Trennung 2 - Bedürfnisse der Kinder

Shownotes

Was erleben Kinder, wenn sich ihre Eltern trennen – und was hilft ihnen, mit dieser Veränderung gut umzugehen? In dieser Folge geht es um die Bedürfnisse von Kindern in Trennungssituationen: um Stabilität, ehrliche Kommunikation, emotionale Sicherheit und die Frage, wie Eltern ihre Kinder schützen können, ohne sie aus schwierigen Realitäten auszuschließen. Im Mittelpunkt steht die Perspektive der Kinder – und was sie in dieser Phase wirklich brauchen.

Die Familienberatung der Caritas Bodensee-Oberschwaben findet ihr hier.

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Transkript anzeigen

00:00:02:

00:00:19: Hallo und willkommen zu hört euch stark.

00:00:22: Heute mal wieder eine Remote Aufzeichnung, ich habe gar niemanden hier im Studio aber zwei Gäste schauen mich erwartungsvoll über den Bildschirm durch die Webcam an.

00:00:34: Und zwar darf ich heute begrüßen meinen Kollegen Frieda der in der Erziehungsberatung tätiges Hi-Frieder.

00:00:43: Und der Leon ist heute mit dabei.

00:00:46: Hi, Leon!

00:00:47: Servus!

00:00:49: Ja cool dass ihr beide heute euch mit mir unterhaltet.

00:00:53: wir sprechen eine ganze Staffel lang über das Thema Trennung und wollen heute mal besonders auf die Kinder schauen.

00:01:04: Frieder du bist quasi als unser Experte da.

00:01:06: Du machst in deiner Tätigkeit nicht nur Erziehungsberatung, sondern eben auch Paarberatungen und da geht es eben leider auch mal um Trennungen.

00:01:16: Ja genau!

00:01:18: Und Leon du bist heute da als ein Trennungskind?

00:01:23: Genau ja!

00:01:25: Wachst Du vielleicht direkt mal anfangen so zwei drei Sätze zu dir und dein Background und warum Du heute hier bist?

00:01:32: Ja also ich bin der Leon, bin vierundzwanzig und meine Eltern haben sich.

00:01:40: Also ich war schon vor neun Jahren, das ist jetzt auch schon ein bisschen her.

00:01:44: Genau!

00:01:45: Das war halt ein bisschen eher schwieriger Alter, so vierzehn und fünfzehn.

00:01:53: Ja, ich war dann auch viel von zu Hause weg oder jede Minute die in der Heimsee haben mich irgendwie anders genutzt oder war bei meinen Kumpels unterwegs.

00:02:06: Ich habe viel bei meiner Oma gewohnt, genau.

00:02:10: So habe ich eigentlich die erste zwei-drei Jahre, die so richtig Harik überbrückt.

00:02:18: Okay also du sagst gleich ... Die Zeit war Harik.

00:02:23: Magst du mal ein bisschen erzählen?

00:02:24: Wie hat sich das für dich dargestellt?

00:02:27: wie hat sich alles gezeigt von Anfang an?

00:02:30: Wie hast du es mitbekommen?

00:02:32: Wie lief das alles ab?

00:02:34: Also... haben wir Sonntagmorgen aufgewacht und das Haus war leer, plus mein Vater war noch da.

00:02:43: Und dann hat er gesagt, wir gehen einfach spazieren.

00:02:45: Ja, und dann hat der mir erzählt, dass er jemand Neues kennengelernt hat und sich trennen möchte von meiner Mama.

00:02:56: Dann wusste ich erst mal geil so was mit mir anfangen, denn bin ja nicht Fahrradpakt und bin zu meinem Kumpel gefahren.

00:03:06: Da war ich dann erst mal zwei Tage.

00:03:09: Genau!

00:03:10: Und haben wir selber gewusst, wie er da mit umgangen soll und wollte auch jetzt niemanden sehen.

00:03:17: Auch jetzt nicht unbedingt gleich mit meiner Mama oder meinen Schwester.

00:03:22: Ich habe eine kleine Schwester, die ist zwei Jahre jünger als sie, mit denen irgendwie darüber sprechen.

00:03:28: Ja...

00:03:30: Dich hat das kalt erwischt?

00:03:31: Du hattest keine

00:03:31: Ahnung?!

00:03:33: Das Gespräch war quasi so von Null auf Hundert.

00:03:37: So ungefähr.

00:03:38: Okay.

00:03:38: Klar, das war der Form mit meinen Eltern.

00:03:41: Das hat mir schon gemerkt, dass es nicht mehr so harmoniert oder vielleicht auch jetzt so sein sollte wie es, ja, wenn man sich das wünscht.

00:03:48: Mhm.

00:03:49: Aber dass es vielleicht jetzt gleich so kommt, war mir jetzt jetzt so bewusst.

00:03:55: Mhm

00:03:56: okay dann ist das natürlich erst mal ein Schlag vorn Kopf und deine Reaktion war dann... Danke Tschüss!

00:04:03: Ja

00:04:04: gar kein Bock drauf.

00:04:07: Ja, verständlich.

00:04:09: Und so ging es dann auch weiter?

00:04:10: Wenn du gerade schon gesagt hast, du warst dann wenig zu Hause in der nächsten Zeit...

00:04:15: Also die erste Zeit hat sich meine Eltern dann immer so abgewachsen mit mir, haben sie mal Haus gewohnt und dann wart mal der Papa, war ein Wochenende weg und dann waren wir da und dann wieder haben sie sich abgewechselt.

00:04:30: In dieser Zeit hatten meine Mutter bei ihre Eltern, die auch eine eilige Wohnung hätten.

00:04:37: Ja, unterkommen.

00:04:39: Genau und dann so das ... Wie heißt es?

00:04:41: Nicht-Modell glaubt.

00:04:43: Mhm.

00:04:44: Ausprobiert genau.

00:04:46: Das hat sich aber auch ziemlich schnell von meiner Mama auf jeden Fall überhaupt gut angefühlt.

00:04:52: Und dann hat sie den Babern ausgeschmissen.

00:04:55: So, klar, genau!

00:04:57: Okay okay... Und gab's nach diesem ersten Gespräch einen Moment wo man sich als Familie zusammengesetzt hat dass alles besprochen wurde?

00:05:07: oder ging es eher so, wie ist denn halt lief?

00:05:12: Ich

00:05:15: glaube eher so.

00:05:15: Wie ist dann halt lieff also im ersten Jahr dann so, ja zwei Tage später, glaub ich war nicht mehr mit meiner Mama und meiner Schwester zusammen gesetzt.

00:05:29: aber das war immer so, wir haben nie alle zusammen darüber gesprochen oder wie ... Das war glaube auch alle zu stark Verletzt irgendwie.

00:05:41: und ja, man wollte sich klar vielleicht auch gegenseitig jetzt gleich sehr.

00:05:48: Also ich hatte auch viel Wut in mir muss ich ehrlich sagen.

