Aufwachsen 6 - Kindliche Sexualität

Shownotes

Kindliche Sexualität ist ein Thema, das viele Eltern verunsichert und oft mit Scham, Unsicherheit oder Angst besetzt ist. In dieser Folge sprechen wir mit Frieder aus der Familienberatung der Caritas offen und unaufgeregt darüber, was kindliche Sexualität eigentlich bedeutet, was alles normal ist und wo Eltern sensibel hinschauen sollten. Es geht um Aufklärung ohne Überforderung, um Grenzen und Schutz – und darum, wie ein sachlicher, respektvoller Umgang Kindern und Eltern Sicherheit geben kann.

Die Familienberatung der Caritas Bodensee-Oberschwaben findet ihr hier.

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Transkript anzeigen

00:00:02: Willkommen bei.

00:00:03: hört euch stark den eltern podcast die karitas bodensee oberschwamm.

00:00:19: Hallo und herzlich willkommen bei.

00:00:20: hört euch stark unserem eltern podcast.

00:00:23: heute mal wieder mit einem spannenden thema.

00:00:26: ich sage das fast jedes mal aber es ist wirklich so dass ich auch die Meisten Themen von uns sehr spannend finde.

00:00:31: und heute ist es vielleicht noch mal ein bisschen was Besonderes, weil es heute um kindliche Sexualität gehen wird.

00:00:37: Was ja ein Thema ist, was gerne mal mit Charme behaftet ist, über das man vielleicht nicht so gerne spricht und nicht so offen spricht wie über andere Themen und darüber zu sprechen, dass deswegen vielleicht umso wichtiger ist.

00:00:51: Und bei mir zu Gast ist zum Wiederholten mal mein Kollege Frieder.

00:00:55: Hallo, Frieder.

00:00:56: Hallo

00:00:56: Florian.

00:00:57: Findest du auch, dass es sich bei unserem Thema heute ein besonderes Thema handelt?

00:01:00: Ja,

00:01:01: du spielst das gleich gut an.

00:01:02: Das ist ein ganz besonderes Thema und es ist schon interessant, dass sobald es um Sexualität geht, das löst immer ganz andere Sachen aus als normalerweise.

00:01:14: Sexualität ist natürlich ein sensibles Thema und vor allem kindliche Sexualität.

00:01:21: Thema, ich sage mal, mein Eindruck ist da ja schon bei vielen eine große Verunsicherung.

00:01:28: Und auch, ja, eine Schwierigkeit dann wirklich drüber zu reden.

00:01:32: Weil halt jeder logischerweise denkt okay, ich mache dann eine Aussage dazu und ja, welche Aussage ist dazu okay?

00:01:42: Was geht?

00:01:44: Was finden die anderen komisch?

00:01:46: Wie finden die dann mich?

00:01:47: Bein Erfahrung nach löst das oft zum Schweigen aus.

00:01:49: Die Leute wollen gern von mir was hören, aber selber halten es sich dann zurück, dazu Aussagen, dazu machen.

00:01:56: Ja, ich denke, also ganz ehrlich gesagt, ich könnte mir vorstellen, dass es eher kein Thema ist, wo die Leute ständig darüber sich austauschen.

00:02:05: Du kennst

00:02:05: diese

00:02:05: Qualität, oder?

00:02:07: Ja, das sehe ich genauso.

00:02:08: Also, ich glaube, wir bekommen das bei uns in der Familie ganz gut hinter einen total entspannten und offenen Umgang damit zu haben.

00:02:15: Aber wenn es jetzt darum geht, dass im Gespräch zu thematisieren, dann spricht man ja ständig über seine Kinder als Eltern, gerade mit anderen Eltern.

00:02:23: Aber das ist jetzt kein Thema, was natürlicherweise so im normalen Gespräch regelmäßig aufkommt.

00:02:30: Und

00:02:30: wenn es dann halt, wenn es irgendeine Gelegenheit gibt, dass Kinder dann irgendwas Sexuelles... machen, was ihre sexuellen Neugier da zeigen, dann ist es auch oft zwischen befreundeten Eltern plötzlich eine Hochspannung.

00:02:43: Was hat das Kind gemacht?

00:02:44: Also es wird ganz anders geguckt, ob ein Kind irgendwie sich so eine Berührung handelt und womöglich eine sexuell gefärbte Berührung oder ob es einer im anderen, was weiß ich, die Schulter geboxt hat oder so.

00:02:59: Zumindest in dem, wie man darüber reden kann und was für eine Spannung das gleich auslöst.

00:03:04: Ist ja auch klar, also ich denke, Das ist immer das, was sich unter dem Thema offene Gesellschaft benenne ich das ja.

00:03:15: Der wird das Glück haben zu leben, eine Gesellschaft, die unheimlich viele Möglichkeiten bietet und wo du als Individuum auch ganz viele eigene Entscheidungen treffen kannst.

00:03:24: Und die Schwierigkeit ist natürlich, das heißt, die Normen sind oft nicht so von vornherein festgelegt.

00:03:31: Es ist nicht so, du bist nicht in einem engen Kasten von moralischen Normen drin, sondern du kannst selber dir überlegen, wie finde ich es gut, wie möchte ich es haben und kannst viele Sachen selber entscheiden, aber du musst es auch entscheiden und deswegen weiß man natürlich auch nicht so ganz genau.

00:03:47: Wie würden die anderen entscheiden, was finden die da gut und was finden die nicht zu gut?

00:03:52: Und um über so ein Thema oder über so was gut reden zu können, brauchst du natürlich Leute, denen du vertraust.

00:03:58: Würde auch dich mal traust, was offen zu sagen.

00:04:01: Also einen Austausch mit guten Freunden oder überhaupt mit Freunden ist gut.

00:04:05: Sobald es öffentlicher wird, wird es ganz schwierig, denke ich.

00:04:09: Und es ist ja auch einfach ein sensibles Thema.

00:04:11: Wir wollen das ja auch gar nicht runterspielen.

00:04:13: Bei der Sexualität geht es in den intimsten Lebensbereich von den Menschen.

00:04:17: Das ist natürlich sensibel.

00:04:19: Und das ist, glaube ich, auch ein Stück weit total verständlich.

00:04:22: Und natürlich, dass man besonders aufpassen möchte und vielleicht auch besonders unsicher ist.

00:04:27: Genau.

00:04:28: Wir reden jetzt drüber.

00:04:29: Wir reden jetzt drüber.

00:04:30: Genau.

00:04:30: Weil drüber geredet werden muss natürlich trotzdem.

00:04:32: Es ist ja nicht so, dass die kindliche Sexualität nicht existiert.

00:04:36: Auch wenn das vielleicht die Elterngeneration vor uns noch so gelebt hat, als ob es das gar nicht gäbe.

00:04:43: Aber es ist nicht so.

00:04:44: Kinder sind ... quasi von Geburt an sexuelle Wesen, die neugierig sind und die der Erfahrungen machen.

00:04:51: und die Neugier macht natürlich auch nicht vor dem Thema halt.

00:04:55: Hier habe ich gelesen, die sexuelle Entwicklung des Menschen beginnt bereits vor der Geburt im Mutterlife, wenn sich beispielsweise die Geschlechtsorgane der ungewohnten Kinder herausbilden.

00:05:04: Es fängt wirklich mit Beginn der Bildung des Körpers an, dass auch Sexualität da ist.

00:05:13: Es beginnt von Anfang an.

00:05:15: Und was klar ist, ist, dass man eben unterscheiden muss.

00:05:20: Kindliche Sexualität bedeutet natürlich, dass Kinder mit allen Sinn, den eigenen Körper und die Welt um sich herum wahrnehmen und entdecken.

00:05:30: Also die Kinder, die fangen ja von Anfang an, die Welt mit ihrem Körper zu entdecken.

00:05:36: Also die, bei denen läuft er, bevor sie überhaupt etwas begreifen können mit den Händen.

00:05:45: Begreifen sie erst mit dem Mund.

00:05:47: Das heißt, sie nehmen die Kirt, die Umwelt, zunächst mal vor allem über den Mund war.

00:05:53: Der ist ein ganz wichtiges Organ.

00:05:56: Und dann auch über die Haut natürlich.

00:05:58: Saugen an der Brust oder Flasche, Nuckeln am Schnuller, Gegenständen, Finger.

