Trennung 5 - vor Gericht

Shownotes

Was passiert eigentlich vor dem Familiengericht? Wie läuft eine Verhandlung ab, wer sitzt mit am Tisch und wie werden Entscheidungen getroffen? In dieser Folge sprechen wir über den Ablauf gerichtlicher Verfahren, die Rolle des Verfahrensbeistands, die Beteiligung von Jugendamt und Sachverständigen sowie darüber, wie Kinder im Verfahren berücksichtigt werden. Wir erklären, was Betroffene erwartet und wie sie sich auf einen Gerichtstermin vorbereiten können.

Die Familienberatung der Caritas Bodensee-Oberschwaben findet ihr hier.

HörtEUCHStark wird unterstützt von der Deutschen Fernsehlotterie.

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Transkript anzeigen

00:00:02:

00:00:19: Hallo und willkommen zu.

00:00:20: hört euch stark.

00:00:21: die heutige Folge dreht sich nochmal um den rechtlichen Aspekt

00:00:25: beim

00:00:26: Thema Trennung und Scheidung.

00:00:27: Und zwar gehen wir heute vor Gericht, nicht in echt aber wir sprechen genau das alles mal durch was vor Gerichten passiert wenn zwei Menschen sich trennen und Kinder involviert sind.

00:00:38: dafür habe ich geballte Kompetenz heute eingeladen.

00:00:42: Und zwar zum einen den Richter Günthof Völk, der thirty- vier Jahre lang als Familienrichter beim Amtsgericht Überlingen tätig war inzwischen seit anderthalb Jahren im Ruhestand.

00:00:54: Da steckt jede Menge Erfahrung drin und ich freue mich schon sehr das anzuzapfen gleich!

00:00:59: Und die anderen Seite von mir sitzt Mischkan Fiedern meine Kollegin bei der Familienberatung der Caritas.

00:01:05: Sie arbeitet seit knapp zehn Jahren als Verfahrensbeiständin.

00:01:09: Hallo erstmal

00:01:10: Hallo.

00:01:12: Müsker, fang doch dummer an und erzähl mir wie wird man den Verfahrensbeiständen?

00:01:17: Ja also wie wird beim Verfahrenspeistand ich bin ja Sozialarbeiterin studierte Sozialarbeit drin und hatte auch Jugendamtserfahrung Und auch ganz viel Erfahrung im Bereich der Jugendhilfe.

00:01:31: Jugendarbeit Es ist eine selbstständige Tätigkeit es nicht so dass man irgendwo angesteilt ist.

00:01:36: man bewirbt sich quasi bei den Gerichten mit in die Akte hinzugezogen als Verfahrensbeteiligter, dann ist man halt im Geschehen drin.

00:01:47: Mit der Zustellung damals, mit der Postzustellung der Akte heutzutage läuft alles über die E-Akte aber genauso läuft es dann

00:01:56: ab.".

00:01:57: Das heißt du bist selbstständig und es gibt neben dir noch andere Verfahrenszweistände?

00:02:02: Und das Gericht beauftragt euch mit der Betreuung einzelner

00:02:07: Fälle?".

00:02:09: Betreuung kann man das, glaube ich, nicht nennen.

00:02:13: Deutschland hat gesagt, dass wir als Verfahrensbeistand eben die Familien unterstützen.

00:02:18: Das ist auch nicht ganz so korrekt weil wir eigentlich nicht... für die Familien da sind.

00:02:24: Früher hat man Verfahrensbeistände auch ganz gern Anwalt des Kindes genannt, wir werden beauftragt um die Interessen der Kinder im gerichtlichen Verfahren herauszuarbeiten und den Willen der Kinder heraus zu arbeiten und für diese Kinder im Gerichtsverfahren zu sprechen.

00:02:42: also wie vertreten die Kinder eigentlich?

00:02:44: Wir sind die Anwälte der Kinder.

00:02:45: in dem Rechtsverfahren Kläre ich auch jedes Mal den Eltern, wenn ich dann da bin.

00:02:51: Dass ich nicht die Interessen von der Mutter, sondern lediglich die Interesse des Kindes vertrete.

00:02:58: Auch wenn das Kind nur ein Jahr alt ist oder drei Monate alt ist.

00:03:01: Mir geht es nur darum zu gucken, wo geht es dem Kind gut und mit welche Regelung geht es diesem Kind gut?

00:03:09: Und mit was möchte das Kind weitermachen?

00:03:13: Den Willen des Kindess herauszuarbeiten – das ist unsere primäre Aufgabe!

00:03:17: Okay, verstehe.

00:03:19: Das heißt die Eltern haben ihre Anwälte und das Kind hat dich?

00:03:24: Genau!

00:03:25: Für mich doch mal so ein bisschen durch einen Ablauf wie der für dich aussieht.