00:05:53: Wo ging die Wut hin?

00:05:59: Eigentlich glaubt mein Vater auf jeden Fall... ...mein Mutter das sie sich gibt.

00:06:09: Irgendwie als erwachsener Mensch das nicht schafft dass wir uns da zusammen rufen können irgendwie.

00:06:19: Und das konnte viel so, dass es mal nicht gut läuft und viele schaffen's aber auch wieder.

00:06:26: Und klar jetzt im Nachhinein muss ich sagen ja eigentlich über die Situation so wie sie ist ganz froh!

00:06:36: Es ist jetzt harmonisch und wir kennen da alle zusammen zum Mittag gestern gegangen alle vier.

00:06:43: Aber der Weg dahinten war schon lang

00:06:49: Und auch nicht optimal, so aus deiner

00:06:52: Sicht.

00:06:52: Ich weiß nicht wieso was ganz optimal vorausbekannt

00:06:59: ist.

00:07:02: Deine Eltern waren verheiratet?

00:07:04: Genau ja.

00:07:05: Das

00:07:05: heißt das kam dann auch zur Scheidung und das ist ja auch ein relativ langwieriger Prozess.

00:07:12: Das große Spray thema ich kann auch immer denn finanzielle bei so Sachen und da hätte mir vielleicht auch manchmal grünscht dass dass man da nicht so offen über das Thema mit uns spricht oder uns da vielleicht auch meine Schwester mir ein bisschen außervor lässt.

00:07:31: Weil manchmal klar, denn die Wut aus dem Eurer anderen Bericht, als war es abbaue und Mama, sie sind gegen das halt schlecht übereinander sprechen oder sich Vorwürfe machen hat.

00:07:45: Das tut eigentlich weh wenn man Geile bräust.

00:07:48: wo nach mit der Information was man jetzt damit anfangen soll.

00:07:53: Ja klar, da sind die Kinder eigentlich nicht der richtige Empfänger für sowas.

00:08:00: Frieda... Frieda, typische Geschichte?

00:08:05: Also es ist unheimlich spannend das zuzuhören jetzt und weil es unheimliche viel natürlich drin ist von dem was wir so in unserer Beratungsstelle auch mitkriegen beziehungsweise nicht mit kriegen um sowasom zu sagen weil das sind ja deine Eltern.

00:08:20: ich weiß nicht ob sie irgendwie in Beratung gekommen sind aber Du hast zumindest jetzt so beschrieben Leon, dass die ja das irgendwie selber sich überlegt haben.

00:08:31: Also klar bei den finanziellen Sachen da brauchen sie Finanzberatung.

00:08:36: nur von dem wie Sie jetzt das gemanagt haben diese Trennung und dieses Nestmodell Das hat sich nach recht klarem Schnitt für dich angehört.

00:08:49: Das ist ja unsere Realität, dass zu uns in die Beratungsstelle kommen natürlich die ganzen Menschen, die da Schwierigkeiten damit haben irgendein Modell auf die Reihe zu kriegen und wo das klappt.

00:09:02: Deswegen bestätigt für mich zunächst mal die Sache, dass es natürlich die meisten oder die überwiegende Zahl von Eltern kriegen, das irgendwie auf der Reihe.

00:09:14: Und was du auch gesagt hast, Ich war aushaushausig die ersten zwei Jahre, da war es Haarek.

00:09:23: Das ist auch von der Statistik so dass man sagt auch in Unterstück gesagt gibt's eine optimale Form.

00:09:31: also die Statistikt sagt ja dieser Konflikt den es braucht für eine Trennung der ist einfach da.

00:09:37: und deswegen ich habe immer diese Zahl anderthalb Jahre Konflikteniveau hoch So sagt man so schön.

00:09:47: Das gehört dazu und das ist auch bei Familien, die es natürlich gut auf die Reihe kriegen wollen... ...und die das nachher auch auf der Reihe bekommen, dann wieder in eine ruhige Phase zu kommen, braucht's das durchaus?

00:10:01: Also da waren noch viele andere Sachen drin, aber das ist einfach was mir jetzt so ausgegangen ist.

00:10:11: Ja!

00:10:11: Man probiert's halt oder?

00:10:13: Es hat ja keiner gelernt Sondern jeder landet in dieser Situation und versucht dann irgendwie damit umzugehen.

00:10:20: Also deine Eltern haben keine Beratung jetzt wahrgenommen, so gerade was der Frieder macht hier bei der Karitas oder?

00:10:28: Nö, Herr Albasson.

00:10:29: Hast du in irgendeiner Form Hilfe erhalten von außen?

00:10:36: Meine Mama ist ab und zu Gott nicht so, weil er im Ogetische Heilbehandlung... Das macht die aber auch sehr gut!

00:10:46: Und da war man, glaubt, zweimal und hat mit der Offizie drüber gesprochen.

00:10:51: Und auch mal alleine oder auf die Brille.

00:10:53: Manchmal schwirschte meine Mama und ich.

00:10:56: Das fand ich auch sehr gut.

00:10:59: Ja aber sonst jetzt so direkt, dass wir da regelmäßig irgendwo sich Beratung suchten oder sowas haben wollen gemacht.

00:11:08: Und gerade in dieser ersten Zeit, also dieses Jahr oder zwei was hättest du dir da gewünscht im Nachhinein?

00:11:14: Was wäre da gut gewesen?

00:11:17: Hättest da jemand gebraucht, der irgendwie so als Mediator oder Moderator ein bisschen reinkommt und euch alle an einen Tisch holt?

00:11:25: Oder hättest du einfach mehr Klarheit von deinen Eltern gebrauchten?

00:11:31: Nachhinein wäre es vielleicht jetzt schlecht gewesen.

00:11:34: Wenn man uns sofort auch ab und zu mal irgendwo genau mit Mediatur vielleicht... wenn man sich manchmal noch hineinhält, dann würde ich mich wünschen dass sie vielleicht öfter klarer gesagt haben, wie es mir damit geht oder was mich ankutzt.

00:11:55: Eigentlich wollte ich immer so, da habe ich das Gefühl gehabt, okay, das braucht's jetzt nicht auch noch.

00:12:02: Es ist schwierig nur.

00:12:04: Wir wessen uns da irgendwie damit arrangieren und was hilft das jetzt drin?

00:12:11: Weil im Auge daran eine tierische Luft macht...

00:12:14: Ja, das ist auch etwas, die Erfahrung machen wir schon auch.

00:12:19: Also wir sagen immer in der Beratung Kinder aus Trennungsfamilien sind ja eher, die versuchen ja dann wenigstens alles gut zu machen als Kinder.

00:12:27: Weil es ist schon so viel Ärger das sie nicht auch noch Ärger machen wollen und deswegen dieses... Eigentlich sind die gezwungen ihre eigenen Bedürfnisse mal hinten anzustellen oder?

