.

00:16:54: Und es werden schon erste Hormone ausgeschüttet, es finden schon die ersten Erprobungen statt.

00:16:59: Auch nicht so einfach für uns, weil der Körper eigentlich noch sehr kindlich daherkommt.

00:17:04: Und daher denken wir, wie ich schon sagte, auch gerade die Väter zum Beispiel, da muss doch irgendwas, wir haben anscheinend was falsch gemacht, weil irgendwie, das kann ja noch nicht, das sagen mir auch dann viele, das kann ja eigentlich noch nicht Pubertät sein, doch.

00:17:17: Sie fängt nur ganz berutsam an, die Natur ist nicht zu uns.

00:17:22: Sie lässt uns ganz langsam rein, sozusagen, die Tür rein zur Pubertät.

00:17:28: Und das dauert.

00:17:29: Und mit vierzehn, fünfzehn wird in der Tat mehr es sein, dass wir auf Augenhöhe begegnen, dass wir trotzdem verlässlich sind, dass unser Kind weiß, so ist der Papa, so denkt er darüber, der macht sich Sorgen, wenn das und das ist.

00:17:45: der macht das gut, der macht das nicht so gut.

00:17:47: Und ich sage immer Eltern müssen nicht wie Bilderbucheltern sein, sondern wie Wimmelbucheltern, die so sind wie ein Wimmelbuch, die mal über eine Bananschale ausrutschen, die mal das Auto vergessen, was von rechts kommt und keine Ahnung, ja also sind wie sie sind, bei ihren Stärken, ihren Schwächen.

00:18:09: Und das dürfen wir in der Pubertät weiter ungefähr sagen und zeigen.

00:18:13: Und das ist für uns Für unsere Kinder ein gutes Gefühl, wenn wir wissen, ja, so tickt der Papa und so tickt die Mama.

00:18:20: Und das ist dann in der Tat, in der Kommunikation.

00:18:24: Das habe ich jetzt noch zu meiner Frau gesagt.

00:18:26: Eigentlich rede ich mit meinem Sohn schon fast so, als wäre jetzt ein Bekannter von uns hier, der eine Woche hier pennt zum Beispiel.

00:18:34: In vielen Momenten schon.

00:18:37: Bis dann auf die Momente, wo dann auch, ja, es ist dann immer auch gerne, Sie haben ja immer eine Ausrede, ist dann immer begründet, was im Gehirn halt gerade passiert.

00:18:46: Und da merke ich schon, dass wir da wieder ins Kleinkind weiter zurückgehen, weil die in dieser Baustelle im Gehirn eine Phase haben, wo sie die Empathie nicht so spüren können.

00:18:59: Diese Fremdwahrnehmung, auch diese Gestik und Mimik.

00:19:03: Können sie nicht so gut erkennen, was das bedeutet?

00:19:07: Die Patentante meiner Tochter ist verstorben vor ein paar Wochen, sehr extrem traurig gewesen.

00:19:13: Und wir haben manchmal noch nachdenkliche Momente hier am Tisch.

00:19:16: Und da waren wir nicht, es sind keine Tränen, aber trotzdem sehr, sehr traurige Stimmung.

00:19:22: Und mein Sohn kommt trotzdem rein und sagt, hey, Papa, schmier mir mal ein Brot.

00:19:26: Hey, jetzt schmier mir doch mal, kannst du mir grad mal ein Brot?

00:19:28: Der erkennt nicht, was wir gerade fühlen in unserer G-Stike.

00:19:33: Und was wir gerade ausstrahlen, das haben sie auch in dieser Zeit so, in dieser Propertieszeit so, eine schwäche Phase, wo das so ist.

00:19:40: Also das Gehirn spielt manchmal noch so einen Streich in gewissen Dingen, wo man dann merkt, okay, jetzt hat man halt wirklich gerade ein Teenager da.

00:19:47: Die Hormone sowieso, aber in manchen Momenten oder auch in einigen Momenten, wo man im Auto sitzt, wo man mal ein bisschen quatscht, dann denkt man manchmal, ja, ich sitze hier neben einen kommenden Erwachsenen sozusagen.

00:20:01: Und das ist eher eine spannende, eine spannende Reise auch für uns Eltern.

00:20:05: Wir sind dabei, wie unser Kind erwachsen wird.

00:20:09: Das ist das Crazy, würde man mit dem Jugendwort dieses Jahr sagen.

00:20:13: Genau.

00:20:15: Ja, allerdings ohne die Ironie.

00:20:16: Das ist wirklich crazy.

00:20:18: Ja.

00:20:19: Der Wachstum geht immer von unten nach oben.

00:20:21: Spannende Sache.

00:20:22: Das heißt auf einmal ganz normales Kind, auf einmal Schulgröße forty-fünf, was ist denn da los?

00:20:27: Man glaubt gar nicht, wie viele Eltern das umtreibt.

00:20:30: Aber es tut es, deshalb brenn ich's auch gerne.

00:20:33: Das kann passieren, dass eure Kinder mit zwölf, dreizehn Jahren die Erwachsenenschuhgröße schon haben.

00:20:38: Die Mädels sind tick früher, weil die immer ein, zwei Jahre vorne dran sind.

00:20:42: Aber der Wachstum geht immer von unten nach oben.

00:20:46: Dann wie Fengeriger hat meine Frau überholt, ja.

00:20:51: Ja, wie fängt die Pubertät an?

00:20:53: Das haben wir auch schon gesagt.

00:20:54: Dieses Rückzug aufs Zimmer, das finde ich immer noch wichtig.

00:20:56: Hygieneverhalten ist schwierig, manche gehen gerne die Dusche, manche gar nicht.