00:06:04: Und die Zärtlichkeit, die sie da wahrnehmen, das nehmen sie mit.

00:06:08: Das ist auch eine lustvolle Erfahrung.

00:06:09: Das finden sie schön.

00:06:13: Natürlich bedeutet das auch ganz viel für ihre, wie sie sich fühlen, also, dass sie sich geborgen und sicherstühlen.

00:06:22: Und das in unserem Vorgespräch, was gesagt, das fand ich total wichtig, um zu begreifen, wie Kinder ihre Umwelt wahrnehmen, nämlich, dass es diese Unterscheidung gar nicht gibt.

00:06:30: Dass ein großer Unterschied zwischen Erwachsener und kindlicher Sexualität ist, ist, dass in der Selbstwahrnehmung von einem Kind diese Unterscheidung... gar nicht existiert.

00:06:41: Also die nehmen halt ihre Umwelt wahr.

00:06:43: und ob jetzt eine Berührung, also ob das jetzt was Sexuelles hat oder nicht, den den Unterschied gibt es ja bei einem Kind jetzt erst mal nicht, weil es das Verständnis dafür noch gar nicht gibt, die sind einfach auf alles neugierig.

00:06:54: Genau.

00:06:54: Und haben Empfindungen gute oder schlechte.

00:06:58: Genau.

00:06:59: Und gerade nach unserem Vorgespräch auch nochmal Gedanken gemacht und ich habe gedacht, dass manche Erwachsene so die Vorstellungen haben, Kinder sind harmlos.

00:07:08: Ich denke schon, dass es Vielleicht in manchen Zeiten und auch bei manchen Menschen so die Vorstellung ist, deswegen so, Kinder sind harmlos, die haben doch gar keine Sexualität.

00:07:18: Also harmlos in diesem Sinne.

00:07:20: Und die dann eher schon... Wenn Kinder dann, wenn sie plötzlich merken, Kinder empfinden Lust oder Kinder berühren ihre Genitalien und empfinden dabei Lust, dann sind die zuerst mal geschockiert.

00:07:31: Und ich habe auch schon erlebt, selbst in der Beratung, dass natürlich Leute kommen zu mir und sagen, ist das normal?

00:07:37: Oder hat mein Kind eine Störung?

00:07:39: Oder ist das, auch wenn es Leute von außen sehen, ist das ein schlimmes Anzeichen für was?

00:07:44: Ja, läuft da was falsch in der Familie oder was?

00:07:47: Also das löst gleich ganz viel aus.

00:07:50: Darin steckt immer die Vorstellung, Kinder sind noch harmlos, die haben doch nichts mit Sexualität am Hut.

00:07:57: Und wenn man natürlich einfach einem klar ist, dass Kinder von Anfang an sexuelle Wesen sind, dann wird einem auch klar, dass das genau das, was du sagst.

00:08:09: Der Unterschied ist, natürlich sind Kinder insofern eben harmlos, wie du es gerade beschrieben hast, die machen einfach keinen Unterschied.

00:08:19: Ob die jetzt im Matschen oder mit einer Knetekneten oder die Mama und Papa dem Kind über die Haare streicheln und das Kind das spürt oder ob es gestreichelt wird oder geschmust wird oder geküsst wird oder ob sie ihre Genitalien berühren, die finden schöne Berührungen einfach schön.

00:08:48: Und empfinden da diesen körperliche, schöne Gefühl.

00:08:52: Und das ist ein Lustgefühl, was man dabei empfinden kann.

00:08:55: Das ist logisch, das ist unsere erwachsenen Dinge.

00:08:56: Und wir denken von der erwachsenen Sexualität aus.

00:08:59: Die ist zielgerichtet.

00:09:01: Die hat oft ganz viel mit Genitalien zu tun, mit Erregungen, mit Besfriedigung vor allem.

00:09:07: Verlangen, Befriedigung, dieses Verlangens.

00:09:10: Das ist der Unterschied.

00:09:11: Ja.

00:09:12: Und es gibt natürlich aber auch die Neugierde gegenüber Unterschieden zum Beispiel.

00:09:16: Na ja, das ist, wenn man es wird anders

00:09:18: aus als ich.

00:09:19: Man kann sich das ja angucken, eigentlich ist es so, dass mit jedem Entwicklungsfortschritt, den das Kind macht, alles was es kann, ist es in der Lage, neue Sachen zu machen und sich für neue Sachen zu interessieren.

00:09:31: Neugierde ist eine Antriebsfeder, eine Motivation.

00:09:36: Ein Bedürfnis, das Menschen neue Sachen zu entdecken und Menschen interessieren sich einfach für neue Sachen.

00:09:43: Deswegen ist sexuelle Neugier einfach etwas, was auch von Anfang an weg hinten an da ist.

00:09:48: Also für alles, was halt mit Körper zu tun hat.

00:09:51: Und wenn man sich die Entwicklung mal so durchguckt, am Anfang ist es klar, da wird alles in den Mund gesteckt.

00:09:56: Da ist das halt das Ausdruck der Neugier.

00:09:59: Und ich meine, so aus Elternsicht oder aus erwachsenen Sicht ist das ja ganz unproblematisch, weil das das Kind mit dem Mund alles berührt, okay, man schützt es so vor, dass das nicht... den Boden alles ableckt und sich keine Keime holt oder so.

00:10:14: Aber man findet das ja vollkommen okay.

00:10:18: Und auch wenn dann die Kinder irgendwann kommt dann die Hand ins Spiel, Hand-Auge-Koordination ist dann erst ein Meilenstein, dass die Kinder da mehr Fähigkeiten haben.

00:10:28: Dann nehmen sie halt alles in die Hand und stecken sie sich dann aber auch wieder gleich in den Mund.

00:10:32: Und irgendwann können sie dann wirklich mit den Händen Sachen angucken und es ist dann wirklich zu beobachten.

00:10:38: wenn sie dann langsam stehen können, dass sie einfach auch mehr in der Lage sind, den eigenen Körper anzugucken und ihre verschiedenen Körperzonen überhaupt zu entdecken.

00:10:51: Und die merken dann, dass man eben auch, wie man Lustgefühle kriegen kann in verschiedenen Sachen, Genitalien, dass die besonders empfindlich sind oder dass es Lustgefühle macht, Stuhlgang festzuhalten und rauszudrücken.

00:11:07: Wenn sie dann älter werden, dann kriegen sie natürlich auch mit.

00:11:11: Okay, ich bin ich und es ist ja dann so im Laufe des zweiten Lebensjahres, dass so die ich andere Unterscheidung dann möglich wird.

00:11:19: Und je ausgeprägter das ist, das Bewusstsein, dass es da die anderen gibt, desto mehr interessiert man sich natürlich auch für die anderen.

00:11:26: Und dann fangen sie an, ihr eigenes zeigen zu wollen, kommt dann sowas wie so eine Zeigelust, also dass sie auch ihre Ausscheidung zeigen wollen und sich zeigen wollen nackt.

00:11:37: Und dann fangen sie natürlich auch an zu vergleichen.

00:11:41: Wir sehen andere aus und gucken sich dann, was weiß ich, die Eltern an, falls sie die mal irgendwann nackt zu sehen kriegen.

00:11:48: Ja, wir sehen die aus und wollen sie vielleicht berühren oder so.

00:11:52: So geht es halt immer weiter.

00:11:54: Um das genau zu sehen, natürlich dann später, was heißt später im Alter, mit der Zeit dann halt, wenn sie in der Lage sind, wirklich... mit anderen Stück weit Freundschaften zu schließen oder mit anderen richtig zu interagieren, dann kommen natürlich auch die berühmten Doktorspiele, also dass man halt, wie nennt sich das, so schön, Körpererkundungsspiele mit gleiche Allträgen, ja, die kommen dann natürlich.

00:12:21: Was ja spannend ist, ist, dass sie die ganzen Sachen am Anfang natürlich für die Außenwelt auch noch recht unproblematisch ist, wie soll ich drauf reagieren?

00:12:31: Mit der Zeit in manchen Situationen vielleicht die Frage.

00:12:36: Ich reagiere jetzt darauf, wenn mein Kind mich da berühren will.

00:12:40: Und

00:12:40: das ist dann nicht mehr ganz so leicht zu beantworten.