00:03:30: Du hast gesagt du bekommst die E-Akte.

00:03:32: hier ist ein neuer Fall eine Trennung da gibt es eins oder mehrere Kinder.

00:03:37: vertriebs du alle Kinder wenn's mehrere gibt

00:03:40: okay

00:03:41: was passiert denn?

00:03:41: was machst du als erstes?

00:03:43: also in der Regel werde ich angefragt.

00:03:46: Das war mit Herrn Völk immer ganz super.

00:03:49: Er hat immer angerufen, nach Kapazitäten gefragt, kurz angekündigt um was für den Fall es geht ein Termin abgestimmt und dann habe ich wenn nicht die Kapazität hatte hab ich den Fall auch bekommen.

00:04:00: hier ist nämlich auch nochmal ganz wichtig zu gucken ob man in irgendeiner Form mit dieser Familie sei es beruflich aus dem anderen Bereich oder privat, oder auch fernprivat.

00:04:13: Das möchte ich auch noch mal anmerken weil es muss nicht unbedingt direkt in meinem bekannten Kreis sein sondern ich habe auch schon mal Fälle abgelehnt die im bekannte Kreis von meiner Familie waren wo ich gesagt hab da ist einfach die Befangenheit da und man muss als Verfahrensbeistand neutral sein und eine sehr sehr neutrale Haltung haben.

00:04:34: was ich aber auch immer wieder betone ich habe trotzdem eine Position, das Kind zu vertreten.

00:04:40: Also gegenüber diesem Kind bin ich nicht neutral da.

00:04:43: Ich hab einfach diese Rolle und aber die Neutralität sollte auf jeden Fall für beide Seiten gehalten.

00:04:49: Ich sollte den Vater nicht kennen, ich sollte die Mutter nicht kennen ... Sollte sie einfach nicht kennen?

00:04:54: Das ist noch mal ganz wichtig, dass man sich davor abspricht weil es kam ein paar Mal vor, dass ich dann, oh, das ist aber ein Freund von meinem Bruder

00:05:03: irgendwie, das

00:05:04: kann ich nicht machen Das passt nicht.

00:05:07: Ich kann mich damit nichts richtig anfreunden, also die Anfrage kommt und ich bekomme dann die Adresse.

00:05:14: in der Regel habe ich nur die Adress, also den Namen oder das Kindes.

00:05:19: Die Adressen der Eltern und ich weiß dann in der Regel nur, wo lebt das Kind?

00:05:23: Mehr weiss ich nicht.

00:05:25: Und um was es geht ist jetzt ein Umgangsverfahren.

00:05:28: Ist eine Kindeswohlgefährdung oder ist das eben ein Verfahren wegen dem Sorgerecht?

00:05:34: Dann schreibe ich die Eltern an Muss natürlich die Eltern anschreiben, um überhaupt an das Kind heranzukommen.

00:05:40: Macht dann ein Termin mit den Eltern aus einmal mit dem Papa, einmal mit der Mama und dann mit dem Kind.

00:05:46: Und ganz oft terminiere ich auch doppelt mit dem kind.

00:05:50: vor allem wenn es um Umgangsregelungen geht gucke ich dass sich das Kind beim Papa aber auch bei der Mama besuche und Ganz ganz oft aber auch noch mal in einem neutralen Ort.

00:06:00: Da geh ich dann gerne mal in den Kindergarten, in die Schule.

00:06:04: Da hab' ich auch ganz gute Unterstützung durch die Schulsozialarbeit oder auch durch die Erzieher.

00:06:09: Oder vereinbar noch einmal eine komplett neutrale Umgebung auf dem Spielplatz.

00:06:14: Oder eben ... In der Bücherei habe ich mich schon mit deinem Kind getroffen beim Eisessen so dass sich das Kind wirklich unbeschwert besprechen kann weil irgendwo sind die Eltern immer mit dem Hintergrund und ähm Es macht dann tatsächlich sehr, sehr viel aus.

00:06:30: Wenn die Beeinflussung durch die Eltern da ist und wenn man das Kind bei der Mama spricht und beim Papa und das im total unterschiedliche Aussagen und dann trifft man das kind irgendwo neutral an, dann platzt das Kind aus sich raus und sagt Frau Feder ich möchte nicht

00:06:45: mehr

00:06:46: oder ganz oft kommt dann auch Ich möchte nicht entscheiden Und da ist dann mein Auftrag genau in dem Punkt die Entscheidung abzunehmen um das Kind zu beruhigen und zu erleichtern, weil das Kind sollte die Last nicht tragen.

00:06:59: Da mache ich die Termine und sobald ich alle Gespräche geführt habe und ganz oft kommt es natürlich auch vor, dass ich mit dem Kindergarten, mit der Schule, mit den Ärzten, mit Therapeuten... Es sind ganz viele Personen auch involviert und mein Auftrag sieht dann im Ossor aus hat Gespräche mit den Eltern Mit dem Kind, mit den Eltern und mit weiteren Bezugspersonen zu führen.