00:21:01: Es ist das Bernsteinzimmer geworden, man findet es einfach nicht mehr.

00:21:06: Auch das wird sich ändern, wenn die erste Freundin kommt und man mag überrascht sein, wie sich das dann auch dreht.

00:21:13: Und da kommen viele Eltern zu mir und sagen, also das Geld, was man in der Vorpubertät gespart hat.

00:21:19: an Wasserrechnung, das holen die dann später wieder rein oder auf und auch das gebe ich noch sehr gerne mit.

00:21:25: Also ich gebe generell immer sehr gerne Alltags-Tipps oder Alltagsgedanken mit, weil das letztlich die Eltern betrifft.

00:21:35: bringt nichts in pädagogischen Büchern, Engwärts theoretischen Konzepte da ständig zu referieren.

00:21:39: Das bringt Eltern, die gerade in ihrem Wahnsinn oder gerade im Stress sind, eh nichts.

00:21:43: Also sie wollen einfach eine sehr schnelle oder konkrete Hilfe zu bestimmten Altersthemen.

00:21:48: Oft ist es ja auch nur dieses eine Thema, was uns rumtreibt, weil das einfach uns triggert und weil es vielleicht ein Relikt aus unserer Kindheit ist.

00:21:56: Und da lohnt es sich vielleicht auch nochmal hinzuschauen.

00:21:59: Warum gerade dieses eine Thema?

00:22:01: Ja, dass mein so mit dem Roller fährt.

00:22:04: Ja, das triggert mich ohne Ende, weil ich hatte früher einen Fahrradunfall, hatte meine Frau gehabt, die hat den Unfall gehabt, auch mit dem Moped hinten drauf mit ihrem damaligen Freund.

00:22:13: Ja, deshalb triggert sie das so, dass sie da so ängstlich ist.

00:22:16: Und da darf man auch gerne mal hinschauen, das ist auch eine schöne Reise und nicht immer eine schöne Reise, aber eine wichtige Reise für uns Themen, die uns bewegen und das zeigen uns unsere Kinder und dafür können wir auch dankbar sein, dass sie uns immer wieder mit Themen konfrontieren.

00:22:30: die wir auch noch nicht verarbeitet haben, die wir auch noch nicht gelöst haben.

00:22:36: Und die sind wichtig für uns, dass wir die lösen.

00:22:40: Und da stoßen uns unsere Kinder abends mal drauf.

00:22:43: Und das kann auch eine gute Sache sein.

00:22:46: Das

00:22:46: ist ja für Eltern total spannend und eine riesige Herausforderung.

00:22:51: ständig wechselnde Rolle auszufüllen.

00:22:55: Das geht ja nicht graduell, sondern wie du sagst, das ist Phasenweise und dann ist es vielleicht auch mal in der einen Minute so und in der anderen wieder ganz anders.

00:23:02: In der einen bin ich der Ansprechpartner auf Augenhöhe und in der nächsten muss ich dann aber wieder beschützen und behüten und kuscheln.

00:23:10: Das ist ja aber für die Jugendlichen noch mal viel krasser.

00:23:13: Also das versuche ich jetzt gerade mir... vorzustellen und mich auch zurück zu erinnern.

00:23:19: Wir haben das ja auch alle selbst hinter uns.

00:23:21: Also es ist wahrscheinlich nicht übertrieben zu sagen, das Gehirn geht da erst mal kaputt.

00:23:25: So, das zerfällt in tausend Stücke und setzt sich dann neu wieder zusammen.

00:23:28: Und diese Phase, da verliert man stellenweise ja auch das Gefühl für die eigene Identität.

00:23:36: und wer bin ich und was ist meine Rolle und meine Position?

00:23:39: und ja, wie stehe ich überhaupt da in der Welt?

00:23:44: Ja, allein dieses Dieses permanente Üben, eigene Entscheidungen zu treffen, also sie üben ja permanent erwachsen zu werden, sie üben permanent sich selbst zu finden, die eigenes Ich, ihre eigene Persönlichkeit.

00:23:57: Und das ist für sie nicht einfach, weil das Gehirn ist doch vollkommen recht, es ist immer dieser Begriff Baustelle.

00:24:05: Ich finde den aber gar nicht so schlecht, weil in der Tat alle Stecker werden gezogen, alles wird neu vernetzt.

00:24:12: Wir wissen auf einmal nicht mehr genau, was wir in der Kindheit alles so getrieben haben.

00:24:17: Die ganzen alten Änderungen aus der Kindheit fallen weg, komplett der Restart und best of.

00:24:24: Allerdings bleibt an schönen Erinnerungen und an nicht so schönen Erinnerungen.

00:24:27: Das bleibt, das macht uns auch als Menschen aus.

00:24:31: Das da die erste Phase auch natürlich dazugehört, die ersten Jahre.

00:24:36: Und klar, da wird alles neu geordnet.

00:24:40: Wir haben erst mal in der Mitte des Gehirns den emotionalen Bereich, das limbische System, die Amygdala, die sorgt für dieses emotionale.

00:24:51: und dann haben wir vorne den Cortex, den präfrontalen Cortex und auch frontal Lappen genannt.

00:24:58: Der Lappen sorgt halt dafür, in der Mitte das zu kontrollieren, diese Emotionen.

00:25:06: eine kontrollierte pragmatische, rationale Bahn zu führen.

00:25:11: Da haben wir mal schlechte Erfahrungen gemacht.

00:25:13: Lassen wir mal lieber, das weiß unser Cortex.

00:25:17: Problem ist an der Sache, die Bauarbeiten gehen in der Priorität von hinten nach vorne und unser Lappen kommt ganz am Schluss.

00:25:25: und deshalb handelt unsere Teenager oft impulsiv, emotional.