00:12:43: Und das merken die Kinder natürlich auch, weil die merken, das Thema ist für Erwachsenen ein Thema, ein sensibles Thema.

00:12:49: Die Kinder können das natürlich nicht so benennen, aber sie merken das.

00:12:54: Ja, und dann beginnt diese Unterscheidung.

00:12:57: Ja, und dann beginnt es auch so, dass die Kinder natürlich die stellen ja auch Fragen dazu.

00:13:02: Und irgendwann wird sie merken, die Außenwelt hat dann Probleme damit, die Fragen so leicht zu beantworten.

00:13:08: Dann kann es auch sein, dass die Fragen oder die Wörter, die immer sagt, provokativ werden und dass die Kinder die Eltern da herausverordern.

00:13:17: Und ich weiß aus Erfahrung, das ist für die Kinder.

00:13:20: Das Tolste ist auch noch in späterem Alter, Popo-Kaka-Witze zu machen.

00:13:27: Das löst immer Begeisterung aus, weil die Eltern und Kinder, wenn sie die Wörter aussprechen, das finden die einfach klasse.

00:13:33: Weil sie genau wissen, das sind so spannende Wörter.

00:13:40: Damit kriege ich eine Reaktion.

00:13:41: Genau.

00:13:42: Jetzt können

00:13:43: wir auf jeden Fall schon mal festhalten, bei dem eigenen Erkunden des Körpers und allem was dazu gehört erstmal total entspannt sein darf und auch sollte.

00:13:51: Naja, sexuelle Neugier gehört einfach von Anfang an dazu.

00:13:54: und auch dieses Körper erkunden, also deswegen auch Körper anderer erkunden wollen, dass Kinder da neugierig sind oder auch das Kinder einfach sich selbst stimulieren und auch selbst da Lust empfinden und da... Hier in meiner Fachzeitschrift lese ich, das sechste Jahr Kindliche Selbstbefriedigung ist weitverbreitet.

00:14:18: Manipulation und Handlung, die mit Lust und Erregung einhergehen.

00:14:23: Aber es ist auch schon bei kleineren Kindern da natürlich.

00:14:26: Nur wird es das Bewusstsein, dass wir das Kinder das bewusst einsetzen und wissen, das macht Spaß, das Bewusstsein dafür, das entwickelt sich natürlich im Laufe dieser Jahre, der Ersten.

00:14:40: Und dann kommt eben mit der Zeit auch die interaktive Komponente dazu, nenn ich es mal, dass man nicht mehr nur sich selbst erforscht, sondern auch die Neugierde hat auf andere Menschen.

00:14:54: Und wenn viele Eltern vielleicht mit dem eigenen erforschen noch total entspannt umgehen können, setzt oft spätestens dann die Unsicherheit ein.

00:15:04: Was darf ich dazu lassen?

00:15:06: Wie sollte ich darauf reagieren?

00:15:07: Mache ich da was kaputt, wenn ich nicht reagiere?

00:15:10: Mache ich was kaputt, wenn ich reagiere?

00:15:12: Ich glaube, spätestens da ist die Unsicherheit sehr verbreitet.

00:15:16: Genau.

00:15:17: Wichtig ist hier zu überlegen, in welcher Welt wir leben.

00:15:21: Also unseren äußeren Bezugsrahmen auf unsere sexuale Moral hin.

00:15:27: Wir leben ja nicht einzeln als Individuen für uns selber.

00:15:31: sondern wir leben in einer bestimmten Zeit, wo bestimmte Sachen als okay gelten und andere als nicht okay gelten.

00:15:37: Und das unterscheidet sich ja auch noch von Region zu Region, wo was okay gefunden wird und wo nicht.

00:15:46: Unsere Sexualmoral soweit eine offene Sexualmoral ist die in Richtung sexuelles Selbstbestimmung.

00:15:55: hinlaufen soll, dass man Menschen dazu befähigt, selbst verantwortlich mit sich und respektvoll mit anderen umzugehen.

00:16:04: Ich sage mal so, wenn man es mal aus psychologischer Perspektive sieht, man will natürlich eine gesunde Person als Eltern, man will nachher eine gesunde Person haben und die Voraussetzung für eine gesunde Sexualität, die besteht darin, dass die Person gesund ist und zu.

00:16:20: Gesundheit gehört in Bezug auf Sexualität natürlich nicht nur die körperliche Gesundheit, sondern gehört dazu, dass sie in erster Linie mal ein positives Selbstbild hat, dass das eine Person selbstbewusst ist und sich selber auch okay findet.

00:16:36: Und zu diesem positiven Selbstbild gehört natürlich ganz wichtig das positives Körperbild dazu.

00:16:42: Also mein Körper ist okay.

00:16:44: Ich fühle mich wohl in meinem Körper, um dies zu fördern.

00:16:48: ist natürlich die Frage, wie macht man das am geschicktesten?

00:16:51: Was macht man als Eltern, damit ein Kind ein positives Körperbild hat?

00:16:56: Und wenn man es mal vom Gegenteil her anguckt, wenn ich natürlich bei jeder Sache, wo mein Kind irgendwie seinen Körper entdeckt, gleich erschrecke und sage, nein, nicht und bloß nicht und höre auf und ist verboten, das wäre nach unserer Vorstellung natürlich so, dass man dann als Kind merken würde, Körper, alles, was mit Körper zusammenhängt, ist schlecht.

00:17:17: Und ich denke, das war auch in unserer Kultur vor einiger Zeit noch relativ verbreitet, dass viele Sachen vom Körper einfach was ganz Schlechtes war.

00:17:27: Inzwischen ist mir eher dazu gekommen, dass man sagt, das ist okay, wenn du dein Körper entdeckst, das ist gut.

00:17:34: Die Botschaft an Eltern ist dann ja reagiert positiv drauf.

00:17:39: Geht da gelassener mit um und das Kind zu lernen, ja, es ist okay, mein Körper ist okay.

00:17:45: Wenn das mir Lust macht, dass du Lust war dabei, hast dich zu berühren, das ist okay.

00:17:50: Andere sind eine gesunde Sexualität, was auch wichtig ist für die Person ist natürlich eine Beziehungsfähigkeit, also dass ich mit den anderen gut umgehen kann.

00:18:00: und dass ich auch respektvoll mit den anderen auch umgehen kann.

00:18:06: Da sind wir ja auch schon dann bei dem Thema, wo es jetzt darum geht, wo sind eigentlich die Grenzen für diese positive Reaktion?

00:18:15: Weil das ist ja der eigentlich kritische Punkt, das fragen sich ja alle.

00:18:18: Also ich glaube, viele würden mir da jetzt leicht zustimmen und sagen, ja, wenn es kind was schön findet, dann reagier ich da auch positiv drauf.

00:18:28: Nur... Es gibt auch irgendwo auch Grenzen, wo ich nichts mitmachen kann oder wo ich das stopp sagen muss.

00:18:33: Da sage ich auch, es gibt diese Balance zwischen der auf der einen Seite zu sagen, du bist okay, du bist so wie du bist vollkommen okay, dein Körper ist okay, dass du berührung und schön findest, ist okay, dass du Lust empfindest, ist okay, deine Neugier ist okay und ich muss ihm gleichzeitig zeigen, hier ist eine Grenze.

00:18:54: Und wo ist denn die Grenze?

00:18:56: Die ist natürlich bei jedem Menschen individuell woanders, aber wo ist denn so nach unserem Verständnis, wie wir jetzt hier gerade dargestellt haben, wo ist denn die gesunde Grenze?

00:19:06: Das Ziel ist natürlich, dass wir das welche Respekt vormiteinander umgehen.

00:19:09: Die Frage ist natürlich, sobald zwei miteinander zusammen sind, wo ist da die Grenze?

00:19:13: Das ist so eine spannende Frage.

00:19:16: Und ich habe für mich das eigentlich in so drei Grundregeln für mich so oft stellt.

00:19:22: Das eine ist die... Respektregel bzw.

00:19:27: umgekehrt negativ formuliert, was die Übergriffsregel.

00:19:32: Also, man kann sich nämlich fragen, okay, was wäre denn nicht okay?

00:19:37: Wo ist die Grenze eindeutig da?