00:07:22: Und diese weiteren Bezugspersonen definiere ich dann für mich, wer sind meine Bezugsperson?

00:07:27: Es sind in der Regel keine Familienangehörige.

00:07:30: Ich weiß nicht ob es andere so machen aber ich spreche ungern mit Großaltern, mit Tanten weil die ergreifen immer irgendeine Position und das ist für mich dann keine neutrale Position mehr.

00:07:41: Deswegen sind es da meistens außenstehende Personen ganz neutral auch noch mal was berichten können.

00:07:47: Und wenn ich dann alle Gespräche geführt habe, schreibe ich in der Regel noch eine Stellungnahme mit all dem, was ich eben erfahren hab und gebe dann eine Einschätzung ab.

00:07:56: Was ich denke wie das Gericht für das Kind entscheiden sollte ist dann eine Empfehlung von mir an den Richter.

00:08:05: Ich bin aber auch in den gerichtlichen Verfahren mittrinnen.

00:08:10: In der Anhörung des Kindes bin ich die einzige Person, die mit dabei sein darf.

00:08:14: Mit dem Richter zusammen.

00:08:16: Bei der Anhörung der Eltern bin ich auch dabei und werde dann dort noch mal mündlich angehört und gebe da auch noch einmal meine Empfehlung ab.

00:08:23: Ab und zu ändert sich das wenn man die Eltern vor Gericht beide zusammen erlebt weil in der Regel treffe ich dir extra.

00:08:32: Dann gebe ich meine Empfehlungen abschlussendlich.

00:08:34: Ich bin nicht diejenige die entscheidet Und das ist ganz wichtig, weil viele denken ich entscheide es nicht.

00:08:42: Ich mache eine Empfehlung anhand von dem was sich herausgearbeitet habe und was ich denke was das Kind möchte und was für das Kind gut ist.

00:08:52: Das ist meine pädagogische Einschätzung.

00:08:55: Aber den Entscheid haben wir ja zum Glück auch da

00:08:58: mit

00:08:59: dem Herrn Volk.

00:09:00: Dann stelle ich Ihnen jetzt mal die gleiche Frage nochmal.

00:09:03: Wie geht es in so einem Fall für Sie los?

00:09:05: Wie landet eine Geschichte erst einmal auf Ihrem Tisch und wie werden sie dann aktiv?

00:09:10: Also man muss vielleicht ein bisschen ausholen, also nicht in allen Verfahren wird ein Verfahrensbeistand gestellt sondern man sieht dann wenn so'n Antrag kommt im Realfall schon gibt's einen ganz starken Interessengegensatz zwischen den Eltern.

00:09:25: also wenn da ganz hüftig gerungen wird, man das schon sieht Wenn so ein Fall dann bei mir landet, da kommt dann halt mit einem entsprechenden Antrag meistens vom Anwalt auf den Tisch des Richters und dann bestellt man so früh wie möglich einen Verfahrensbeistand.

00:09:41: So möchte das Gesetzes auch wenn man eben dem Kind zu schnell wie möglich auch jemanden zur Seite stellen möchte.

00:09:49: Man muss sich einfach nochmal diese vielleicht auch mal diese Interessensituation einmal klar machen.

00:09:54: Das sind meistens Hochstreite gefahren, wo sowas dann zum Tragen kommt.

00:09:58: Weil das kommt nicht in jedem Fall.

00:10:00: Prozentual sind es eigentlich sogar eine Minderzahl von Fällen, wo tatsächlich vor Gericht um das Sorgereich gestritten wird.

00:10:06: Und das sind eben wirklich die Fälle, wo zwischen den Eltern Anführungszeichenkrieg herrscht also wo's für die Kinder auch ganz schwierig ist und die Kinder... ...für die ist es ganz schwierig sich in dieser Polarität zwischen den Eltern dazu positionieren.

00:10:21: Wir sind ja alle nur Menschen und wenn dann so stark gestritten wird, verschieben sich die Wahrnehmungen auch ganz stark.

00:10:28: Das heißt das was zu Beginn an der Beziehung alles rosa rot ist es am Ende der beziehung dann alles noch dunkelschwärts Und Es ist so.

00:10:36: dann die Tendenz dass die Eltern einfach als völlig normal es ist gar keine unbedingt nicht beeinflussen sondern sie setzen es als völlig Normal voraus dass ihre Kinder ihren Stammpunkt einfach auch teilen.

00:10:47: Und das ist genau das Problem für das Kind, weil das Kind hört vom einen Elterntal dies, vom anderen Elternhalienes und natürlich stellt es sich nicht gegen den Elternteil.