00:25:30: Auch hier wieder fast wie die Kleinkinder, also auch diese fehlende Impulskontrolle, die fehlt, weil unser Tower, der alles koordiniert, der kommt ganz am Ende bei so einem Flughafen.

00:25:44: Alle Geschäfte sind schon offen, alles ist schon da, aber der Tower, der für alles sorgt, dass hier Sicherheit da ist, dass rational gedacht wird und gehandelt wird, der kommt ganz am Ende und das macht es unseren Teenager dann.

00:25:57: auch nicht so einfach.

00:25:58: Und das ist total spannend und das ist auch fast mein Lieblingskapitel im Buch, was das Gehirn alles so veranstaltet.

00:26:07: Das ist einfach verrückt und total interessant.

00:26:11: Das ist dieses Risikoverhalten, das Teenager Risiko eingehen wollen, weil in dieser Baustelle zwanzig Prozent unserer Glücksgefühle sind nicht im Gebrauch.

00:26:23: Das heißt, Weil gerade gebaut wird.

00:26:25: das heißt wir brauchen mehr kick um langsam so ein glücksgefühl so ein dopamine gefühl wieder empor holen zu können.

00:26:33: Ich dachte immer so das glücksgefühl was wir beim dreien widersprung haben haben unsere teenager erst beim zehn mit der sprung.

00:26:41: Nachts durch zeichten nachts sagt der hier immer noch aufgeht ja noch mal.

00:26:47: Mein gern sagt mittlerweile matthias macht das nie wieder.

00:26:50: das lassen wir besser weil einfach schon da gewisse eine.

00:26:55: Rationales Denken dann vorherrscht, weil wir schon den Lappen quasi haben.

00:27:00: Und im Unkehrschluss, klar, sind sie dann auch eher antriebslos, eher demotiviert, eher natürlich ein bisschen zurückhaltend in den Aktionen, ob sie irgendwohin mit hingehen wollen oder motiviert sind für Schule.

00:27:15: Und das ist dann in dieser Zeit natürlich auch dann extrem erschwert.

00:27:20: Also wenn sie keinen Bock haben, haben sie in dieser Zeit so richtig keinen.

00:27:23: Bock auf Dinge, die sie nicht mögen.

00:27:26: Und das ist total spannend, was da so alles passiert.

00:27:29: Und mal müssten die Teenager das immer lesen, aber dann ihren Eltern ständig zu sagen, ja, Mama, Papa, ich kann gar nichts für, weil es gerade da ist und das da oben.

00:27:39: Und ja, das sind schon ein paar Themen.

00:27:44: Zeitgefühl gleich, Papa, gleich.

00:27:46: Kein Gefühl für Zeit.

00:27:47: Sie leben immer hier und jetzt.

00:27:50: Sind sich der Konsequenz eine Handlung nicht bewusst?

00:27:53: Das haben wir mal gemacht.

00:27:54: Das können gerne mal die Eltern ausprobieren.

00:27:57: Wir haben das gemacht.

00:27:59: Wir waren vierzehn Tage auf Kreuzfahrt.

00:28:02: Da habe ich einen Vortrag gehalten und meinem Sohn den Koffer hingelegt.

00:28:07: Und jetzt kann man mal raten, wie viel Unterhosen er als Teenager für vierzehn Tage Österreich eingeplant hat.

00:28:13: Also dieses vorausschauende Denken.

00:28:16: Also das waren Ladekabel und zwei Unterhosen.

00:28:18: Mehr war nicht im Koffer drin.

00:28:21: Muss reichen.

00:28:21: Da kommt man durch.

00:28:25: Ja, wir leben im Hier und Jetzt.

00:28:28: Wirklich gerade sehr, sehr im Hier und Jetzt.

00:28:30: Und das macht uns natürlich wahnsinnig.

00:28:33: Wenn wir auch als Eltern durchaus auch mal Struktur vorgeben wollen, mal Dinge planen wollen und das momentan in dieser Zeit einfach vieles auch vergessen wird.

00:28:44: Wie viel sprichst du mit deinen Kindern über genau diese Themen?

00:28:47: Also setzt ihr euch auch hin und sagst du, hey, pass auf.

00:28:50: Das ist ganz logisch.

00:28:51: Weil das und das gerade hier in deinem Kopf, in deinem Gehirn passiert?

00:28:56: Ja, also gerade diese Vergesslichkeit, die wir gerade haben.

00:29:01: Der Fußballtrainer kam auf eine super Idee, Teenagern einen Ball mitzugeben, den sie von hier aus, von der Wohnung haben sie ihren Ball und den nehmen sie mit auf den Sportplatz.

00:29:16: Dort darf er nicht verschwinden, so dass sie ihn dann danach wieder nach Hause mitnehmen.

00:29:21: Das hat gar nicht funktioniert.

00:29:24: Die Hälfte vergisst ihn schon mal zu Hause.

00:29:27: Dann schießen sie irgendwo während des Trainings sonst wohin, in den Wald.

00:29:32: Und es war immer so, dass danach immer Bälle gesucht wurden und kaum ein Ball nach Hause kam.

00:29:38: Oder auch so natürlich in den Schulen, der Lost und Fountraum ist, glaube ich, Die Turnhalle ist so ein großer Raum, weil die in der Tat momentan in dieser Phase so viel vergessen.

00:29:51: Und ich weiß noch genau, ich hatte eine Star der Jacke von den Eisbären Berlin und die war so cool.

00:30:00: Und ich habe es geschafft.

00:30:02: Und ich habe eigentlich immer gar nicht mal so viel getrunken.

00:30:04: Bei so einer Party in so einer Halle und zwei Uhr im November dachte ich so, oh, gehst du mal ohne Jacke nach Hause.