00:12:39: So wie du es erzählst passt das für mich ganz gut in die Theorie, die wir da immer haben.

00:12:45: Die wollen ja nicht noch mehr Ärger tun.

00:12:48: Ich meine Florian, du sprichst das so an mit dem alle an einen Tisch holen.

00:12:53: Ich sag mal so in der Beratung haben wir natürlich die unterschiedlichsten Leute, die dann kommen ja.

00:12:59: Lea und deine Eltern sind eben nicht zu uns gekommen sondern zu uns kommen natürlich Leute die vielleicht auch jetzt schon Jugendliche Kinder haben also lang zusammen sind und sich trennen Und natürlich bis hin zudem dass welche noch gar nicht zusammen waren.

00:13:16: Es gibt bei uns immer mehr vor allem so über die geänderte Rolle von Vätern jetzt inzwischen auch, die dann schon automatisch Verantwortung für Kinder auch übernehmen wollen.

00:13:31: Dass Eltern sich kaum kennen aber einfach ein Kind zusammengekriegt haben und nie zusammen waren und dann sagen ich will mein Kontakt mit meinem Kind haben was natürlich dann vielleicht gar nicht so einfach ist dass die Eltern sich da irgendwie drauf einigen wie sie das machen sollen.

00:13:48: Ich denke heute stellen wir uns vor allem den Fall vor, denke ich Florian.

00:13:54: Es wird am besten sein Eltern die sich trennen wenn die Kinder es auch schon irgendwie mitkriegen.

00:13:59: also ob klein oder jetzt schon jugendlich Ob sie auch so geht Leon.

00:14:04: aber meine Erfahrung war dass die Kinder das ist natürlich eine wahnsinnige Verunsicherung ist und das hast du ja jetzt auch gerade zu beschrieben Wenn ich das sage, die kleineren Kinder vor, die einfach noch gar keine Ahnung haben.

00:14:20: So was weiß ich als fünfjähriger.

00:14:22: Weiß mir nicht, was ist jetzt?

00:14:23: Was kann da alles passieren wenn meine Eltern sich trennen?

00:14:28: Hast du als Kind keine Ahnung hast ja kein Zeithorizont und schon Erfahrung aus früheren Trennungen von irgendjemand sondern das ist für dich quasi was Neues, wo du überhaupt keine Ahnung hast.

00:14:40: Was kann da alles passieren?

00:14:41: Und wenn ein Elternteil jetzt plötzlich zum Beispiel ausgezogen ist dann weißt Du ja gar nicht, was macht an der Andere?

00:14:49: könnte es sein dass er auch plötzlich weg ist oder so.

00:14:52: Also das löst zunächst mal eine Angst aus.

00:14:55: Was Kann Da Alles Passieren?

00:14:57: Verliere Jetzt meine Eltern, verliere ich meine Freunde mein Umfeld.

00:15:00: Was ändert sich alles für mich?

00:15:03: Ja also das steht so.

00:15:04: im Zentrum denke Ich.

00:15:07: In meiner Wahrnehmung von den Kindern steht natürlich dieses Bedürfnis, irgendwie wieder in Sicherheit zu sein.

00:15:12: Also dass es klar ist was geht und was läuft.

00:15:19: Auf jeden Fall!

00:15:21: Das hört sich auch so anders, ob das bei dir auch ein bisschen der Fall war?

00:15:24: Dass es dir ein bisschen dem Boden unter den Füßen weggezogen hat Und du warst aber eben dann schon alt genug um zu sagen okay Dann bin ich jetzt eben auch erstmal weg und such mir mein Nest woanders für die nächste Zeit.

00:15:38: Na was du Leon eben erzählt hast, dass nicht nur dir den Boden unter den Füßen wegsorgen hat sondern das dein Eltern ja auch genauso ging und das krieg ich auch bei uns in der Beratungsstelle mit.

00:15:51: Wenn ich gerade extrem im Konflikt mit jemand bin dann ist das letzte von... Das letzte was ich wünsche ist in einer Beratung zu sitzen mit jemandem, den ich eigentlich jetzt gar nicht mehr sehen will.

00:16:02: Die Eltern sind ja auch in einer extremen Krise.

00:16:06: Dann zieht es auch den Boden unter den Füßen weg und es sind existenzielle Sachen, wo alles unklar ist vielleicht.

00:16:15: Also eine Trennung bedeutet ja immer dass du natürlich womöglich dann eben gerade wenn ihr zwei Haushalte hast oder so ein Nestmodell das ist sehr teuer.

00:16:24: also das kostet auf jeden Fall viel mehr Geld als es vorher war.

00:16:29: Zwei Haushalten müssen aufgebaut werden.

00:16:31: Das bedeutet immer finanziellen Abstieg oder finanzielle Belastung zumindest.

00:16:36: Und ja, je nachdem wie die Leute finanziell ausgestattet sind kann es eine extreme existenzielle Ängste auslösen bei Eltern auch.

00:16:47: Und dann ist halt.

00:16:48: Konflikt bedeutete immer Interessen-Gegensatz was einfach da ist.

00:16:52: also jeder hat ein unterschiedliches Interesse und unser Job ist es dann in dem Falle den Blick wieder auf die Kinder zu kriegen was ja für Eltern da ganz schwierig ist, weil die sind so teilweise scheu-klappenmäßig logischerweise drauf konzentriert.

00:17:13: Wie kriegen sie ihr Leben jetzt wieder auf die Reihe?

00:17:15: Und die wissen schon ... Ja, die Kinder sind da!

00:17:18: Nur es ist wahnsinnig schwierig und diese Bedürfnisse der Kinder werden natürlich ein Stück weit aus den Augen verloren oder drohen aus den Augern zu werden.

00:17:33: Wir gucken dann in der Beratungsstelle schon immer wieder, dass wir die Kinder in den Blick kriegen bei den Eltern.

00:17:41: Anfang tut es natürlich mit dem Bedürfnis der Kinder, dass sie wissen wollen wie geht's weiter?

00:17:47: Wie gehts jetzt weiter?

00:17:49: oder war das bei dir auch so?

00:17:53: Selbst mit fünfzehn ist ja so, dass du keine Ahnung hast was passiert jetzt und wie geht es jetzt weiter.

00:17:58: also Klarheit.

00:18:00: Es ist ja so, dass die meisten Kinder verrückterweise denken am besten wäre es wenn Papa und Mama zusammenbleiben würden.

00:18:08: Also das ist so der wie so ein Reflex fast da ist das Kinder selbst wenn der Streit vorher relativ massiv war dass die Kinder immer das an irgendwo sicher träumen soll so weitergehen wie bisher weil das hier auch irgendwie so eine Sicherheit ist da weiß man wie's wahr.

00:18:29: Ja, weil euch sagt so was für Veränderungen kommt es euch einfach überfordert auf alle Arten.

00:18:36: Und die Eltern sind eben komplett überforderd und wissen ja selber nicht wie's weitergeht?