00:10:56: Das heißt, es ist das was die Frau Fiedernfohren schon erzählt hat.

00:10:59: wenn man dann das Kind beim einen Elternteil hört sagt es oftmals völlig anders wie beim anderen Elterenteil.

00:11:06: Gerade deswegen ist es dann so wichtig dass dieses

00:11:09: Kind

00:11:10: einfach da eine eigene Stimme bekommt in diesen Verfahren.

00:11:13: Dass man eben versucht unabhängig von dem, was von den Eltern kommt wirklich rauszukriegen.

00:11:20: Ja aber was denkt dieses Kind eigentlich wirklich?

00:11:22: Und vor allem in der Tat man sich klar machen Kinder können das ist oft mal so diese Vorstellung des kind entscheidet dann wo es hingeht.

00:11:30: Diese Verantwortung kann ein Kind nicht tragen.

00:11:32: Das ist viel zu schwer.

00:11:34: Sondern man muss sagen klar Es ist wichtig zu wissen Was das Kind möchte.

00:11:39: Aber das ist nicht das allein Entscheidende in so einem sorgheitsverfahren Ganz extrem wichtig und deswegen ist dann der Verfahrensbeistand eine ganz, ganz wichtige Person.

00:11:48: Das Gesetz spricht davon, dass es die Interessen des Kindes wartet – also den Verfahrenspeistand wartet die Interesse des Kindens – und kann sogar im Interesse eines Kindes ein Rechtsmittel gegen den Entscheidungsgerichtesein legen.

00:12:00: Theoretisch habe ich zwar noch nicht erlebt aber in der Tat ist das eine sehr weitreihende Stellung.

00:12:06: Und der Verfarnsbeestand ist in dieser Tätigkeit nicht weisungsgebunden.

00:12:11: Weder der Vater noch die Mutter, noch auch das Kind.

00:12:14: Das muss so und so gemacht werden, sondern der Verfahrensbeistand entscheidet für dich autonom was er der Anstellungnahme an dieses Krieg gibt?

00:12:23: Und es ist für das Gerichten den Moment sehr wertvoll, das muss man ganz klar sagen.

00:12:26: Also so fahren diese Dinge dann an,

00:12:28: d.h.,

00:12:29: ich bekomme diesen Fall auf dem Tisch, dann nimmt man Kontakt auf, schildert so ein bisschen den Fall, prüft nach, funktioniert.

00:12:36: das sind dann auch dementsprechende Kapazitäten frei.

00:12:40: Das kostet ja auch Zeit im Vorfeld.

00:12:42: Also das Gericht hat gerade in den Sorgen, Umgangsverfahren so ein bisschen zeitliche Deadline.

00:12:47: D.h.,

00:12:48: also das Gesetz möchte, dass schnell terminiert wird in diesen Verfahren um einen Schwebezustand für das Kind zu vermeiden.

00:12:55: und dann muss man schauen eben okay, hat der Verfahrenspreis schon noch Zeit?

00:12:58: Also jetzt einfach so in dieser Zeit abzuarbeiten.

00:13:01: Normalerweise muss man binnen eines Monats am Termin stehen spätestens Und das muss natürlich vor allem abgearbeitet werden, dass der Verfahrensprecher Musik-Spreche mit den Eltern führen.

00:13:10: Mit dem Kind führen.

00:13:11: Wir müssen diese Anhörung des Kindes vor Gericht machen bevor der Termin mit den Ältern ist.

00:13:15: Also es muss alles im Vorfeld abgearbeitete werden.

00:13:18: Dann gibt man den Fall an den Verfahrenspeichern und man schickt den Antrag raus.

00:13:23: Das Gericht macht in den Sorgen um ganz zu fahren noch mehr.

00:13:28: Das Jugendamt wird involviert auch die führen dann Gespräche mit Eltern und Kindern.

00:13:34: der Antragsgängerin bekommt natürlich dann auch diesen Antrag zugeschickt und erwidert dann auch.

00:13:40: Also, dann geht man natürlich irgendwann mal mit all diesen Stellungnahmen die man im Vorfeld bekommen hat in den Termin rein und hat aber schon so ein gewisses Bild vor Augen, wenn man auf einen Termin geht.

00:13:50: Deswegen ist es ganz wichtig dass ich diese schriftliche Stellungnahme auf dem Tisch liegen habe, weil ich mir unabhängig von dem Vortrag der Eltern eben auch schon ein bisschen ein objektiveres Bild machen kann, wenn der Verfahrensbeischt an mir vor einen schriftlichen Bericht reinschickt.

00:14:07: Und dann geht man wie gesagt in den Terminen hört die Eltern an

00:14:10: und

00:14:11: es ist nicht zwingend immer eine Entscheidung des Gerichtes am Schluss.