00:30:11: Ist ja nicht schlimm.

00:30:14: Und dann habe ich meine Stadejagge vergessen und es ärgert mich noch heute, weil die war natürlich nicht mehr da an dem Morgen.

00:30:20: Und dann denke ich mir so ein bisschen dran, was man immer auch gerne machen kann, wie du es auch schon gesagt hast, an die Eigenpuppete denken und die brauen in der Zeit so ein bisschen Hilfe, also nicht auflaufen lassen, aber auch nicht alles übernehmen wie so ein Butler, aber schon ein bisschen helfen, wenn sie zum Fußballtraining gehen, Handballtraining gehen, Tanztraining oder wie auch immer haste alles.

00:30:40: Komm, lass uns nochmal kurz reinschauen.

00:30:42: Das hat dann nichts mit Eigenverantwortung zu tun oder mangelnde Eigenverantwortung des Kindes, sondern einfach, dass wirklich da gerade viel vergessen wird und dass wir da ein bisschen unterstützen.

00:30:56: Es sind schon Eltern haben mir erzählt, die haben ihre Tochter gefragt, hast du einen Reisepass eingepackt?

00:31:01: Hast du einen Reisepass eingepackt?

00:31:03: Dann sind sie mit dem Auto, die wollten mit dem Auto nach Kroatien fahren und die sind dann in Regensburg auf der A-Trei umgedreht, weil die Tochter den Reisepass vergessen hatte.

00:31:12: Also da als Eltern immer unterstützen und schauen gerade in dieser Phase.

00:31:19: Und dann auch die patzige Antwort aushalten.

00:31:21: Genau, genau.

00:31:22: Weil man gewagt hat, noch mal nachzufragen.

00:31:24: Genau, du wolltest doch auch noch mal gucken, Mama.

00:31:26: Du wolltest das, genau.

00:31:27: Ich hab das Geodrecks, schrei mal, Mathe, das Geodrecks kaputt, ich brauch Neues.

00:31:32: Habe ich dir doch gesagt.

00:31:33: Habe ich dir doch?

00:31:34: Ja, sicher, doch, da hast du das gesagt.

00:31:35: Klar.

00:31:38: Ja, aushalten scheint eh so eine große Überschrift zu sein für die Eltern.

00:31:42: Annehmen sein, annehmen, Dinge anzunehmen, ist die Königsdisziplin.

00:31:48: In jeder Phase, Dinge anzunehmen.

00:31:51: Und auch immer wieder, und auch wenn man glaubt, es wird nie wieder enden.

00:31:56: Ja, also natürlich, das ist ja auch das Schöne.

00:32:00: Wir haben so schon seit Jahren so eine Facebook-Gruppe.

00:32:04: Mittlerweile habe ich es durch meine Instagram-Gruppe, und der Matthias ist ein bisschen ersetzt, aber es gibt es noch.

00:32:10: Und die heißt Keep Cool Mama, die Facebook-Gruppe.

00:32:13: Und mittlerweile ist es so, das ist zwar nicht gut für die Followerzahl, aber es gehen jetzt Mütter raus.

00:32:19: So, die gehen jetzt da raus.

00:32:20: Aber sie schreiben noch was.

00:32:21: Sie schreiben, ja, wir sind durch.

00:32:24: Mein Sohn ist jetzt keine Ahnung, ein zwanzig oder wie auch immer.

00:32:27: Es war eine tolle Zeit in dieser Gruppe.

00:32:29: Sie war enorm wertvoll.

00:32:31: Und ich kann allen Eltern sagen, und das schreibt wirklich jeder, der rausgeht.

00:32:35: Sie schreibt Einsatz und da heißt, sie kommen wieder.

00:32:39: Sie kommen wieder zurück und riechen mehr Gänsehaut, wenn ich das lese.

00:32:43: Und das ist so ein Happy End-Gefühl und ein schönes Gefühl.

00:32:46: und bei dem All, was man durchmacht und sich streitet und soft und rebelliert, diskutiert.

00:32:54: Sie kommen wieder zurück und das ist ein extrem schöner Satz und ein schönes Gefühl für die Eltern.

00:33:03: Das wäre jetzt gerade meine nächste Frage gewesen.

00:33:05: Wie halte ich das aus, wenn ich mittendrin stecke und das Gefühl habe, sie kommen nicht wieder.

00:33:11: Das ist alles kaputt.

00:33:12: Mein Kind ist kaputt.

00:33:13: Die Beziehung zu meinem Kind ist kaputt.

00:33:16: Aber dann ist die Antwort wahrscheinlich einfach zu wissen.

00:33:19: Sie kommen wieder.

00:33:20: Es

00:33:20: geht vorbei.

00:33:21: Sie kommen.

00:33:21: Und Blick auf sich, weil die Teenagern machen auch auf einmal ihren Blick auf sich.

00:33:26: Die wollen jetzt gucken, wer bin ich.

00:33:28: Was kann ich mit mir so anfangen, leben lang.

00:33:31: Die lernen sich jetzt kennen.

00:33:33: Und da können wir auch mal sagen, okay, dann lerne ich mal kennen.

00:33:36: Ich kümmere mich jetzt mal um mich.

00:33:37: Und das ist auch das Tolle an der Pubertät.

00:33:41: Wir waren bisher immer Eltern.

00:33:42: Wir sind immer Eltern.

00:33:44: Ein Kind wird geboren.

00:33:46: Es wird nicht nur ein Kind geboren.

00:33:47: Es wird auch ein Papa geboren und eine Mama geboren.

00:33:50: Wir tragen auf einmal Verhaltensweichen in uns drin, die nur wir Eltern haben.

00:33:55: Die haben nur wir.