00:18:41: Wie sollen sie dann den Kindern die Sicherheit geben?

00:18:46: also das ist natürlich auch eine blöde Situation.

00:18:50: Da kommt ja die Beratung ins Spiel.

00:18:53: Wir versuchen ja den Eltern einen Raum zu geben, wo die für Klarheit sorgen können.

00:18:59: Also wo sie sich selber mal wieder klar werden können.

00:19:02: wie wollen wir es als Eltern machen?

00:19:05: Und das ist ja auch was du in unserem Vorgespräch schon gesagt hast oder dass diese Klarheit erstmal wahnsinnig wichtig ist.

00:19:13: und wenn man wenn man schon keine Klarheit hat darüber wie's weitergeht Das fehlt hier oft Wie sehen jetzt die nächsten Wochen aus die nächsten Monate?

00:19:23: Was ist dann so das Endergebnis?

00:19:26: Dass die Eltern zumindest in soweit Klarheit kommunizieren, dass die Kinder wissen wir verschwinden jetzt nicht.

00:19:34: Wir sind immer noch eure Eltern und wir sind immer da.

00:19:37: Daran ändert sich erst mal gar nichts.

00:19:39: Da zumindest versuchen ein bisschen eine Sicherheit zu generieren.

00:19:44: Ja, mein erster Schritt ist, dass sich die Eltern selbst darüber klar werden was sie überhaupt tun wollen und erst dann können sie natürlich auch gut sagen.

00:19:54: Also das Grundprinzip ist ja immer, die Kinder kriegen ja wenn die Eltern nichts sagen auch mit dass was im Busch ist.

00:20:01: Das hast du ja auch gesagt Leon, der ist ja vorher schon klar, dass da etwas nicht richtig lief und Es hört sich jetzt so an, dass deine Eltern natürlich dann schon so lange gewartet haben bis es auch eine gewisse Klarheit war.

00:20:16: So machen wir's jetzt!

00:20:16: Da muss ja vorher eine Entscheidung da gewesen sein.

00:20:19: Jetzt machen wir dieses neue Modell und solange haben sie gewartet wie sie dir das ganz klar sagen konnten Und das ist denke ich ne Gratwanderung natürlich Wie die Eltern gut machen können.

00:20:31: Wichtig ist natürlich den Kindern dann wenn man irgendwelche Entscheidungen getroffen hat den Kindern das dann zu sagen, so klar wie es eben ist und manche Sachen vielleicht auch auszusprechen dass man sagt Das weiß ich jetzt noch nicht genau wie es da weitergeht.

00:20:49: Ja das ist noch offen.

00:20:51: Und das was du gerade Florian gesagt hast Dass die Eltern zumindest den kindern sagen können wir haben das im blick Wir sorgen dafür wir gucken drauf und Ich rede jetzt immer von wir die eltern und wir.

00:21:05: also Das ist ja genau das Problem, wenn es den Interessengegensatz gibt.

00:21:12: Dann gibt's auch das wir erst mal nicht in dem Moment?

00:21:15: Dann gibts jetzt wir hier auch nicht sondern da ist der Konflikt

00:21:19: Da kann man ganz schnell dann auf die falsche Art kommunizieren.

00:21:22: Wir haben gerade gesagt wie wichtig so eine klare Kommunikation ist.

00:21:25: aber Leon du hast vorhin auch mal kurz erwähnt dass du bestimmte Sachen lieber überhaupt nicht gehört hättest.

00:21:32: Also gerade wenn es um finanzielles geht oder eben um Streitereien und das eine Elternteil beschwert sich über den anderen, das hilft dann auch nicht als Kind.

00:21:46: Im Gegenteil ich denke der Konflikt ist das eigentliche... also Kinder überstehen vieles!

00:21:53: Man stellt sich als Mensch ja auf verschiedene Situationen ein.

00:21:57: Es gibt auch andere Situation, die schwierig sind und Übergänge lösen immer Angst aus.

00:22:02: Was weiß ich?

00:22:03: In die Schule zu kommen kann auch ... Angst auslösen oder alle Übergangssituationen sind eine Herausforderung.

00:22:14: Nur der Konflikt und vor allem direkt im Konflik mit drin zu sein, da würde ich sagen das ist Gift für Kinder.

00:22:27: Ich vergleiche das immer mit, aber es ist ein sehr geschützter Rahmen.

00:22:32: Und als Kind in dieser Situation ist für dich eine Zwangssituation.

00:22:36: Du hast die beiden Eltern und du hast keine Chance da rauszukommen.

00:22:41: Die Verantwortung von den Eltern natürlich im Blick zu haben und zu wissen bei allem Chaos, was ich vielleicht selber in mir habe und diese ganzen Schwierigkeiten, Und dem, dass der andere Elternteil natürlich immer alles so macht wie ich es blöd finde.

00:23:00: Sorry Leon du hast jetzt immer wieder mal genickt.

00:23:03: Während den Ausführungen... Ich habe das Gefühl dieses in der Mitte stehen und zwischen den Fronten stehen ist was was du gut nachvollziehen kannst?

00:23:13: Ja!

00:23:14: Das war der dauerzeitlang bei uns so.

00:23:17: Mein Mama hat sich dann irgendwann mit meinem Vater mit seinen neuen Freunden, das hat dann auch vielleicht manchmal nicht so harmoniert beziehungsweise wollte er vielleicht auch mehr bei uns sein und hat auch den Wunsch gibt irgendwie irgendwo Bleibe zu haben wo mir da auch da sei kennet.

00:23:39: Und der ist dann wieder.

00:23:41: mein Mama ist auszogen in eine Wohnung plus zwei Straße weiter und mein Papa ist wieder beim Kommen ins Haus.

00:23:49: dann werden wir uns quasi entscheiden können dürfen, wo ihr jetzt wohnen wollt.

00:23:57: Und meine Schwester ist mit meiner Mutter mit und ich bin bei meinem Vater geblieben.

00:24:04: Ja und dann haben wir erstmal so getrennt die Haushaltekette und dann war es ja oft halt auch ich der Informatione übermittler oder wer will?

00:24:19: Wenn ich zur Mama gekommen bin, dann hat sie mich natürlich gefragt ob der Papa in mein Westwest oder ob er was für mich kocht hat wenn ich heimkomme.

00:24:28: Das haben wir euch auch so gemacht und irgendwann ist es aber... Hat sich das nicht mehr gut angefühlt zu... Und dann, ja, bin ich dann auf dem Papa zur Mama zugen.

00:24:42: Da war's zwar halt ein bisschen räumlich, ein bisschen knapp.

00:24:46: Wir hatten alles schlafenzimmer zu wenig.

00:24:49: Und ich und Mama haben uns immer abwechselt mit der Sofa-Schlafe.

00:24:52: Und allnachtig im Schlafzimmer sei, aber in dem Moment ja war es für uns so einfach besser so.