00:14:14: Also das Verfahrensrecht möchte eigentlich in den Umgangs- und Sorgezverfahren dass das Gericht nach Möglichkeit auf eine Einigung zwischen den Eltern abzielt.

00:14:25: Das muss man sich eben genau sagen.

00:14:27: Also das, was ich Eltern immer gesagt habe, die Entscheidung des Kritisches ist eigentlich die schlechteste Variante.

00:14:33: Weil das Gericht hat immer nur eine Momentaufnahme.

00:14:35: Ich sehe diese Familie wie so wenn ich so ein Foto mache mit Blitzlicht in diesem Moment.

00:14:41: aber die Eltern kennen natürlich ihre Kinder viel viel besser.

00:14:45: sie kennen die Vorgeschichte Sie kennt die Dynamik dieser Familie.

00:14:48: und wenn Eltern dann für ihre Kinder eine Einigung erzählen können, dann ist es unterm Strich eher länger tragen, als wenn das Gericht irgendwo dann aus diesem Moment Ausnahme heraus eine Entscheidung treffen muss.

00:15:02: Das muss man ganz objektiv sagen.

00:15:03: und die meisten Fälle führen eigentlich auch dann.

00:15:06: also jedenfalls wenn es um Sorgen, Umgangsstreitigkeiten geht kommen dann Gott sei Dank mit einer Einigung der Eltern raus.

00:15:12: Es gibt natürlich auch Fälle wo's halt nicht geht.

00:15:15: Ja das muss man dann auch sehen.

00:15:17: was aber da nicht heißt dass der Streit unter den Eltern damit zu Ende ist.

00:15:20: Sollte müssen wir auch sein

00:15:23: mega spannend.

00:15:24: Ich stelle zum einen fest, dass ich noch kein richtiges Bild davon hatte was du als Verfahrensbeistelle machst mit Mischkern und ich finde sehr sehr spannend wie das aufgesetzt ist und auch diese Rolle als eine sehr komplexe und verantwortungsvolle Mischung aus einerseits ja anwalt des Kindes aber eben nicht in dem Sinne, dass Du die ausgesprochenen Interessen des Kinders vertrittst sondern Du versuchst mit dem Kind das herauszuarbeiten, was für ein Kind am besten ist.

00:15:50: Und quasi auch die Tatsache dass es sich um den Kind handelt der Sorge zu tragen und diese Verantwortung da abzunehmen also quasi auch noch so eine Fürsorgerolle einnimmt.

00:16:01: Verantwortung?

00:16:02: Ja!

00:16:03: Also eine große Verantwortung in der Zeit wo man tatsächlich ... weil ich bin, also was man vielleicht auch sagen muss im Verfahrensbeistand kommt in die Familie mit der Beauftragung aber Der Auftrag endet mit der Gerichtsverhandlung in der Regel.

00:16:18: Das heißt, ich bin eigentlich für eine kurze Zeit in dieser Familie drin.

00:16:22: Ich bezeichne das ganz oft so als Marathonlauf.

00:16:25: Ich bekomme die Akte und dann beginnt mein Marathon.

00:16:28: In der Regel habe ich vier Wochen Zeit wenn es gut geht.

00:16:31: also es gibt auch Verfahren da hab' ich zwei Wochen drei Wochen Zeit um alle Erkenntnisse mir irgendwie zu holen und dann noch eine Stellungnahme zu schreiben.

00:16:41: Es ist schon ein Riesenmarathon laufen.

00:16:43: Da trägt man eine ganz große Verantwortung, weil nicht immer das ... es kommt natürlich auch drauf an wie alt erstes kennt und welchem Entwicklungsstand ist das Kind?

00:16:53: Kann das Kind tatsächlich mit seinen acht, neun Jahren einen Willen äußern?

00:16:58: Ist dieser Wille autonom oder ist er sein aufgesetzter Wille?

00:17:01: Das haben wir oft.

00:17:03: Ich muss immer wieder in einem Fall von uns beiden denken wo das Kind uns von der Kindesanhörung abgehauen ist sehr viel miteinander erlebt.

00:17:11: In den Gerichtsräumen, in den Kindesanhörungen aber auch außerhalb und ich denke da zu gucken ist es tatsächlich der autonome Wille des Kindes.

00:17:20: Ich glaube das ist die Herausforderung an der ganzen Geschichte und auch sagen zu können nee liebe Eltern!

00:17:27: Ich bin nicht euer Kummerkasten und ich bin nicht die Stelle wo ihr über das andere Elternteil schimpft.

00:17:34: Ich bin dafür da dass ihr einfach mal seht Was stellt ihr mit eurem Kind an?

00:17:41: Was passiert hier gerade, was möchtet euer Kind?

00:17:44: Dann spreche man natürlich vom Loyalitätskonflikt.