00:33:56: Weil letztens mit einem Kumpel was trinken.

00:33:58: Der hat so sein Glas am Rande des Tisches stehen.

00:34:01: Ich schiebe es in die Mitte.

00:34:05: Das ist keine Zauberei, das ist nicht Magic, das ist einfach nur das machen wir Eltern.

00:34:10: Nee, das ist gelernt.

00:34:11: Das

00:34:11: ist gelernt.

00:34:12: Oder der hat so einen Fleck an der Backe, ich denke schon an die Feuchttücher, aber denke ich so, nee, die packst jetzt besser nicht aus.

00:34:20: Das sind Verhaltensweisen, die in uns drin sind und wir sehen das immer so schön am Handy, am Smartphone.

00:34:26: Wir werden da immer gespeichert, wir sind als Eltern sind wir auf einmal adelig.

00:34:31: Wir werden einfach ab sofort bespeichert, sobald wir ein Kind haben und der Mama von Papa von.

00:34:39: Und jetzt in der Pubertät sind wir auf einmal wieder Matthias und Mann und Frau und Pärchen und bekommen wieder mehr Freiheit.

00:34:48: Wir bekommen ja immer mehr Freiheit zurück, auch nicht so einfach mit dem Partner, mit der Partnerin, auf einmal wieder so viel Freiheit zu haben.

00:34:56: Das ist dann auch wieder so ein bisschen eine neue Arbeit, eine bisschen Beziehungsarbeit.

00:35:01: Wenn die Kinder auf einmal nicht mehr mit den Urlaub wollen, oder man abends auf einmal Zeit hat irgendwo einen Wein trinken zu gehen, das ist toll, das ist wunderbar.

00:35:09: Man will ein Buch zu lesen.

00:35:12: Und das sollte man auch wahrnehmen und das unbedingt auch für sich so ein bisschen feiern, dass man sich das auch letztlich verdient hat nach all den Jahren.

00:35:24: Ja, freue ich mich schon auch drauf.

00:35:28: Du schaust, du schaust.

00:35:29: Das ist schon cool auf einmal, dass die... Dass man nicht in die Her laufen muss.

00:35:35: Gestern hat die Tochter immer noch diese Toniboxen und die war akkulär.

00:35:42: Und dann hat die das versucht in die Steckdose reinzubekommen.

00:35:45: Das gibt das nicht in die Steckdose, aber da ist immer noch der Kinderschutz drin, der Babyschutz.

00:35:50: Und die sind jetzt vierzehn und acht.

00:35:51: Also man könnte langsam mal.

00:35:55: Aber ich habe ihn trotzdem mal drin gelassen.

00:35:56: Das ist doch ein schöner Endo.

00:36:00: Schöne Erinnerungen aus der Zeit, aber sie werden jetzt älter und brauchen keinen Kinderschutz mehr in der Steckdose.

00:36:08: Und auch sonst nicht mehr so ganz so viel Schutz.

00:36:12: Das bekommt man schon dazu, diese neue Freiheit, dieses neue Gefühl und das kann man nutzen und sich darüber freuen.

00:36:21: und der Rest bleibt ja trotzdem natürlich, haben wir auch schon eben erzählt, auch trotzdem wieder anstrengend.

00:36:27: Und wir müssen auch klar mit diesem Gefühl klarkommen, dass wir loslassen müssen, dass es gerade anstrengend ist, dass wir auch manchmal das Gefühl haben, dass wir jetzt gar nicht mehr so an sie rankommen.

00:36:39: Sie werden uns so ein bisschen fremd.

00:36:41: Deshalb sage ich auch immer, man geht nicht nur in Beziehung, sondern auch in Fernbeziehung, obwohl sie im selben Haus wohnen.

00:36:49: Das ist dann auch tatsächlich der Fall hin und wieder in gewissen Situationen.

00:36:53: Wünschen wir uns unser kleines Kind, unser nach bübschen riechendes Baby wieder irgendwie zurück.

00:37:00: Aber das ist nicht da oder nicht mehr da.

00:37:03: Aber dafür ist es anders toll.

00:37:06: Viele Eltern trauen den Ritual immer so ein bisschen hinterher.

00:37:09: Also haben wir immer gebaut und Lego gebaut.

00:37:12: Aber jetzt gibt es andere Rituale.

00:37:14: Und manche Rituale bleiben auch.

00:37:16: Also dieses Teigausflecken beim Plätzchenbacken, das jetzt bald wieder kommt, das macht er immer noch gerne.

00:37:22: Da freut er sich schon drauf.

00:37:23: Also es sind so kleine Sachen.

00:37:25: So schauen wir Fußball zusammen.

00:37:27: Es entstehen neue kleine Rituale und deshalb auch immer ein bisschen hellhörig sein, uns hin zuzuhören.

00:37:36: Sie reden natürlich von Dingen, die Sie begeistern.

00:37:40: Wenn wir einfach fragen, wie war die Schule?

00:37:42: Gut, ja, da entsteht keine Begeisterung.

00:37:45: Aber wenn Sie über Ihr Computerspiel erzählen, was gerade in der neuen Season so alles passiert, dass gerade Trenn sind wie Six Seveln und was auch immer gerade so angesagt ist.

00:38:00: Und ich bin froh, dass mein Sohn darüber mit mir redet.

00:38:03: Das finde ich total cool, darüber aus seinem Leben was zu erfahren.

00:38:07: Manchmal finde ich es auch total langweilig und interessiert mich null.

00:38:11: Aber dann höre ich trotzdem zu und finde es toll, dass er dann in dem Moment mit mir redet.