00:25:03: Das hat ein bisschen ... genau dann war das für mich auch einfacher und bin nämlich so zwischendurch in den Fronten gestanden.

00:25:14: Da waren diese Klarheit und diese Ruhe wichtiger als jetzt ein eigenes Zimmer zu haben?

00:25:20: Ja, genau!

00:25:22: Obwohl ich mich da eigentlich schon auch richtig wohlgefühlt habe und klar, wir haben da auf dem Land wohnt.

00:25:26: Wir haben die Hörverhase-Kette, wir hatten Höhenerkette zur Tiere.

00:25:31: das war voll mein Ding.

00:25:32: Die hat Autoritziege, haben wir einen Gartekett.

00:25:36: Das war mein Hobby Und mit dem ja hab ich das dann eigentlich gesagt.

00:25:42: okay in dem Fall Das gehen wir auf aber ich brauch irgendwie Ruhe und wieder was sehr Klarheit.

00:25:56: Und raus sein aus dem Konflikt.

00:25:58: Das finde ich echt spannend, dass du sagst, dass so viel dann auch einfach... Du warst bereit, unheimlich viel aufzugeben nur um aus diesem konflikt rauszukommen und dieses... Also sehe jetzt schon als Bestätigung von dem was ich vorher so gesagt habe das es halt sich so schlecht anfühlt und so je nachdem wie Arg dieser Strom da ist und der Konflikt, dass man das ganz schwer nur aushält.

00:26:28: Ja?

00:26:29: Und bereit ist einiges aufzugeben dafür daraus zu kommen.

00:26:33: Das finde ich schon auch wirklich spannend.

00:26:34: ja weil also ich hätte jetzt erwartet, dass es dann irgendwie keine Ahnung mit deinem Det gekracht hat oder so und du denn deswegen da weg musstest.

00:26:41: aber das war überhaupt nicht der Fall!

00:26:43: Es war an sich gut an dem Ort Aber allein die Tatsache da zwischen den Fronten zu stehen und so der diese Vermittlerrolle ausfüllen zu

00:26:55: müssen,

00:26:56: war dann genug um zu sagen ne das will ich nicht.

00:26:59: Da gebe ich lieber eine Menge auf als dass ich weiterhin dazwischen stehen bleibe.

00:27:05: Ja weil mich würde interessieren.

00:27:07: dann dieses Thema.

00:27:10: Wir durften entscheiden, bei wem wir sind.

00:27:12: Das erlebe ich oft als ein ganz schwieriges Thema für Kinder und Jugendliche weil die sagen dann immer... Ich hatte auch schon mal einen Jungen der war im Wechselmodell zwischen den Eltern und dann hat er gesagt ne das ist unpraktisch für mich das mag ich nicht mehr aber auch sechzehn.

00:27:30: Und er wollte einfach nicht mehr und hat gesagt Bitte entscheidet euch, mir ist egal wo ich bin.

00:27:37: Aber macht ihr das?

00:27:38: Das kriege ich oft so als Wunsch der Kinder und Jugendlichen mit, dass die nicht die Entscheidung sein mögen weil es ja eine riesige Verantwortung ist dann auch wieder.

00:27:49: Die Eltern können sich nicht entscheiden oder haben da kein gescheites Modell und dann wird man als Kind gefragt Und hat ja immer die Befürchtung, jetzt mache ich es einem recht und dem anderen womöglich nicht.

00:28:00: Wenn ich mich für den einen entscheide, dann ist der andere ganz traurig und das will schon als Kind auch nicht.

00:28:06: Bei uns war das natürlich praktisch weil mir oder räumlich so nah beieinander waren also meine Eltern im Flasch rausgekommen haben.

00:28:15: da war das jetzt jetzt so dricks entscheidend genau weil wir mehr schnell auf zu Fuß den anderen reichen konnte.

00:28:27: oder aber klar wenn die räumliche Trennung dann natürlich weiter auseinander liegt, tut man sich da schon schwer.

00:28:35: Natürlich sich zu entscheiden.

00:28:38: Man will sich jetzt entscheiden.

00:28:40: Ja genau!

00:28:43: Ja weil man sich ein Stück weit eben auch immer für einen älteren Teil und gegen das andere entscheidet.

00:28:48: und selbst wenn es jetzt praktische Überlegungen sind, schwingt das ja immer mit.

00:28:55: Mein Einthema kam jetzt überhaupt nicht vor bisher, das ist ja dieses Thema Schuld.

00:29:02: Das war bei mir so ein prägendes Erlebnis wie in der Beratungsstelle.

00:29:10: Wir bieten ja nicht nur Beratung für die Eltern an dass sie miteinander was klären können und wieder irgendwie kommunizieren können sondern wir haben auch Kurse vereltern also Kinder im Blick.

00:29:23: nennt sich das wo ohne den anderen Elternteil direkt dabei zu haben, aber mit anderen Eltern und dass die Männer auch andere Frauen und die Frauen andere Männer mit in dieser Gruppe haben.

00:29:37: So ein Gruppenangebot wo sie sich austauschen können und überlegen können wie kriegt man es am besten hin?

00:29:45: Und wir haben eine Gruppe für Kinder wo die Eltern sich getrennt haben.

00:29:52: diese beiden Gruppenangebote bieten wir regelmäßig an.

00:29:56: Und als ich mal so eine Gruppe für die Kinder gemacht habe, das war damals mit zwölfjährigen.

00:30:04: Da wollten wir von den Wissen nicht mehr genau wie die Fragestellung genau war und wir hatten die Eltern ja in Beratung und wussten sowas, wie kompliziert es da bei den verschiedenen Waren?

00:30:17: Wie stark die Kinder das mitgekriegt haben und haben die Frage irgendwie so gestellt.

00:30:25: Ja, habt ihr den mit gekriegt?

00:30:30: Warum eure Eltern sich getrennt haben?

00:30:33: Und das Frappierende war, dass dann, ich weiß nicht, es waren glaube neun Kinder, die wir da in der Gruppe hatten.

00:30:44: Alle haben gesagt, ist doch klar!

00:30:46: Ich war schuld.

00:30:50: Ich war der Grund.

00:30:51: Meine Eltern haben so viel gestritten über mich, deswegen haben sie sich getrennt und das fand ich schon ... Das war für mich, ich war da richtig schockiert damals dass die ganzen Kinder alle gedacht haben okay ich bin jetzt die Ursache dafür.

00:31:08: Das ist krass!

00:31:12: Das ist ein psychologisches Phänomen.

00:31:14: Man kennt es ja, wenn jemand andere was weiß ich lachen in der Umgebung und man denkt gleich oh haben die wegen mir gelacht haben nämlich ausgelacht.

00:31:22: also das so.

00:31:24: man bezieht Ereignisse die außerhalb von einem passieren sehr leicht auf sich selber.