00:17:47: Weil in den meisten Fällen so wie es auch der Erfolg gesagt hat diese Hochstreitigkeit, da verliert man dem Blick auf das Kind ganz oft.

00:17:55: und dieser Loyalitätskonflikt kommt dann wenn eben das Elternteil... Wir haben einfach zwei!

00:18:02: Und die werden immer die Eltern dieses Kindes bleiben oder der Kinder bleiben die Probleme über das Kind austragen.

00:18:10: Es ist nicht der Streit um das Kind ... Die streiten zwar um die Umgangsregelung, um die älterliche Sorge.

00:18:19: aber das Kind wird instrumentalisiert.

00:18:22: Das Kind wird als Mittel zum Zweck teilweise auch genutzt.

00:18:27: Ehemaligen Partner zu gewinnen, zu siegen.

00:18:29: Genau und so kommt dann ein Kind ganz stark in eine Loyalitätskonflikt weil das Kind möchte es verständlicherweise sowohl dem Papa als auch der Mama recht machen Weil das Kind liebt beide.

00:18:40: Und da kommt immer mein Zitat ganz oft Es schätze ich sehr Als du mal in einer Verhandlung berichtet hattest Das Kind kommt zu Fünfzig Prozent vom Vater und fünfzig Prozent von der Mama.

00:18:57: sieht, der Papa wird abgelehnt.

00:18:59: Fühlt er sich in seinen fünfzig Prozent abgelehnd?

00:19:02: Und das ist genau das was ich über die Jahre hinweg seitdem wir zusammen gearbeitet haben oder miteinander gearbeitet habe ganz oft auch den Eltern erzähle.

00:19:11: Ich kenne einen Richter der fünf dreißig jahrelang Familienrichter war und genau das ist das Bild was er auch immer wieder sagt.

00:19:18: und dann kommen manche Eltern tatsächlich auf die Idee zu sagen kann es wirklich sein Fühlt sich das Kind wirklich abgelehnt?

00:19:25: Ja, das Kind fühlt sich abgelehnd.

00:19:28: Dazu eine Einsicht zu kommen ist massiv wichtig aber es schaffen die meisten Eltern in diesem gerichtlichen Prozess nicht.

00:19:36: und dann sind wir nämlich auch froh wenn das Jugendamt mit dabei ist wo dann sagen kann Es gibt auch Möglichkeiten wo man die Eltern für eine Elternkonsensberatung entschicken kann oder für aktivierende Maßnahmen mit dem Jugendamt zusammenarbeiten kann.

00:19:51: Ich arbeite mit den Kindern, mit den Eltern.

00:19:53: Ich mach die Einschätzung-Gibbs ab und kann nur empfehlen was schlussendlich dann später passiert.

00:19:59: das ist wieder die Verantwortung der Eltern.

00:20:01: also ich übernehme für eine gewisse Zeit die Verantwortung und versuch auch immer eine Einigung zu erzählen aber viel mehr geht nicht weil wir einfach einen begrenzten Zeitraum

00:20:12: haben.

00:20:13: Dann versuche ich mal zusammenzufassen was ich jetzt bisher so gehört habe Ihr schwieriger und verantwortungsvoller Job aus der katastrophalen Situation, in der sich diese Familien gerade befinden mit viel Konflikt und viel Streit und viel gegenseitigen Vorwürfen herauszufinden.

00:20:32: Wie gelangen wir zu einer Lösung die für das Kind möglichst optimal ist?

00:20:37: Und mit der beide älteren Teile leben können?

00:20:40: was mich gerade sehr gefreut hat.

00:20:42: Erfolg dass sie gesagt haben in den meisten Fällen ist kein Urteil nötig.

00:20:48: Das heißt Selbst in dieser verfahrenen Situation ist der Termin vor Gericht immer noch als Mediation ausgelegt.

00:20:57: Oder es ist immer der Versuch zu einer gemeinsamen Einigung zu kommen und nur im Ausnahmefall, wenn wirklich gar nichts geht dann musste durch die gerichtliche Seite entschieden werden?

00:21:08: Das ist korrekt.

00:21:08: also man muss sich halt immer da klar machen Die Eltern tragen auch wenn sie sich trennen für ihre Kinder die Verantwortung und daran ändert auch ein gerichtliches Verfahren grundsätzlich nicht.

00:21:19: Die Eltern sind in der Verantwortung.

00:21:22: und auch diesen Versuch, die Eltern zu einer Einigung zu bringen ist eigentlich der Versuch die Eltern wieder in ihre Verantwortung hineinzuheben.

00:21:32: Also wenn die Eltern den Antrag bei Richtstellen wir möchten jetzt das Sorgerecht auf einen übertragen wird dann ist es im Prinzip ein Stückchen auch eine rufte Hilflosigkeit.