00:19:39: Wenn man sich so eine Regel überlegt, am leichtesten, es gibt ja dann ich und du, und deswegen, wenn man das aus der Ich-Perspektive formuliert, kann man sagen, nicht okay ist es dann, ich bin überlegen, ja, dir jetzt und zwinge dich dazu oder mache dir irgendwie Druck, obwohl du jetzt gerade schwächer bist aus irgendwelchen Gründen, etwas zu tun, was nur mir Spaß macht, auch wenn es dir überhaupt nicht gefällt oder deine Bedürfnisse überhaupt nicht entspricht.

00:20:09: Das ist so die Regel.

00:20:10: Also da steckt der drin, ich bitte überlegen.

00:20:11: Also es gibt ein Machtgefälle zwischen uns.

00:20:14: Also einer ist dem anderen überlegen, ob ich jetzt älter bin als du oder stärker.

00:20:22: ist er egal oder bei Kindern, ob sie entwicklungsmäßig einfach fitter sind und die anderen ganz gut zu was überreden können.

00:20:31: Und dann kommt ihm das dazu, ich zwinge dich, also ich nütze diese Macht aus, doch irgendwas, entweder durch Androhung von Gewalt oder durch das, dass ich weiß, du hast mich gern und du wirst alles für mich tun.

00:20:44: Und deswegen bin ich dir überlegen, weil ich quasi die Beziehungsmacht, die ich über dich hab, ausnützen kann.

00:20:51: Oder ich kann einfach gut dich überreden, weil du noch klein bist.

00:20:55: Das weiß ich.

00:20:56: Wenn ich ein fünfjähriges Kind bin und du bist ein dreijähriges Kind, dann glaubst du mir noch alles.

00:21:01: Dann verrede ich dich schnell zu was und du denkst, das wird schon okay sein.

00:21:05: Also auf den Weise entzwinge ich dich als stärkerer, obwohl du schwächer bist, dazu etwas zu tun, wo du gar nicht auf die Idee gekommen hast.

00:21:15: Es entspricht nur meinem Bedurch, das meinem Spaß.

00:21:18: Ich will was davon haben.

00:21:20: Und es ist womöglich total gegen deine Bedürfnisse.

00:21:23: Das ist die Definition für mich so von Übergriff.

00:21:26: Und das ist natürlich auch die Grenze, wo man sagen kann, das ist nicht okay.

00:21:32: Und deswegen, wenn in den verschiedenen Bereichen, also jetzt, wenn man sich überlegt, meine Eltern, und kriegt mit, dass mein Kind oder ein Kind bei einem anderen etwas so macht, dann können Kinder müssen das lernen, dass es diese Regel gibt.

00:21:49: Es erst okay ist, wenn das Kind sagen kann, okay, wir beide sind gleich stark.

00:21:57: Das, was wir machen, ist, gefällt uns beiden.

00:22:00: Wir lassen jeweils dem anderen die Wahl.

00:22:03: Und wenn jemand dann merkt, nee, es gefällt mir doch nicht, dann kannst du die Entscheidung auch zurücknehmen.

00:22:08: Also nicht mitgefangen mitgegangen, sondern ich kann auch Stopp sagen.

00:22:12: Also dieses Stopprägel gilt auch.

00:22:14: Also so, wenn Kinder jetzt konkret bezogen, wenn man mitkriegt, dass Kinder irgendwie sich erkunden, dann muss halt das Gewerz sein, dass die Kinder beide wirklich was machen, was ihnen beiden gefällt.

00:22:28: und oft die Weise sollte man auch mit den Kindern reden, dass man sagt, okay, wir stimmen an die Wahl, ja, und die Entscheidungen können auch zurückgenommen werden.

00:22:38: Und... Du respektierst, wenn es dem anderen nicht gefällt.

00:22:41: Wenn der andere Stopp sagt, dann hörst du auch da auf.

00:22:45: Und ganz wichtig, du traust dich auch nein zu sagen.

00:22:48: Das ist natürlich eine Fähigkeit, die in der Erziehung grundlegend ganz wichtig ist, Kinder lernen auch, sich da abzugrenzen und sich wirklich zu trauen, nein zu sagen.

00:23:03: sagen, mal mit und ich spüre, dass mir was nicht gefällt, dass ich mich dann auch trau, nein zu sagen und nicht einfach mitmache, weil ich denke, ich müsste mitmachen.

00:23:14: Da kommt wieder dieses positive Selbstbild und Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen rein und auch dieses positive Körpergefühl.

00:23:23: Kinder oder Menschen, die sich trauen und die selbstbewusst genug sind, um zu sagen, ja, Wenn ich ein schlechtes Geschmill habe, dann nehme ich das auch ernst, dass ich es habe.

00:23:35: Und ich darf das auch sagen, nein, das will ich nicht, das gefällt mir nicht.

00:23:40: Die traut sich dann, die könnte ich da auch gut abkämpfen.

00:23:43: Da sind ich einen extrem wichtigen Punkt, den du da ansprichst.

00:23:47: Was du jetzt gerade beschrieben hast, ist ja so die klassische Konsentdefinition, wie sie natürlich auch für Erwachsene gilt und wie sie ja eigentlich auch für jeden Umgang gilt, den den Menschen miteinander haben.

00:24:01: Also meine Freiheit hört da auf, wo deine beginnt.

00:24:04: Und vielleicht muss man den, wenn es in den Körper und in das Sexuellen reingeht, noch ein bisschen enger fassen, als man das vielleicht bei anderen Themen muss.

00:24:13: Also wenn jetzt das eine kennt, das andere überredet, dass man jetzt mit den Autos spielt statt Radeln zu gehen, dann kann ich da jetzt erstmal nichts Schlimmes daran erkennen.

00:24:23: Ein Überreden, wenn es um den eigenen Körper geht, würde mir jetzt schon zu weit gehen.

00:24:28: Und da wäre es mir wichtig, die Grenze nochmal eins früher zu ziehen.

00:24:33: Das Überreden ist dann auch schon nicht mehr okay, weil das eben schon in einen Bedrängen münden kann.

00:24:39: Und da beginnt dann bereits früher die eigene Selbstbestimmung.

00:24:44: Dadurch, dass es natürlich so ein sensibler Bereich ist, denke ich, ist man daher auch vorsichtiger.

00:24:50: Also glaube ich automatisch, dass man natürlich darauf achtet, dass man vielleicht noch mehr drauf guckt, kann ein Kind sich denn wirklich wehren oder nicht.

00:24:59: Also wenn es jetzt um das Auto oder das Spiel mir jetzt mit der Holzeisenbahn oder den Matchbox-Autos, da passiert nichts, wenn ein Kind sich durchsetzt.

00:25:11: Aber wenn es um so körperliche Sachen geht, da ist es natürlich so ein sensibler Bereich, dass man einfach vorsichtiger ist und genauer hinguckt, sicher kann ein Kind sich da wirklich dagegen wehren oder es lässt sich da auch leicht so etwas zwingen.

00:25:27: Drum ist das Machtgefälle ganz wichtig, eben zu beachten, dass das nicht ausgenutzt wird, egal in welcher Form es existieren mag.

00:25:35: Und den zweiten Punkt, den du angesprochen hast, fand ich auch noch sehr, sehr wichtig, das würde ich auch gerne nochmal betonen, dass ich nur dann eine Entscheidung treffen kann, was was meinen Körper angeht, wenn ich dieses positive Körpergefühl und dieses offene Körperbewusstsein habe, weil wenn ich das nicht habe, wenn ich es bereits gewohnt bin, dass der Körper ein Tabu ist, über das man nicht spricht, dass man nicht thematisiert, dass man im Verborgenen macht, dann bin ich als Kind natürlich auch viel mehr in der Gefahr in so eine Situation zu geraten, dass eben was heimlich geschieht.

00:26:10: Ne, wenn du dich traust, das dir klar zu machen und da offen dafür bist, dazu gehört es auch, das überhaupt mal offen zu machen.

00:26:19: Ja, und wenn ich es gewohnt bin, dass Themen, die mein Körper betreffen, als unangenehm wahrgenommen werden, dann habe ich ja auch nicht das Gespür dafür, wenn es unangenehm wird.

00:26:29: Also wenn es mir persönlich unangenehm ist.

00:26:31: Den Unterschied

00:26:31: gar nicht spürst.

00:26:32: Genau, ja.

00:26:33: Deswegen machen wir auch, wenn wir in so Grundschulklassen, machen wir also Projekte zur Prävention gegen sexualisierte Gewalt.