00:31:29: Und in dem falle ist es ja so dass Eltern sich häufig auch uneinig sind und vielleicht auch über Erziehungsstreiten.

00:31:36: Also ist es naheliegend dann als kind jugendlicher zu denken Ich bin womöglich die Ursache davon.

00:31:42: Aber so krass, das hat mich dann wirklich

00:31:44: schockiert.".

00:31:44: Das ist wirklich heftig ja?

00:32:11: meine Eltern sich trennt und dann ganz klar, dass die sich auseinanderklebt haben.

00:32:19: Dass das Eufa... Die Interesse sind ja einfach auseinandegangen.

00:32:25: Jeder hat was anderes willen und dann war halt der Knackpunkt, dass mein Vater jemand anders kennengelernt hat.

00:32:34: Das ist jetzt wohl im Nachhinein.

00:32:37: also wo es so frisch waren.

00:32:40: War natürlich schon auch die meiste Wut Ja, ging gegen meinen Vater auf jeden Fall.

00:32:49: Klar da war dann die in Anführungszeichen Schuldfrage.

00:32:52: so hatte eine gewisse Eindeutigkeit in der Konstellation.

00:32:57: Das ist was ja auch wieder gut ist.

00:32:59: Für die Eltern aus Elternperspektive ist es ja auch so dass das Thema Schuld und Verantwortung eine große Rolle spielt weil eine Trennung ist natürlich eine Zumutung für Kinder.

00:33:10: Man mutet den Kindern diese Trennungen zu Und aus psychologischer Sicht gesehen ist es natürlich so, dass man sagen kann das eigentlich Schädliche für Kinder ist der Konflikt.

00:33:21: In jeder Form also ein Dauerkonflikt ohne sich zu trennen ist... Der Konflikte ist das Schädlichere.

00:33:27: und wenn Eltern sich gar nicht trennen und den Konflekt immer weitermachen ist es blöd für die Kinder.

00:33:33: Und natürlich genauso, wenn sie sich trennen und es gar nicht aufhört.

00:33:36: Also wenn das nach den anderthalb Jahren sie nicht erst auf die Reihe kriegen irgendwie, sondern der Konflikt über Jahre weitergeht – da spricht man dann von Hochstrittigkeit – dann ist es auch ganz schwierig für die Kinder.

00:33:52: Nur für die Eltern ist es so eine Verantwortung auf sich zu nehmen auch vielleicht jetzt jemanden Neues zu finden und sich dann so zu entscheiden, das bedeutet natürlich große Schuldgefühle.

00:34:08: dann auch wieder was man seinen Kindern dazu gemutet hat.

00:34:11: Müssen Eltern dann auch irgendwie wieder aushalten?

00:34:14: Das sind ja auch schon Erdwege.

00:34:16: Und da habe ich mich manchmal schon auch gewundert über meinen Vater wie der das so gemacht hat ohne es die Hilfe zu suchen.

00:34:28: Das ist schon auch, glaube ich, eine große Belastung für zwei Personen selber.

00:34:36: Zumal Eltern dann ja auch Angst haben ihre Kinder zu verlieren je nachdem also so dass die wenn man selber jetzt merkt mein Sohn der gibt er hat eine wahnsinnige Wut auf mich.

00:34:50: Das stelle ich mir, das löst große Ängste natürlich bei den Eltern aus.

00:34:55: Denn verliere ich... Ich habe es nicht mehr im Überblick bei wem du dann wann wie klebt hast aber bei euch war es ja wenigstens so ein Wechsel.

00:35:03: Mein Teil steht jetzt so unsere Faustregel.

00:35:06: wenn der Konflikt also diese Spannung auf Maximalstufe bleibt Dann ist es sehr logisch dass die Kinder irgendwann daraus müssen.

00:35:16: Also dann entscheiden die Kinder sich irgendwann mal für eine Seite um zu überleben.

00:35:21: Ja, weil die nicht dauernd in diesem Starkstrom das aushalten können.

00:35:26: Und wenn Eltern ihre Kinder mehr die Beziehung zu ihren Kindern aufrecht erhalten wollen und es schaffen wollen dass die Kinder zu ihnen selber und auch zum anderen Elternteil eine Beziehungen weiter leben können Da ist eben entscheidend den Konflikt runterzutimmen und zu klären.

00:35:50: Also ein anderes Thema, was ich denke, was Verlauter über das Konflikt reden und verlaute Konfliktearbeitung gerät.

00:36:00: Manchmal, wenn man es auf die Bedürfnisse der Kinder guckt, gerähten manchmal so die ganzen anderen Bedürfenisse auch fast aus dem Blick.

00:36:10: Jetzt hat mir vor allem dieses Grundbedürfnis nach Sicherheit immer thematisiert.

00:36:15: aber Kinder haben ja auch das Bedürftnis Spaß und Freude, die wollen schlicht und ergreifend ihr kindliches oder jugendliches Leben leben.

00:36:24: Die haben auch Unbeschwertheit.

00:36:28: Also zuallererst wollen sie ja auch normal sein, das sind es ja auch weil sie sind nicht die anders als andere Kinder sondern die Situation ist anders vielleicht als bei anderen.

00:36:41: Ja manchmal wird man auch neidisch als Drennungskind wenn man so Familien um sich hat Wo es super läuft, wo ja oder bei Freunde auch.

00:36:51: Wenn man bei Freunden die Räume ist eingeladen ist und wenn man kumpelträumisch das Familienleber, das vermisst man dann schon auch.

00:37:01: Und kommt schon ab und zu mal wieder auf.

00:37:05: Ja und ich stelle mir vor immer dass es auch kein cooles Thema ist über die Trennung der Eltern mit irgendwem Freunden zu reden?

00:37:12: Also so ein No-Go-Thema eigentlich nirgends Platz hat.

00:37:18: Also das stelle ich mir zumindest immer vor, dass Kinder und Jugendliche darüber eigentlich nIRGENS reden können weil die Eltern sind die schlechtesten Ansprechpartner.

00:37:27: Weil die sind ja mitten drin im Konflikt!

00:37:29: Und aber die Freunde kriegt man mit.

00:37:32: bei den einen Sackstunden ist man neidisch aber auch... Man hat vielleicht welche im Bekanntenkreis wo man weiß, die sind die Eltern auch getrennt.

00:37:39: Aber was ich gehört habe es kein Thema über was man sich da unterhalten kann.

00:37:44: Deswegen ist so gerade bei uns diese Gruppe für die Kinder aus Trennungssituationen da haben wir gerade die Gelegenheit, dass man mal das so thematisch bearbeitet und einfach mal hört achso ist es bei anderen.

00:37:54: Das ist ja gleich oder das kann auch ganz anders sein oder es kann viel schlimmer sein oder Die.

00:38:00: Bei denen war das am Anfang auch sowie bei mir und das hat sich aber jetzt gut weiterentwickelt.

00:38:05: also solche Sachen zu hören Oder wie gehen Antretern mit um wenn sie dann traurig sind oder Angst haben.