00:21:42: also wir kommen hier nicht mehr weiter und wollen jetzt eigentlich so ein bisschen diese Verantwortung auf das Gericht delegieren, weil wir es ja nicht hinkriegen.

00:21:50: Und der Richter versucht dann zu sagen ne, die Verantwortung gehört dahin wo sie hingehört, nämlich bei den Eltern mal primär.

00:21:58: Jetzt bitte Eltern strengt euch an!

00:22:00: Es ist eine schwierige Situation für eure Kinder.

00:22:04: Wie man dann auch vom Verfahrensbeistand hört ... Die Kinder werden da zwischen den Eltern quasi zerrieben wenn die so hochstreitig sind Die wollen's allen recht machen.

00:22:14: Das ist genau das Problem, wo die Kinder in so einer streitigen Situation haben.

00:22:18: Die wollen es der Mama recht machen und den Papa recht machen ... Und das sind Eltern klarzumachen und zu sagen jetzt mal ausgehen davon.

00:22:26: Versuchen wir doch mal irgendeine Regelung hinzukriegen, wo wir für die Kinder tragbare Verhältnisse hinkriegen.

00:22:34: Und zwar welche, wo ihr gestaltet war natürlich selbst wenn ich jemandem das sorgrecht übertrage.

00:22:40: Ist damit der Konflikt da nicht zu Ende?

00:22:43: man unterstellt, sondern der geht dann halt auf einer anderen Ebene weiter.

00:22:46: Dann streiten die Eltern um das Ungangsrecht oder über sonstige Dinge.

00:22:50: Da geht es teilweise um Streitigkeiten, dass Auskunft gegeben werden soll wie die Schulnoten sind und da lebt man die tollsten Dinge.

00:22:59: Und genau das ist was die Kinder eigentlich in dieser Situation nicht vertragen.

00:23:05: Also für die Kinder ist die Trennung der Eltern ohnehin schon schwierig.

00:23:10: Weil meistens dann doch Ein Elternteil zu großen Teilen aus dem Leben dieser Kinder einfach verschwindet.

00:23:16: Die haben dann einen Elternteil, wo sie sich haptzig aufhalten.

00:23:19: Der andere ist nicht mehr so präsent und das ist für die Kinder schon unglaublich schwierig, das auszuhalten.

00:23:26: Und wenn die Eltern auch noch streiten, war das für die Kenner ganz schlimm.

00:23:31: Dann eben zu versuchen mit den Eltern eine Lösung zu arbeiten und denen es ihnen auch zu spiegeln Das ist im Prinzip eigentlich das, was wir in den richtigen Sorgenumgangsstrettigkeiten versuchen.

00:23:42: Dass man sagt kommt also schaut euch mal an wie die Situation auch ein Kinder ist.

00:23:46: und jetzt versuchen war eine Lösung zu finden wo die Kinder möglichst gut mitnehmen können.

00:23:54: Das heißt auch für die Eltern als Appell in dem Moment in dem dieses ganze Verfahren losgeht Und zum Beispiel du musst gerne als Verfahrensbeiständen in der Familie auftauchst Ist die Aufgabe der Eltern einen Schritt zurückzumachen, tief durchzuatmen und sich wieder darauf zu besinnen den Blick auf die Kinder und eine langfristig tragbare Situation zurückzuhalten.

00:24:18: Und der Versuch eher aus dem Kampfmodus rauszukommen und diese Gegnerschaft in den Hintergrund zu stellen?

00:24:27: Ja also vielleicht darf man den Eltern auch nicht so viel unterstellen.

00:24:31: Wir sind interessiert an ihren Kindern.

00:24:33: ja, beide wollen so viel wie möglich und so oft wie möglich mit den Kindern zusammen sein.

00:24:42: Weil, so wie es für die Kinder eine sonder Situation ist, dass sich die Eltern trennen und das ein Elternteil weggeschissen natürlich für die Eltern auch eine ungewohnte Situation plötzlich auf die Familie verzichten zu müssen egal welches Elternteil das ist einer geht einer geht.

00:25:01: Es gibt natürlich auch unterschiedliche Modelle, wo man sagen kann okay es gibt das Wechselmodell, wo die Kinder vielleicht auch im Wochenwechsel bei den Eltern leben können.

00:25:09: aber das erfordert so viel Kooperation und Kommunikationsbereitschaft und das ist das, wo wir ganz oft dann auch an unsere Grenzen stoßen dass die Eltern nicht verstehen wollen was es bedeutet kooperativ miteinander zu sein.

00:25:25: Es sagt ja, ein Mindestmaß an Kommunikation und Kooperationsbereitschaft sollte da sein.

00:25:31: Und das mal zu erklären, was bedeutet Mindest-Maß?

00:25:34: Dass man sich zumindest mal kurz austauschen kann bei den Übergaben oder meinen Hallo, tschüss!