00:26:43: Und da ist ja das erste, da fangen wir mal mit den Gefühlen an, also dass Kinder ihre Gefühle wahrnehmen können und benennen können.

00:26:50: überhaupt mal schon spüren, was sie angenehm, was sie unangenehm finden.

00:26:54: Das ist die Grundfähigkeit, die da dazukommt.

00:26:57: Und dass sie auch dann merken, welche Berührungen sind angenehm und welche sind unangenehm.

00:27:02: und von was hängt das alles ab, auch ob Berührungen angenehm oder unangenehm sind.

00:27:08: Das nächste ist natürlich, was dafür unheimlich hilfreich ist, da sich gut schützen zu können.

00:27:17: Ist das Kind, das ich trauend ist, auch zu benennen, dass sie eine Sprache dafür haben, also dass sie Begriffe haben, dass sie sich trauen, das Wort Penis oder Scheide zu sagen, wenn sie dann mal so weit sind, das sagen zu können, also je nachdem, welches Alter man sich vorstellt.

00:27:32: Aber die Grundschuld lassen ist das ja schon der Fall.

00:27:34: Klar, das ist Grundvoraussetzung, um dann gesunden Umgang damit zu erlernen.

00:27:38: Ich muss darüber sprechen können, das heißt, ich brauche die Worte, ich brauche auch das Bewusstsein, dass es okay ist, darüber zu sprechen.

00:27:45: Und sie brauchen wirklich die Kinder brauchen die Erlaubnis.

00:27:48: Am besten ist natürlich, wenn ich mich trau klar nein zu sagen.

00:27:52: Aber überhaupt mal schon die Erlaubnis zu geben.

00:27:55: als Erwachsene, wenn du dich bei Sachen ganz schlecht fühlst, dann ist es gut, wenn du dann nein sagst.

00:28:02: Das ist natürlich eine Sache, die brauchen Kinder zuerst auch.

00:28:06: Und ich meine, da wissen ja beide Eltern, wir wissen, dass das ein zweisverschneidiges Schwert ist, die Kinder zur Selbstbewusstsein zu erzählen, weil die dann natürlich auch bei allen möglichen Nein-Sagen, das ist ja nicht so kontrolliert, dass die nur bei den Sachen Nein-Sagen, wo wir es wollen, sondern die sagen dann auch bei vielen Sachen Nein, die halt auch nicht wollen, wo wir denken, das könnten sie aber tun.

00:28:27: Also das ist, nach der an dem Selbstbewusstsein, Wir wollen sie natürlich genau dazu erzählen.

00:28:33: Er sagt nein.

00:28:34: und vor allem, wenn es was ist, was in den Extremsituationen, was eben wirklich schlimme Sachen sind, also was in den Bereich Missbrauch geht, wo Erwachsene mit Kindern Sachen machen, die nicht okay sind, da ist natürlich unter aller Hoffnung, dass unsere Kinder dann selbstbewusst genug sind, sofort das auch Erwachsenen zu erzählen und zu sagen und sich trauen zu sagen.

00:28:54: da war was, was nicht okay ist und wir dann helfen können und die Situation da beenden können.

00:29:02: Ja.

00:29:02: Und das ist ja auch eine ganz wichtige Unterscheidung, dass die Kinder wissen, es ist völlig okay, was nicht weiter zu sagen.

00:29:10: Du musst uns nicht alles sagen, was du tust.

00:29:13: Du darfst deine Privatsphäre wahren, aber was nicht okay ist, ist, zum Stillschweigen gezwungen oder überredet zu werden.

00:29:20: Dass der andere sagt, das ist aber unser Geheimnis, das sagst du niemand.

00:29:26: Wenn ich mich damit schlecht fühle, dann ist es eben kein Geheimnis.

00:29:30: Sondern dann darf ich und dann muss ich das weitergeben, weil ein Geheimnis, mit dem man sich schlecht fühlt, ist kein Geheimnis, das man halten sollte.

00:29:37: Was man sehen muss ist, dass dieses mit den Geheimnissen und mit den, wie soll ich sagen, mit den Überkrischen, bei denen geht es nicht um die sexuelle Neugier so wirklich.

00:29:50: Das kann man schon klar trennen.

00:29:53: Wenn ein Mensch oder ein Kind in dem Falle vom anderen so Sachen will, dann geht es immer um die Ausnützung von Macht und solche Sachen.

00:30:04: Das hat meistens wenig mit der sexuellen Neugier zu tun.

00:30:08: Die sexuellen Neugier ist ja genau dadurch ausgezeichnet, dass Kinder da unbefangen sind und halt mal ... ausprobieren wollen und was sehen wollen oder so.

00:30:17: Es gibt ja.

00:30:18: die zweite große Regel ist natürlich die, sag ich mal Gefahrenregel.

00:30:22: Also das ist einfach was kann man abhagen?

00:30:25: bei sexuellen Handlungen genauso wie bei allen anderen Handlungen, würde ich mal sagen.

00:30:30: Das ist nichts was auf Sexualität beschränkt ist.

00:30:33: Aber die Regeln nichts Gefährliches machen.

00:30:36: Auf

00:30:36: jeden Fall.

00:30:36: Das Thema macht nichts Gefährliches.

00:30:39: Das kannst du meinen Jungs gerne mal nahe legen.

00:30:42: Das

00:30:44: wird wenig Früchte tragen, aber es ist genauso wie du sagst, dass wir das so machen.

00:30:49: Das Gefährliche kann man nicht ausschließen und im Bereich der Körperkundung gelten im Grunde die gleichen Regeln wie überall sonst eben mit ein paar Zusätzen.

00:30:59: Das ist

00:30:59: auch für die Zweischneidigkeit von... der Erziehung zu mutigen selbstbewussten Menschen.

00:31:05: Weil das ist das, man will immer mutige Kinder haben.

00:31:08: Nur Mut ist natürlich, Mut heißt auch die Genrisiko ein und machen auch gefährliche Sachen.

00:31:14: Das steht an der Vortrag von Angst.

00:31:17: Ja, die Unterscheidung ist so einem Kind vielleicht auch gerade gar nicht klar.

00:31:20: So bin ich jetzt mutig, weil ich mit dem Fahrrad über die Rampe springe und bin ich mutig, weil ich mir eine Erbsensohr stecke.

00:31:26: Das ist ja vielleicht erst mal die gleiche Art von Mut.

00:31:29: Aber diese Unterscheidung zu verstehen, das ist dann eben wieder unser Job als Eltern.

00:31:34: Und darum haben wir eben auch diese Regel gemacht, was ihr wollt, aber Gegenstände in Körperöffnungen, das lassen wir einfach weg.

00:31:41: Das ist grundsätzlich klar auszusprechen als konkrete Leger.

00:31:46: Ich denke,

00:31:47: wenn es um das Thema Grenzen geht, dann gibt es noch so eine, mich ist das so, ich habe das als dritte Regel mir definiert oder mir überlegt und ich verwende da immer das Wort Anstand.

00:32:00: Anstand ist ja so ein bisschen fast sehr altmodisch, als Work-Beinag schon.

00:32:04: Ja.

00:32:06: Ich finde es aber wichtig, genau das zu verwenden, weil es dreht sich ja darum, wir reden jetzt immer nur über die beiden Kinder, in dem Falle, oder die beiden Menschen, die miteinander was machen und dann der Respekt vor dem anderen.

00:32:20: Ja, und die sind ja aber nicht zu zweit, sondern die sind immer in irgendeiner bestimmten Situation.

00:32:25: Diese Situation, da sind irgendwie die anderen mit dabei oder auch nicht dabei.

00:32:30: Aber das geht darum, wie ist das für die anderen?

00:32:34: Was sagen die anderen dazu?

00:32:35: Gib mir ein Beispiel.

00:32:36: Beispielsweise,

00:32:38: wenn jetzt ein Kindergartenkind entdeckt hat, dass es schön ist, sich zwischen den Beinen zu massieren.

00:32:50: Und die jetzt einen Ruheraum haben.

00:32:54: Zum Beispiel.

00:32:55: Und in dem Ruheraum... Das Kind in der Ecke liegt, um möglich sich dazwischen Beinen massiert.

00:33:01: Dann ist ja die Frage, was sagt jetzt die Umwelt dazu?