00:38:14: Da braucht's einen gesonderten Raum dafür.

00:38:16: Wie war das bei dir, Leon?

00:38:18: Hattest du den Raum?

00:38:19: Hat es bei dir eine Stelle, wo du dich auch einfach mal auskotzen konntest?

00:38:24: Ich hab jetzt so wirklich viel mit mir selber ausgemacht.

00:38:36: Obwohl ja wahnsinnig viele Trennungssituationen überall da sind... Also in jeder Schulklasse gibt´s einen großen Prozentzahl von Familien, die getrennt sind.

00:38:52: Die Kinder bleiben da allein mit dem Thema.

00:38:56: Ja also, erstens mit meiner Schwester, klar über die Zeit sind mir auch richtig eng war ich und meine Schwester wenn wir es sehr leidensgenossen und das dann gegenseitig ab und zu.

00:39:13: Ja, erzählt was uns gerade läuft oder was uns selber gerade führt.

00:39:18: Genau.

00:39:20: Dann hatte ihr euch da wenigstens gegenseitig und...

00:39:24: Gegenseitigt genau!

00:39:25: Und das haben wir auch immer noch.

00:39:26: Meine Schwester und ich sind miteinander auszogen in der Räume.

00:39:30: Also ich mit zwei ja zwanzig.

00:39:35: Und meine Schwester war achtzehn genau.

00:39:37: Wir sind dann auszogen zusammen und lebe Zeit hier in der WG.

00:39:41: Ach cool okay.

00:39:44: Wir haben uns auch gegenseitig immer noch wenn uns was schnirrt.

00:39:49: Okay, das hat dann systematisch weist, gell?

00:39:52: Ja,

00:39:52: das ist super!

00:39:53: Das klingt nach einem Lichtblick in der ganzen blöden Trennungsnummer.

00:40:00: Und seit es so ist, hat meine Mama wieder einen neuen Partner und mein Vater hat eine neue Partnerin.

00:40:08: Und es ist alles wirklich... Es hat sich die Spannung richtig gelöst, sie ist nicht mehr da.

00:40:15: Genau Das ist

00:40:16: cool.

00:40:19: Wünscht man sich natürlich immer als Endergebnis, dass so schwierig es ist, wenn man dann irgendwann an den Punkt kommt, an dem's halt auch mal zu Ende ist?

00:40:29: Ja aber es braucht halt Zeit.

00:40:31: Vollfache

00:40:36: Weile!

00:40:36: Ein Thema was natürlich gut tut, ist immer... Wenn Kinder sich wieder auf etwas verlassen können, also wenn Eltern versuchen Sachen So zu planen, dass die, also sozusagen wirrituale oder feste Strukturen reinzuziehen.

00:40:57: Dass Kinder sich darauf verlassen können.

00:40:58: Ah ja so wird es jetzt in Zukunft mal laufen!

00:41:02: Das tut natürlich gut wenn man was weiß ich das schafft, dass man weiß und so oft sehe ich dann den Elternteil sehe ich da, den Elternteils sehe ich hier.

00:41:12: Ja genau, dass Man sich halt auch regelmäßig sieht.

00:41:15: Genau.

00:41:17: Dass man den Konflikt Also mit seiner Eltern hat man vielleicht manchmal auch Themen.

00:41:24: Passet vor uns selber, dass wir auch die Gelegenheit haben, miteinander zu sprechen und wenn mir jetzt jemand lang ins Lied, dann staut sich da ganz viel auf.

00:41:34: Und dann ist es jedes Mal, wenn man sieht nur schlechte Stimmung und wenn man sich öfters sieht, dann verdeutzt sich das halt auf kleinere Ocken, die man ab und zu mal los machen kann.

00:41:46: Ja, guter Punkt.

00:41:47: Bestätigst du auch das, dass es eben... Dass man schon davon ausgeht, dass einfach vor allem natürlich bei dir war, wo du fünfzehn Jahre alt warst aber wenn wir... Du hattest eine Beziehung zu beiden Eltern und da brauchst du wieder Gelegenheit weiter diese Beziehungen zu leben.

00:42:03: Genau ja!

00:42:04: Das ist so.

00:42:04: das was natürlich heutzutage die Grundüberzeugung ist, dass für Kinder wichtig ist zu beidem Eltern teilen, weiter die Beziehung leben zu können.

00:42:17: Auch nach einer Trennung und dass beide Eltern haben da die Aufgabe dafür zu sorgen das die eigene Beziehungen weiter besteht aber auch dem anderen zu ermöglichen eine Beziehungsweiter zu den Kindern zu haben auch den Kindern die Erlaubnis zu geben, überhaupt eine gute Beziehung mit dem anderen zu haben.

00:42:40: Also das ist noch so ne Ecke drin.

00:42:43: also was ich mir vorstelle aus Elternsicht ist es gar nicht so einfach wenn man sich gerade so aufregt über den Andern und was heißt aufreget vielleicht eine extreme Wut oder sogar Hass hat dann noch gut über den andern zu reden und das braucht's für die Kinder.

00:43:01: Für dich als Kind.

00:43:02: du weißt ja Ich bin zumindest genetisch mal Papa, fünfzig Prozent Mama.

00:43:10: Und du willst selber ein guter sein und deswegen ist es so wenn du als Kind Jugendlicher deine Mutter ständig über den Papa lässt oder umgekehrt, dann greift das ja auch dich selber in deiner eigenen Person an weil Teil von dir steckt da drin.

00:43:27: also du bist immer der Teil wo du vielleicht dem oder der ähnlich bisch wird er auch damit abgewertet.

00:43:36: Ja, da stimme ich dir zu auf jeden Fall.

00:43:40: Es gibt ja auch dieses Bild was man hat in Trennungsfamilien dass die Kinder dann in so eine Rolle kommen das sie die Eltern auch gegeneinander ausspielen also dass es auch instrumentalisiert wird.

00:43:55: Also wenn's Papa nicht erlaubt dann erlaubts die Mama.

00:43:59: Nein, das kürze zu den Vorteilen der Trennung würde ich mal sagen.

00:44:02: Schon oder?

00:44:03: Ah ja, meine Trennungen können absolut ihre Vorteile haben, oder?

00:44:08: Und Weihnachten wird zweimal gefeiert Mit Geschenken

00:44:13: Ja.

00:44:14: Oder wenn du ein nicht getrennter Vater bist dann fragst dich auch irgendwann mal oh wie konzentriert war ich denn immer auf meinen Kindern am Wochenende oder wollte ich nur selber irgendwas machen Während ich das bei Vätern Oder Müttern auch, nach der Trennung.

00:44:30: Da haben die eine ganz andere Konzentration drauf sich ins Zeug zu legen zum Teil mit den Kindern was zu machen und diese Zeit als Qualitätszeit dann auch auszunützen Was man im Alltag sonst ungetrennterweise da denkt man gar nicht darüber nach.