00:38:16: Und es ist nicht immer das Thema Nummer eins, es ist auch nicht immer der Zeitpunkt Nummer eins, aber... Da dürfen wir uns gerne probieren, uns weiterhin zu interessieren.

00:38:27: Und auch diese Gefühle und Gedanken auch dann ernst zu nehmen.

00:38:31: Weil das gefällt natürlich jedem Menschen, wenn er ernst genommen wird.

00:38:35: Und wenn wir an unsere Properität zurückdenken sind, haben das unsere Eltern vielleicht auch nicht mehr getan, uns ernst zu nehmen.

00:38:43: Und das können wir dann ja jetzt machen, auch wenn natürlich ihre Probleme nicht so... Nicht unsere sind.

00:38:51: aber dahin und zuzuhören macht manchmal Sinn und ist manchmal auch natürlich auch.

00:38:55: Spannend.

00:38:55: und wir kommen gerade auch zu diesem Thema Bildschirm bin ich auch immer froh eine Balance zu finden.

00:39:01: natürlich gibt es Streitereien über Bildschirmzeiten und das ist immer so negativ besetzt aber.

00:39:07: Bitte auch zu dem Thema probieren, positive Themen zu finden.

00:39:11: Und dadurch, dass die Leidenschaft unserer Kinder da liegt, liegen die Themen ja dann auf der Hand.

00:39:16: Und dann gerne mal nachfragen, was ist gerade so los?

00:39:19: Was ist in der neuen Season bei Fortnite eine Simpsonsseason?

00:39:22: Das ist ja mega.

00:39:23: Zeig mal ja, mit Atomkraftwerk, das ist ja Wahnsinn.

00:39:26: Also finde ich wirklich aktuell wirklich sehr faszinierend.

00:39:30: Und ja, mit der jüngeren Tochter Kinofilme zu schauen, das macht mittlerweile, ich gehe sogar ins Kino mit ihr.

00:39:37: Liegt auch nicht jedem, aber bei mir macht es total Spaß.

00:39:39: Wer es auch ehrlich gesagt vermissen, das weiß ich schon, dass ich das sehr vermissen werde.

00:39:43: Da alles steht kopf oder wegen mir auch schuldemagische Tiere da sind schon ein paar auch coole Filme.

00:39:52: oder jetzt Sumenia.

00:39:54: Jetzt mal schön Disney Werbung gemacht, herrlich.

00:39:57: Und genau, das werde ich, glaube ich, mal sehr vermissen.

00:40:01: Ich finde das ja auch total schön.

00:40:03: Am Anfang hat man ja noch den totalen Überblick, was die Kinder so aufschnappen und was sie für Eindrücke mitnehmen.

00:40:09: Und dann sind auch die Gesprächsthemen sehr überschaubar und sehr vorhersehbar.

00:40:15: Und ich finde das total spannend bei unserem zehnjährigen, dass der eben immer mehr Impulse und Themen reinbringt, von denen ich noch nie was gehört habe.

00:40:24: Also die jetzt nicht von mir kommen und er wird immer mehr zum Gesprächspartner, den man nicht nur so betreut und versucht, da Impulse zu setzen, sondern der eben mit eigenen Themen kommt und ich genießt das total.

00:40:36: Da jemanden zu haben, der mit seinen eigenen Sachen zu mir kommt und ja, mich auch überrascht und ich mich frag, wo hat er jetzt das schon wieder her?

00:40:45: Das finde ich total schön.

00:40:47: zu sehen, wie er eigenständig wird und seine eigenen Meinungen entwickelt.

00:40:53: Ja, es ist auch, ich finde das total faszinierend auch, wie Kinder teilweise reagieren und was sie zu sagen haben, es macht total Spaß auch, mit ihnen zu reden, zu sprechen.

00:41:05: In der Pubertät ist nicht mehr so ganz so oft der Fall, das stimmt, aber da gibt es auch, haben ja schon festgestellt, die Momente.

00:41:12: Und wir waren letztens, haben wir den Mainz Dull-Fünf-Trainer, haben wir in so einem Bei uns hier in Mainz, ich kann was Mainz, im Juwelier-Laden gesehen, wo es Rolex gibt und so.

00:41:22: Dann haben wir auch so gesagt, meine Frau und ich, ja, ja.

00:41:26: Klar, gutes Gehalt, da kann man sich auch mal eine Rolex leisten sozusagen.

00:41:29: Wo meine Tochter meinte, ja, warum?

00:41:31: Es ist doch trotzdem aber immer die gleiche Uhrzeit.

00:41:35: Schön.

00:41:36: Und ja, das stimmt.

00:41:37: Das ist total egal, ob es die Uhrzeit bleibt, die gleiche.

00:41:42: Und ich weiß, doch einmal habe ich auf dem Spielplatz so eine Sandburg gebaut und die ist dann irgendwie... Wie gesagt, mein handwerkliches Talent ist nicht so groß.

00:41:51: Und das ist dann eingestürzt.

00:41:52: Und ich sage super, so viel Mühe gemacht, alles eingestürzt.

00:41:55: Und mein Tochter sagt, aber das ist jetzt eine tolle Ruine.

00:42:00: Die kann man auch besichtigen.

00:42:01: Und ich sage, ja, ich bin Meister im Ruinbau und das ist ja perfekt.

00:42:06: Und ich finde das total spannend.

00:42:08: Und das Schöne ist dran, das sollte man, glaube ich, auch als Eltern manchmal machen.

00:42:13: Dadurch ich versuch mal die sachen halt auch wegen den büchern allein schon aufs eigennutz aufzuschreiben.

00:42:20: Und und amt zur stolbe ich noch mal drüber und dann erinnere ich mich daran und denke ja die haben so manchmal so geniale ideen und.

00:42:28: So kreativ und gehen ihren weg und haben Interessen wie du auch sagst und Hobbys.