00:33:04: Was sagen die anderen dazu?

00:33:06: Und dann, das denke ich, da müssten die anderen sich dann überlegen, was finden wir anständig und was finden wir nicht anständig?

00:33:13: Was auf Anstand bedeutet nur, was passt jetzt für uns in dieser Situation, in unseren Rahmen?

00:33:19: Ich weiß, dass es Einrichtungen gibt, die sagen, bei uns ist das in so einem Ruheraum, wenn es niemand anders stört, dann können die Kinder das schon machen.

00:33:27: Andersom gesagt, wir kriegen es, höre ich immer, man kriegt es auch gar nicht weg.

00:33:30: Also wenn man Kinder Nein sagt, die machen es trotzdem, das lässt sich gar zu leicht kontrollieren.

00:33:35: Andersrum, deswegen meine ich, das Beispiel wäre, wenn das Kind jetzt morgens im Morgenkreis da sitzt, und sich zwischen den Beinen reibt.

00:33:46: Dann können die Erzieherinnen natürlich sagen, okay, diese Situation, das finden wir nicht gut.

00:33:50: Es stört einfach die anderen.

00:33:51: Also da ist es so die Frage, was ist noch gut für die anderen?

00:33:55: dann?

00:33:56: Ist das was störendes oder nicht störendes?

00:33:58: Und ich denke, da gibt es natürlich viele Umgebungen und ich würde sagen, viele Kulturen, die da ganz unterschiedlich drauf reagieren.

00:34:07: Und mit Kultur meine ich jetzt nicht.

00:34:10: Die Kulturen als solche, sondern meine ich, jede Familie hat ihre eigenen Familienkultur.

00:34:14: Und die einen finden vielleicht Nackteid v.a.

00:34:18: okay und finden das gut, nackt in der Wohnung rumzulaufen und die anderen finden es eher unangenehm oder schäms oder sind da nicht so offen und finden das einfach nicht toll.

00:34:28: Und ich ermutige da... Auch alle immer zu sagen, ihr als andere dürft es schon auch definieren, in welcher Situation finden wir es okay und wo finden wir es nicht okay?

00:34:38: Also, wenn mein Kind dann ständig irgendwo beim Abendessen nackt rum sitzen will, dann darf ich ja sagen, das möchte ich aber nicht haben.

00:34:46: Zieh dir was an oder so.

00:34:48: Also, das finde ich, das darf auch von außen festgelegt werden.

00:34:52: Also, verlauter Offenheit in Richtung sexuelle Entwicklung und sexuelle Neugier.

00:34:59: was miteinander machen und nicht übergrifflich sind, aber die Umwelt muss es ja nicht überall ertragen.

00:35:06: Also die können ja ins stelle Camerline gehen, aber die müssen nicht das in der Öffentlichkeit machen.

00:35:11: Also das meine ich mit, es gibt immer automatisch einen Anstand, der von den anderen definiert wird, festgelegt wird, dann redet man nur meistens eben nicht drüber.

00:35:22: und genau deswegen, weil man nicht drüber redet und weil es da ganz viele verschiedene Kulturen in Anführungszeichen gibt.

00:35:28: ist es auch so schwierig zu wissen, was ist denn eigentlich, wo grad anständig?

00:35:32: Was finden, wie finden es die anderen noch okay oder nicht?

00:35:35: Das ist für mich ein ganz schwieriges Thema, wo auch nicht so leicht darüber geredet wird.

00:35:39: Und wenn man noch als Beispiel Kindergarten nimmt, allen Kindertageseinrichtungen wird empfohlen, ein pädagogisches und auch sexualpädagogisches Konzept zu machen, wo sie im Team überlegen, unter einbezug der Eltern noch, sodass alle sich darauf einstellen können, hier in dieser Einrichtung herrscht diese Kultur, so damit umzugehen.

00:36:02: Wir regeln das so und wir regeln das anders.

00:36:05: Das ist für uns noch okay.

00:36:07: Und mit dieser Form, wie gehen wir mit Berührungen um zwischen Kindern, zwischen Erwachsenen und Kindern und so.

00:36:16: Also da ist es gut, wenn Leute sich darauf einstellen können, ah ja, so handhaben wir das da so.

00:36:22: Da kann man auch offen drüber reden dann.

00:36:24: Ja, finde ich einen guten Punkt, dass man sich auch bewusst macht, dass vor lauter ich möchte mein Kind ohne sexuelle Repressionen erziehen.

00:36:32: dass es nicht bedeutet, dass man nicht trotzdem, wie in jedem anderen Lebensbereich, auch Grenzen sitzen darf.

00:36:38: Da habe ich wirklich schon oft Hemmungen erlebt.

00:36:40: Also bei Leuten, die dann da sagen, ja, ich darf doch nicht, ich will das ja nicht jetzt einschränken.

00:36:47: Ja, ist das jetzt, ist das, ist das gleich was Schlechtes und so, wo ich sage, na ja, wie geht es Ihnen dabei?

00:36:52: Finden Sie das jetzt so toll, wenn Sie gerade da irgendwie ein Lego spielen mit dem Kitt und jetzt fängt es an, Sie selbst zu befriedigen?

00:37:00: Da sagt man doch, hey, jetzt nicht.

00:37:02: das sonst waren, aber ich habe jetzt, jetzt spielen wir gerade miteinander, jetzt hat das gerade keinen Platz.

00:37:06: Es ist okay, wenn dir das Spaß macht, aber ich möchte jetzt hier mit ihr spielen.

00:37:10: Ja, wir essen nicht auf dem Sofa.

00:37:13: Das drauf muss ich auch zu sagen und nur bei dem Thema haben Leute dann wahnsinnige Hemmungen überhaupt noch, auch auf ihre eigenen Grenzen zu achten.

00:37:21: Auch Beispiel Eltern zum Beispiel.

00:37:23: Auch Eltern können ja sagen, wie sie können spüren, was ist für meine eigenen Grenzen.

00:37:29: Da gilt es ja genauso, dass die sich trauen, nein zu sagen und ihrem Kind zu sagen, nee, das möchte ich nicht, oder vielleicht die Berührung, die ist mir unangenehm, das möchte ich nicht haben.

00:37:39: Man darf ja auch sagen, ich will ja nicht nackt gesehen werden oder so.

00:37:42: Das ist für mich die Sache, die hat einfach damit zu tun, das ist die Umwelt und in welcher Situation.

00:37:49: es war so okay.

00:37:51: Tatsächlich super Punkt, dass auch da die Grenzen gesetzt werden dürfen und auch sollen.

00:37:56: Vielleicht gibt es aber auch tatsächlich einen realen Unterschied, weil Wenn ich jetzt meinem Kind sage, wir essen nicht auf dem Sofa, dann kommt mein Kind nicht auf die Idee, dass Essen was Schlechtes ist.

00:38:05: In der Sexualität ist es vielleicht dann doch noch mal ein bisschen sensibler, wo man vielleicht auch noch mal ein bisschen genauer darauf achten muss, dass das auch richtig ankommt.

00:38:15: beim Kind.

00:38:16: Nur weil du hier jetzt nicht nackt rumlaufen sollst oder dich hier nicht berühren, während wir am Essen sitzen oder Lego spielen, heißt das nicht, dass es was Schlechtes ist.

00:38:24: Dein Kind spürt da halt deine eigene Haltung und deine eigene Anspannung.

00:38:28: Und wenn du natürlich da sehr angespannt bist, dann spürts das ja auch raus und dann merkt es auch, okay, das ganze körperlich ist was Komisches.

00:38:37: Und wenn du natürlich in diesem Sinne Nicht so ein Problem damit hast du und nur sagst, hey, das ist ja schon okay, aber jetzt nicht hier.

00:38:45: Das spürt dein Kind natürlich auch, dass du den Unterschied machst.

00:38:50: Wenn du in der Lage bist, das sozusagen, dann ist das für dein Kind vielleicht gar keine andere Äußerung als das mit Messen.

00:38:57: Aber das hängt von dir und deiner Anspannung ab.

00:38:59: Und ich denke, auch da sollten natürlich Eltern gnädig mit sich selber sein.

00:39:04: Man kriegt es vielleicht nicht ganz so locker rüber.