00:44:45: Und ist es wirklich so?

00:44:47: Dann ist das etwas ganz Neues und wertvoll.

00:44:50: und jetzt haben wir mal Zeit zusammen Allein sich drauf konzentriert.

00:44:57: Also es kann schon absolut Vorteile haben und ich meine wenn Kinder fit sind, dann nützen sie das natürlich auch aus.

00:45:04: Vor allem finde ich ganz legitim Wenn die Eltern sich nicht einig sind Dann gucken die vitte Kinder, merken das natürlich schnell Und packen die Eltern da bei dem Dass sie das einfach ausnützen.

00:45:20: War das bei dir auch so Leon?

00:45:22: Ja

00:45:22: vor allem Ja, vor allem die Zeit, die man dann miteinander verbringt und die es vielleicht auch intensiver verbringt oder mal ein Ausflug mehr macht.

00:45:32: Das auf jeden Fall als eher weniger wenn ich was Glück habe oder so dass sie das beim anderen probiert haben.

00:45:42: In der Zeit zahl' ich mir eh eher wenig sagen lasse was ich darf oder was ich durfte.

00:45:48: Da hat mich immer eher mein Ding gemacht.

00:45:51: Das war mir ziemlich egal.

00:45:54: Aber auf jeden Fall so die Zeit miteinander verbringen.

00:46:00: Dass das nicht so alltäglich ist, dass man miteinander isst, sondern dass einem das Wichtigste ist, wenn man zusammen an den Tisch sitzt und was Gutes ist und so kleine Sachen.

00:46:13: Dass man das glaubt, dass wir es eher schätzt dann.

00:46:17: Was vorher halt so nebenbei gelaufen ist.

00:46:20: Auf jeden Fall!

00:46:23: Ja, das ist schön, zu einer Trennung auch ein bisschen was Gutes abgewinnen kann und wenn es nur ein besseres Verständnis dafür ist oder eine bessere Wahrnehmung davon, wie besonders das ist.

00:46:36: Wenn man Zeit miteinander verbringen kann.

00:46:38: Ja genau!

00:46:41: Das wäre auch ein tolles Schlusswort.

00:46:44: Ein Satz den ich vielleicht gerne noch sagen würde so podcastmäßig... Also ich würd schon sagen dass Wir in der Beratungsstelle, ich bin jetzt ein Experte dafür älter zu unterstützen dabei wieder weiter Eltern zu sein auf eine gute Weise.

00:47:05: Die eigentlichen Experten für die Situation sind natürlich die Eltern und Kinder selber ja?

00:47:08: Die wissen immer wie ihre Situation aussieht und jede Situation sieht halt so unterschiedlich aus dass Mein Motto schon ist nicht von außen zu denken, ich wüsste ganz genau wie es den anderen geht.

00:47:26: Es gibt Grundmuster dafür.

00:47:28: ist man vielleicht dann Experte die bei vielen Familien wieder gleich laufen und beim Menschen halt so ablaufen?

00:47:38: nur diese Einzelfituation das bleibt eben an den Personen die sie gerade durch Leben hängen.

00:47:44: da sind die die Experten dafür zu wissen was für eine Lösung da auch am besten geht.

00:47:49: Da kannst du nicht von außen kommen und sagen, jetzt mach's mal genauso!

00:47:53: Du kannst immer nur die Gelegenheit geben dass sie sich austauschen.

00:47:57: wie könnten wir es schaffen?

00:48:00: Und dann... Das hast du auch Leon schön beschrieben finde ich jetzt einen unberaterischen Weg deiner Eltern das auszuprobieren.

00:48:10: Die haben ja eine Lösung mal probiert haben gesagt ist für das entscheiden wir uns jetzt.

00:48:15: Ich weiß ja nicht, wie konfliktig es war.

00:48:17: Aber irgendwann hat es was nicht mehr gut und dann ging es gegen ganz andere und dann gab's wieder einen Wechsel, also so lange bis es halt irgendwann mal funktioniert hat.

00:48:27: Und das Entscheidende ist der Wunsch, es zu lösen.

00:48:36: Das ist das Entscheidend.

00:48:39: Wie man es denn hinkriegt und wie lang das braucht muss man gucken.

00:48:44: Aber Frieder wenn du schon sagst dass die eigentlichen Experten die Familien selber sind, dann würde ich auch mal dem Leon das letzte Wort überlassen und vielleicht nochmal fragen was wäre jetzt für dich aus deiner Sicht nachdem du mit deiner Familie durch die ganze Geschichte durchgegangen bist?

00:49:02: Und ihr jetzt ja am Ende doch einem ganz guten Ort gelandet seid an dem sich es gut leben lässt.

00:49:09: Was würdest Du jetzt einen Trennungspaar mitgeben wollen, die gerade vielleicht ganz am Anfang oder mitten drinnen stecken So aus Sicht eines Kindes?

00:49:23: Wierige Frage.

00:49:26: Jeden Fall, dass man sich bemüht das mal mit den Kindern vor allem Kontakt hält.

00:49:35: Wenn wir jetzt der Elterntein nicht wo man es vielleicht so sieht... Dass man oft anruft und wissen will was man macht wie es euch im Gott Das man das Gefühl kriegt Der Wille ist schon da dass man Kontakt hält.

00:49:52: Dass das Kind nicht Gefühl kriegt, okay ist sie als ein Elternteil ganz arg wenig und auch wenn es vielleicht die Stimmung gut ist und vielleicht Verhältnis gerade ist so tollisch aber dass man wenigstens das Gefühl hat, dass immer wichtig ist für die Person, für das Elternteil.

00:50:14: Das wäre mir wichtig.

00:50:17: Vielen Dank!

00:50:19: Da würde ich es genau so stehen lassen und ja, danke sagen für ein schönes und intensives Gespräch.

00:50:26: Ich fand's toll beide Seiten erfahren zu können.

00:50:30: Einmal die Professionelle von Frieder der schon sehr viele Familien begleitet hat und einmal Leon von dir, der du das alles selber erlebt hast.

00:50:39: Danke dass ihr dabei wart!

00:50:41: Ja, danke auch zurück gerne.

00:50:44: Das war hört euch stark.

00:50:46: Schön, dass ihr zugehört habt.

00:50:48: Ich hoffe, euch hat es genauso gefallen wie mir und ihr schaltet beim nächsten Mal auch wieder ein!

00:50:53: Wir haben eine ganze Staffel zum Thema Trennung.

00:50:56: Wir hatten einfach das Gefühl, dass ist ein komplexes und wichtiges Thema und hoffen, dass wir da ein kleines bisschen eine Hilfestellung sein können für Familien die gerade in einer ähnlichen Situation stecken.

00:51:08: Macht's gut!

00:51:28: Weitere Infos und alle Folgen gibt es unter machteustark.com und

00:51:32: überall wo es Podcasts gibt.

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