00:42:35: Wo wir teilweise auch niemals drauf gekommen werden und.

00:42:39: Meine Tochter geht's.

00:42:40: Tanz und Street Dance, dann häng ich in so einem Tanzstudio rum.

00:42:44: Finde ich faszinierend, also ich werde jetzt nie im Leben ein Tanzstudio wahrscheinlich gelandet, schon gleich für Street Dance und Hip Hop.

00:42:51: Aber auch das ist eine Welt, die ich zu sehen bekomme.

00:42:54: und auch ganz andere Welten gibt es, die unsere Kinder dann, wo sie dann die Tür öffnen und wir reingehen dürfen und das ist schon sehr, sehr spannend.

00:43:04: Es erweitert den Horizont, wie man so schön sagt.

00:43:07: Absolut.

00:43:09: Du hast jetzt gerade das Thema Medien angesprochen.

00:43:12: Ich würde da auch gerne nochmal drauf eingehen, weil das ist ja so ein Punkt, den wir in unserer Pubertät so nicht erlebt haben, wie es jetzt unsere Kinder tun.

00:43:22: Das ganze Social Media Thema, Gruppenchats, alles, was da so passiert, Online Gaming, das ist ja schon ein großer Unterschied zu dem, was wir erlebt haben.

00:43:33: Was machst du da für Erfahrungen und was ist da wichtig?

00:43:37: zu sehen und zu wissen als Eltern.

00:43:40: Und das ist natürlich immer verschieden, je nachdem, wie oft und wie stark das Kind es nutzt.

00:43:47: Ich habe ja schon gesagt, dass wir auch zu diesem Gebiet auch versuchen, positive Themen zu finden, dass eben das Vertrauensverhältnis entsteht.

00:43:57: Denn wenn dann was dobes oder halt auch mal was Lustiges passiert, dass sie einen uns ganz gerne dieses digitale Boot wieder mit reinholen, weil die auch da wissen, da redet mich der Papa.

00:44:07: Und auch erzählen, wenn sie angeschrieben werden, gerade über diesen Online-Spielen, da hat mich jemand angeschrieben, dass wir da klar Regelungen treffen, wir geben keinerlei Handynummer raus etc.

00:44:20: Da gibt es dann noch ganz vieles, was wir dann für unsere Teenager dann mithelfen oder auch den Kindern einzuordnen und auch dann klare Regeln finden.

00:44:29: Das kommt immer darauf an, wie stark es genutzt wird.

00:44:32: dass wir bei TikTok natürlich auch schauen, dass da weiterhin wir Sachen hinterfragen dürfen, dass nicht alles, was da so kommuniziert wird, wahr ist und dass es auch in dem Sinne ja auch nicht kontrolliert wird, ob es wahr ist.

00:44:48: Und dann dürfen wir uns unsere eigene Meinung bilden und dürfen uns da auch weiterhin Dinge hinterfragen.

00:44:55: Und da gibt es ganz viele Bereiche.

00:44:57: Eltern sind jetzt erst mal so... Zum Grunde her erst mal total geschockt, dass ihre Kinder mit zehn, elf Jahren auf einmal, dass das noch mehr zunimmt, dass sie einfach nur noch im Zimmer hängen und zocken.

00:45:07: Aber das versuche ich für die Eltern auch immer einzuordnen, weil das natürlich gerade diese Zeit ist.

00:45:13: Wir haben ja gesagt, sie ziehen sich zurück, Rückzug aufs Zimmer und Tür zu und sich mit sich selbst beschäftigen und dann noch was machen.

00:45:25: was die Eltern gar nicht so doll finden.

00:45:27: Also da passt dieses Zocken, dieses mit dem Handy datteln, einfach gerade richtig super in diese Zeit rein.

00:45:33: Das ist gerade diese Zeit.

00:45:36: Unglaublich, dass es anders wird.

00:45:38: Also es gibt viele Eltern, die mir sagen, wenn die Kinder so vierzehn, fünfzehn sind, ja Matthias, ehrlich, das mit dem Zocken war gar nicht so schlecht.

00:45:48: Da wussten wir, wie es wo so war.

00:45:50: Jetzt wollen die raus und da fangen noch mal ganz... andere Sorgen an.

00:45:55: Wenn Sie dann nachts mit Ihrem Kumpels Freundinnen und Freunden darum ziehen, dann kriegt das nochmal eine andere Wertigkeit und dann sieht man sich gerne nach diesen Zockabenden wahrscheinlich dann auch zurück.

00:46:09: Wie Sie es machen, Sie machen es nicht recht.

00:46:12: Das ist halt immer von der einen Phase.

00:46:16: zur nächsten Phase quasi.

00:46:19: Ja, ich finde

00:46:19: es schön, dass du das auch so pragmatisch siehst.

00:46:22: Mir geht es da ganz genau so, dass sich die Angst viele Eltern vor diesem unbekannten Thema, gerade wenn sie selber da eben nicht aktiv sind, sehr gut verstehen kann.

00:46:31: Aber dass es halt einfach ein großer Teil der Lebensrealität ist von Kindern und Jugendlichen heute.

00:46:37: Und dass es, glaube ich, wenig Sinn macht, da mit Verboten oder Ignorieren heranzugehen, sondern dass es auch da drum geht, selber mit drin zu sein informiert zu sein um die kinder dann eben begleiten zu können und Gespräche zu führen und also dass die kinder deine kritische haltung dazu entwickeln können und dann einfach thema medienkompetenster einfach mündige teilnehmer sind weil verhindern wird man es ähnlich können.