00:39:09: Ist ja auch die Realität, dass es natürlich ein Thema ist, was vielleicht Anspannung und Scham auslöst.

00:39:17: Es ist ja auch ein Thema, deswegen dieses Anstand.

00:39:21: Kinder lernen ja auch, sich zu schämen.

00:39:24: Die lernen ja, dass es nicht überall okay ist.

00:39:27: Erwachsene sind ja auch verboten, einfach nackt über den Marktplatz zu springen.

00:39:30: Meines Wissens, oder?

00:39:32: Ich weiß nicht.

00:39:33: Ich glaube, es gibt kein Gesetz gegen Nacktheit.

00:39:35: Also jetzt, ich weiß nicht, ob man das... Also das ist schon so, wenn ich richtig informiert bin, dass es das durchaus einfach sich nackt, irgendwo in vollkommen unpassenden Gelegenheiten auszuziehen, dass es nicht erlaubt.

00:39:48: Die unpassende Gelegenheit ist es, diese Macht, genau.

00:39:50: Also wenn es niemanden stört, ist es nicht verboten.

00:39:53: Aber auf dem Marktplatz würde ich mal davon ausgehen, dass es nicht sehr gut ankommt.

00:39:56: Und dann ist es auch nicht gestattet, weil es dann entweder das öffentliche Ärgernis oder eben die Nötigung ist.

00:40:02: Na ja, klar.

00:40:03: Wahrscheinlich ist das eben der Gesichtspunkt, dass du andere damit absichtlich stößt, indem du dich präsentierst.

00:40:07: Genau.

00:40:08: Es ist eben kontextabhängig.

00:40:10: Das ist ja auch was, worüber wir sprechen, dass es wichtig ist, zu verstehen, dass es keinen gut und schlecht gibt, sondern es gibt nur einen passend und unpassend.

00:40:19: Genau.

00:40:19: Ich darf nackt sein, ich darf mich berühren, ich darf andere berühren.

00:40:23: Der Kontext ist entscheidend.

00:40:24: Und welches

00:40:25: Thema wir bisher noch vollkommen ausgelassen haben, ist natürlich diese Frage, wie rede ich überhaupt?

00:40:29: Muss ich überhaupt mit meinen Kindern darüber reden?

00:40:31: Oder wie rede ich überhaupt über Sexualität mit meinen Kindern?

00:40:37: Muss ich denn da gleich was erzählen, damit ihr alles wissen und vorbereitet sind?

00:40:41: Oder wie mache ich das eigentlich?

00:40:43: Eltern sind oft auch unlocker, weil sie ja auch nicht gewöhnt sind, darüber zu sprechen.

00:40:48: Und weil es deswegen gar nicht so einfach ist, wie rede ich denn überhaupt über Sexualität?

00:40:53: Ja.

00:40:54: Man hat ja dann nicht automatisch eine Sprache dafür, wie rede ich jetzt kindgerecht darüber?

00:40:59: Ja.

00:40:59: Und ich glaube, wir sind auch die Generationen Eltern, die da wirklich den Willen hat und auch den Anspruch, ein total offenes, natürliches Verhältnis zur Sexualität zu haben und das den Kindern auch zu vermitteln, sind aber tendenziell eine Generation, die noch nicht so aufgewachsen ist.

00:41:15: Das stimmt, ja.

00:41:16: Und da kannst du natürlich gut sein, dass da der eigene Anspruch und die Fähigkeit so ein bisschen auseinanderdriften.

00:41:23: Und man würde gerne, aber

00:41:24: man stellt

00:41:24: fest, ne, ich bin doch nicht so locker, wie ich es gern wäre.

00:41:27: Es ist leichter, wenn du halt selber der Erfahrung hast, was hat mir gut getan, wie hat mir drüber geredet, was war da okay.

00:41:33: Und wenn du die Erfahrung hast, also du sagst ja, wir haben selber noch nicht erfahren und wollen es aber anders machen, deswegen muss man sich sehr neu ausdenken.

00:41:41: Das ist immer schwieriger.

00:41:43: Und dann musst du erst mal selbst eine Sprache finden dafür.

00:41:46: Was es einfacher macht, sind immer alle Hilfsmittel, denke ich.

00:41:49: Das habe ich schon verschiedentlich gehört, gerade bei den Vorträgen, wenn man so, die ich da zum Thema mal halte.

00:41:56: Da sagen die Teilnehmerinnen immer, es war zum Beispiel sehr hilfreich, in die Bibliothek zu gehen, hat eine gesagt.

00:42:04: Und da gibt es die tollsten Bilderbücher und die alles dermaßen klar benennen, wie ich mich selber ja nicht trauen wurde.

00:42:13: dass man das so ausspricht.

00:42:14: Aber da steht alles drin und die Kinder hören sich das an und sind total neugierig und finden das spannend und können das auch gut hören und es vorliest oder wenn sie selber lesen und stellen dann Fragen dazu.

00:42:27: Und das ist überhaupt natürlich das Grundprinzip von dem Ganzen, die kindlichen Fragen.

00:42:35: Kinder, wenn die Fragen haben, wenn das Familienklima offen genug ist, trauen die sich Sachen zu Fragen.

00:42:41: Also die Voraussetzungen für die Fragen sind die Offenheit des Familienklimas.

00:42:46: Dass Kinder das vertrauen haben, ich kann auch Fragen stellen, die ich so spannend finde oder meine Eltern halten das auch aus, so schwierige Fragen zu kriegen.

00:42:56: Und wenn man die Befürchtung hat, dass man dieses Klima so nicht ganz hinbekommt und dass es eben doch immer noch so ein Thema ist, dann helfen natürlich Hilfsmittel wie so ein Buch ungemein, um die Tür mal aufzumachen.

00:43:07: Dann schaut man sich das gemeinsam an und liest das zusammen durch und dann hat man da schon mal so ein bisschen eine Grundlage geschaffen.

00:43:13: Genau.

00:43:14: Dann habt du sich auch selber entlastet.

00:43:16: Wenn es einfach selber merkt, es ist jetzt nicht so, dass ich so locker darüber reden kann, dann ist das eine super Variante, um das gut hinzukriegen.

00:43:24: Wenn die Fragen dann kommen, dann sind die ja der allerbeste Indikator dafür, was denn jetzt im Moment gerade angebracht ist und was das Kind jetzt braucht und wofür es in der Lage ist.

00:43:33: Also ich glaube, es ist einfach immer die Antwort auf die Frage.

00:43:37: Und wenn eine Frage kommt, wo kommen denn die Kinder her?

00:43:42: dann muss ich jetzt nicht mit Eisprung und Befruchtung einer Eizelle daherkommen im ersten Moment, sondern dann ist halt eben die klare und direkte Antwort die Wachsen in der Mama.

00:43:52: Und wenn dann die nächste Frage kommt, wie kommen sie da rein, dann kann man das Gespräch ja weiterführen.

00:43:56: Genau,

00:43:57: du erklärst das wunderschöne Beispiel.

00:43:59: Du merkst, dass du direkt was dies mit deinen Kindern gerade in dem Alter sind oder du das so richtig nahe hast, wahrscheinlich.

00:44:07: Wir haben

00:44:07: tatsächlich sehr früh damit angefangen und da kamen auch schon früh Fragen, also sobald es darum ging, was man so für Körperteile hat und was man sich gefragt hat, wie bin ich eigentlich hier gelandet, kam das sehr früh und also es gab auch gar keinen Aufklärungsgespräch, wie man das vielleicht selber noch so... bekommen hat, wenn man überhaupt aufgeklärt wurde von den Eltern, dass man sich da einmal hinsetzt und sagt, so mein Kind, wir müssen dir was sagen, dass mit den Blümchen und den Bienen funktioniert folgendermaßen.

00:44:35: Das ist ja eigentlich Quatsch und mit keinem anderen Thema mache ich so.

00:44:39: Also ich setze mich auch nicht hin mit meinem Sohn und sage so, Elektrizität, da müssen wir jetzt einmal drüber sprechen und dann ist das Thema abgehakt.

00:44:46: Das ist ja was, das kommt auf und wird je nach Entwicklungsstand

00:44:50: und

00:44:51: Neugierde das Kindes dann eben vertieft.

00:44:55: Du hast ein schöner Beispiel erklärt, aber es ist klar, dass Kinder, wenn sie eine Frage stellen, auch reif genug für eine Antwort sind.