00:47:02: und das ist einfach Teil der welt in der wir leben

00:47:06: ja absolut absolut dass wir da dabei sind uns interessieren und Immer mal wieder nachfragen, dass es, glaube ich, wirklich da zentral und dieses berühmte Im Blick haben.

00:47:18: Das wir es im Blick haben, das reicht oft aus.

00:47:21: dass wir da hin und wieder eingreifen oder auch helfen oder auch mal drüber laffen, über gewisse Dinge, die da passieren und auch begreifen.

00:47:29: Natürlich, wenn jetzt einige Eltern sagen, ja, was erzählt er, mit vierzehn bis fünfzehn rausgehen, unsere sitzt immer noch daran.

00:47:35: Klar, das sind natürlich die, die auch irgendwann mal vielleicht was beruflich damit zu tun haben.

00:47:41: Die werden davon nicht so schnell ablassen wie jetzt andere Kinder, aber auch da gerne mal hinschauen.

00:47:48: Oft.

00:47:49: ändert sich da die Qualität, also da ist nicht mehr so die Zeit entscheidend, die Bildschirmzeit, sondern die Qualität.

00:47:56: Wir haben hier ein Nachbarsjungen, der Jonas, der dreht so BMX-Videos so im Wald, dreht er die sehr aufwendig und schneidet die.

00:48:05: Und dieses Schneiden und Sichten und das dauert mehrere Stunden am Wochenende, da würde doch keine Mutter der Welt reinkommen und sagen, also du mit deinem BMX, also das ist ja, nein, da kann man mal Schluss machen.

00:48:16: Nee, das ist total grandios, was der da macht.

00:48:18: Aber das dauert.

00:48:20: Aber da korrigiert man ja nicht die Bildschirmzeit, sondern man darf einfach wahrnehmen, der macht da was richtig Cooles gerade.

00:48:26: Also das ist auch so eine Beobachtung, dass wenn die Kinder Eltern werden, dass sich die Qualität, was sie damit machen, programmieren oder wie auch immer, dass die sich auch ändert und dass sie dann auch wirklich so ein bisschen auch ins Ausprobieren kommen.

00:48:40: Was gefällt mir?

00:48:41: Was gefällt mir nicht?

00:48:42: Und ist das nicht immer so einfach so ein Stupides?

00:48:47: Fortnite spielen oder FC spielen, sondern einfach so, was kann ich mit diesem Medium anfangen, was interessiert mich da?

00:48:55: Und das ist auch wichtig und da sind wir am Ball und haben es im Blick und das reicht oft und da ist die Tür mal offen, was das angeht.

00:49:04: Ansonsten seid nicht perfekt, seit keine perfekten Eltern, seit Wimmelbucheltern.

00:49:12: Es gibt viele viele Baustellen.

00:49:14: Ordne die Baustellen, wenn man sich da immer schon drüber Gedanken macht über die Frisur des Teenages, wenn man sich da schon drüber aufregt, dann hört man an dem Tag wahrscheinlich nicht mehr auf.

00:49:24: Also da wirklich auch schauen, Jucio Battles.

00:49:27: schon schauen, was es mir wert, was es mir wichtig, dass ich mich jetzt da weiterhin aktiv zeige und Teenager sich an meiner Meinung weiter da deutlich abarbeiten kann und reiben kann, da zu schauen, was es mir wichtig, aber das weiß unser Teenager meistens auch, das haben wir jahrelang vorgelebt, was uns wichtig ist, von daher ist das ja erstmal auch alles gut.

00:49:51: Wichtig ist, immer nicht, dass wir alles richtig machen, sondern letztlich ist es wichtig, dass sich unser Kind das Richtige für sich daraus zieht.

00:50:01: Und das finde ich noch immer wichtig.

00:50:03: Und das geringt oft, würde ich sagen.

00:50:08: Genau.

00:50:08: Aber ansonsten gerne natürlich auch.

00:50:10: Es gibt das Schilmerbuch.

00:50:12: Am Ende der Geduld ist noch viel Pubertät übrig.

00:50:16: Das haben sehr, sehr viele Eltern gelesen und da... Weiß ich drauf hin, dass das auch mit Sicherheit hilfreich sein kann.

00:50:24: Link in den Show Notes.

00:50:25: Genau, gerne.

00:50:26: Ja, natürlich.

00:50:28: Auf jeden Fall.

00:50:28: Das soll ja auch ein bisschen Lust machen, sich mehr mit deinem Thema auseinanderzusetzen.

00:50:33: Ich kann es ebenfalls empfehlen.

00:50:35: Es ist sehr kurzweilig.

00:50:36: Es ist auch kein dicker Schmökern.

00:50:38: Man kommt da sehr leicht und unterhaltsam durch und hat auch nicht das Gefühl, da belehrt zu werden oder dass einem was beigebracht wird, sondern es ist viel mehr.

00:50:48: Ich habe mich sehr gehört gefühlt.

00:50:51: Matthias, vielen Dank für das Gespräch.

00:50:53: Mir hat es groß und Spaß gemacht.

00:50:54: Schön, dass wir die Zeit gefunden haben.

00:50:57: Ja, vielen, vielen Dank.

00:50:58: Dann freue ich mich, wenn wir uns mal irgendwann mal live sehen.

00:51:02: Ja, genau.

00:51:03: Ich mich auch.

00:51:03: Matthias, vielen Dank und alles Gute.

00:51:07: Dankeschön.

00:51:08: Tschüss.

00:51:09: Tschüss.

00:51:10: Ja, das war Hört euch stark heute mit Matthias Jung, Diplom-Pädagoge, Familiencoach.

00:51:16: Autor und Redner.

00:51:18: Ich hoffe, ihr schaltet auch beim nächsten Mal wieder ein.

00:51:20: Macht's gut, tschüss.

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