00:45:02: Selbst wenn die Antwort, du nicht so kindgerecht hintkriegst und vielleicht Sachen sagst, die das Kind nicht kapieren kann, weil du vielleicht gut vorbereitet drauf bist, kurz mal von Einsprung reden würdest, dann interessiert dich das Kind einfach nicht.

00:45:17: Es wird nur das, was es verstehen kann.

00:45:18: Also es passiert ja auch nichts Tragisches, dass das Kind die Antwort nicht scheit kapiert.

00:45:23: Idealerweise gibt es schon natürlich die kindgerechte Antwort, mit dem das Kind dann zufrieden ist und merkt, ah ja, das war jetzt okay auch die Frage zu stellen.

00:45:31: Ich glaube, das ist die Hauptsache.

00:45:32: nochmal, das merkt, das ist ein Thema, wo ich fragen darf und wo es okay ist, eine Frage zu stellen.

00:45:38: Und klar, das hast du ja auch schon gesagt, wie mit dem Beispiel mit dem Eissprung, es kommt dem Kind nicht auf die Technik an.

00:45:44: Und bei Sexualität sollte man auch nicht über die sexuellen Handlungen, das sexuelle Verhalten, wie das passiert und wie man das macht und was da wehr macht, bedenken, sondern... Das, was man als Eltern beitragen kann bei Kindern ist natürlich diese Gefühlsebene mit zu benennen.

00:46:00: Dass man klar ist, wie fühlen die Leute sich und das macht ihnen das schön.

00:46:06: Und die fühlen sich wohl und fühlen sich nahe.

00:46:11: Und wie man das halt kindgerecht ausdrücken will.

00:46:16: Ich glaube, dass das für ein Kind auch erst mal aus völlig unterschiedlichen Richtungen kommt, oder?

00:46:21: Also die Frage, wo komme ich her und wie bin ich entstanden?

00:46:24: ist erstmal ziemlich weit weg von dem, wie funktioniert mein Körper und wie ist es, wenn ich mich berühre und berührt werde.

00:46:31: Das läuft dann natürlich irgendwann zusammen, aber ich glaube für so ein drei, vier, fünf, sechs-jähriges sind es erstmal zwei Themen, die man auch... total gut getrennt voneinander behandeln kann.

00:46:41: Ja, genau.

00:46:42: Wenn du das in der Bibliothek mit deinem Kind sitzt und das da ganz konkret die Bilder sieht, wie die mit Entstehung des Kindes und Sexualität und sexuellen Handlungen, da ist es ja vielleicht passend, dass man dann bei den Kindern dann noch diese Gefühlsihmene anspricht.

00:46:56: So stehen wir das vor.

00:46:58: Ich glaube, das Kind selber fragt, hat eine ganz bestimmte Vorstellung gerade im Kopf und will was ganz Bestimmtes von dir wissen.

00:47:06: Ein Unterschied ist vielleicht auch noch, dass, was jetzt das körperliche, das mechanische quasi wie es funktioniert angeht, da kann ich ja auch locker warten bis mein Kind auf mich zukommt oder bis es sich einfach natürlich ergibt oder Fragen kommen.

00:47:20: Jetzt bei der sexuellen Selbstbestimmung muss ich natürlich schon selber aktiv werden, weil das sind vielleicht Themen, da kommt jetzt mein Kind nicht von alleine drauf, aber das ist wichtig, dass ich da von Anfang an altersgerechten Bewusstsein dafür schaffe, was eben gerade körperliche Autonomie angeht, dass mein Körper mir gehört und dass mich keiner auf eine Art berühren darf, wie ich das nicht möchte.

00:47:41: Also diese ganzen Themen, die wir jetzt im ersten Teil von unserem Gespräch angesprochen haben, das muss man, glaube ich, schon deutlich unterscheiden.

00:47:47: Da darf ich jetzt nicht warten, bis mein Kind zu mir kommt, sondern das ist Teil der der normalen Erziehung, dass ich einfach auch aktiv vermitteln muss.

00:47:54: Genau, das würde ich auch so sehen, dass einfach das Thema hierfür das Thema Da warte ich auf die Fragen und antworte auf die Fragen, die das Kind haben will und brauche dann nicht weiter, das Kind nicht weiter nachfragt, brauche ich auch nicht lange Erklärungen abgeben.

00:48:12: Während das andere Thema ist im Prinzip, dass ich Kind klar mache, wo sind die Grenzen?

00:48:18: Das kann ich ja von Anfang an bei jeder Handlung machen, was ist okay, was ist nicht okay, das spürt mein Kind ja in jeder Reaktion von mir.

00:48:26: Und das, was du meinst, ist ja, dass man da eben auch gerade dieses Thema im Körper umgehen ist, was sensibles und da muss man vorsichtig sein und da ist Respekt genau so wichtig wie anderswo, aber noch besonders wichtig, das muss man vielleicht direkt ansprechen dann.

00:48:43: Oder so hast du es auch gemeint.

00:48:44: Genau

00:48:45: so habe ich es gemeint.

00:48:46: Dass man das eben nicht in den Kopf fahren muss, dass die Kinder auch daraus führen sollen von da hin.

00:48:52: Es wird schnell knifflig bei dem Thema.

00:48:54: Selbst wenn man versucht, ganz unbefangen damit umzugehen und das vielleicht auch gut hinbekommt, trifft man halt doch immer noch auf die Umwelt.

00:49:01: Und es

00:49:01: ist einfach nach wie vor bei jedem Satz so, dass man denkt, oh, kann man das so sagen?

00:49:05: Oder hat jetzt schon wieder was gesagt auf die schnelle, was doch nicht ganz so stimmt und was man nicht so sagen kann.

00:49:11: Das ist schon ein sensibles Thema.

00:49:13: Wir waren gefangen.

00:49:16: Aber wir haben versucht und ich glaube, wir haben es auch geschafft, da ganz offen darüber zu sprechen.

00:49:20: und haben uns jetzt ja auch so ein bisschen im Gespräch an den drei Grundregeln entlang gehangelt.

00:49:27: Die können wir vielleicht nochmal in kurzen Sätzen zusammenfassen.

00:49:30: Das fand ich eigentlich total sinnvolle Grundlage, auf die man sich immer wieder besinnen kann, wenn Unsicherheit herrscht.

00:49:38: Also der Konsens, den man auch in anderen Lebensbereichen kennt, nur vielleicht nochmal erweitert um den Aspekt des Überredens.

00:49:44: Und bei der Gefahr haben wir es noch ergänzt um Gegenstände in Körperöffnungen, die einfach aus Sicherheitsgründen uneingeschränkt gültig sein darf bei Kindern.

00:49:53: Und der Anstand ist dann das Zusammentreffen mit der Gesellschaft und mit den anderen Bewusstsein dafür zu haben, dass man sich eben immer in einem sozialen Gefüge befindet und dass es wie bei allen anderen Tätigkeiten auch den richtigen und den ungeeigneten Raum dafür gibt.

00:50:07: Es hast du sehr schön zusammengefasst.

00:50:09: Ich fand das klasse als Schlusswort.

00:50:11: Wunderbar.

00:50:11: Dann lassen wir es doch so stehen.

00:50:14: Okay.

00:50:15: Dann musst du jetzt auch die Verabschiedung machen.

00:50:17: Na, stimmt.

00:50:18: Also vielen Dank fürs Gespräch, Florian.

00:50:20: Hat mir richtig Spaß gemacht.

00:50:22: Wie immer.

00:50:24: Gleichfalls.

00:50:24: Ja, Frieder, auch danke zurück an dich.

00:50:26: Und wir hören das bestimmt zum anderen Thema mal wieder.

00:50:29: Ja, genau.

00:50:30: Cool.

00:50:30: Das war mal wieder.

00:50:32: Hört euch stark.

00:50:33: Diesmal mit einem kniffligen,

00:50:35: aber auch

00:50:35: spannenden und essenziellen Thema.

00:50:37: Danke fürs Zuhören.

00:50:39: Macht's gut.

00:50:45: Hört euch stark, wird produziert von der Caritas Bodensee Oberschwaben und unterstützt von der deutschen Fernsehlotterie.

00:50:58: Weitere Infos und alle Folgen gibt es unter machteustark.com und überall wo es Podcasts gibt.

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