00:25:40: Das ist sogar manchmal zu viel verlangt.

00:25:42: Ein Kind hatte mal gesagt, war es bei dir der Papa grüßt nur die Katze und nicht die Mama.

00:25:48: Wir hören soviel, was die Kinder dann erzählen und wo wir uns denken müssen.

00:25:53: okay Es ist dann wirklich auch gut, dass das Kind zwischen den Haushalten im wöchentlichen Wechsel wechselt.

00:26:00: Und genau das ist es was wir vielleicht den Eltern nicht erklären können.

00:26:04: Dass ein Wechselmodell nicht bedeutet die Eltern sind zufrieden weil sie eben eine Woche jeweils das Kind haben sondern wie zufriedener ist das Kind möchte das Kind wirklich mit einem Körperchen ständig hin und her ziehen.

00:26:19: Die Kinder wollen eigentlich in der Regel Wenn ich das so prozentual sage in den zehn Jahren, vielleicht waren es wirklich zehn Prozent der Kinder die gesagt haben Ja.

00:26:30: Ich kann's mir vorstellen eine Woche dort und eine Woche da zu leben Aber mit der Voraussetzung Und das kommt ganz oft von den Kindern Mit der Varaussetzung.

00:26:38: Ich möchte nicht dass es in der Schule gesehen wird.

00:26:42: Also ich möchte nicht mein Koffer mittragen Ich möchte in beiden Haushalten Eingerichtet sein.

00:26:47: Das ist das Recht der Kinder Und wenn das Eltern schaffen können Dann stehen wir auch dem nicht entgegen.

00:26:53: Also ich, dann versuche ich da wirklich auch Wege zu finden wie man dieses Wechselmodell auch durchführen kann.

00:27:01: aber wenn die nicht miteinander kommunizieren Wenn sie nicht bereit sind Nicht mal bei einem Elternabend nebeneinander so sitzen Wenn die nicht bereit ist zum Arzt gemeinsamzugeben.

00:27:12: Wenn ein Elternteil bei Notfallen anruft und andere Elterenteilen nicht erreichen kann Das Kind medizinisch nicht versorgt werden kann, weil der eine die Impfung nicht möchte und die andere die Impfungen möchte.

00:27:25: Und ganz es ich könnte dir hier so viele Beispiele bringen, die wirklich einen Mindestmaß an Kooperation erfordern was die Eltern aber Nicht bringen können.

00:27:35: und wenn man dann sagt also Ich halte das Wechselmodell in ihrer Konstellation nicht für zielführend Dann sind wir plötzlich diejenigen richtig schlimm sind.

00:27:48: Sie möchten das nicht, sie wollen das nicht.

00:27:50: Sie wollen das verhindern?

00:27:51: Nein!

00:27:52: Wir möchten verhinderen dass das Kind dieses Spannungsfeld

00:27:55: reinkommt.".

00:27:57: Da muss ich sagen genau diesen Gedanken hatte ich auch also diese.

00:28:02: dieses Learning hatte ich in der letzten Folge mit der Anwältin Frau Fetter-Paret.

00:28:07: In meinem Kopf war das Wechselmodell für mich im Grunde die optimale Lösung für die Konstellation nach einer Trennung.

00:28:15: Beide Eltern sind nach wie vor involviert.

00:28:18: Das Kind muss sich nicht entscheiden, die Eltern müssen sich nicht entscheiden – alles gut!

00:28:23: Und ich habe auch jetzt erst realisiert dass das Modell sehr viel erfordert von allen Parteien.

00:28:30: Von den Eltern sehr viel Kommunikation, sehr viel Kooperationsbereitschaft und von den Kindern aber auch den Willen diesen Wechsel ständig durchzumachen und vielleicht kein ganzes Zuhause zu haben sondern nur zwei Halbe vielleicht in der Summe kein ganzes ergeben.

00:28:46: Das hat mich selber überrascht, dass sich mein Bild von dem Wechselmodell da doch so ein bisschen gewandelt hat und ich kann mir vorstellen die hochstrittigen Fälle, die wirklich vor Gericht landen das da in den wenigsten Fällen die Fähigkeit oder die Situation herrscht um einen Wechsel-Modell erfolgreich umzusetzen.

00:29:04: Ist schwierig.

00:29:05: also man muss sagen es hat natürlich viele Komponenten.

00:29:09: Michigan hat schon einiges angesprochen, was das anbelangt.

00:29:12: Also in der Tat dieser Wechsel zwischen zwei hochstreitigen Elternhäusern, also ich spreche immer von der emotionalen Umpulung.

00:29:19: Dieses Kind von einem Elternhaus ins andere wechselt und wieder zurück weil da ist ja immer diese Erwartungshaltung von den Eltern.

00:29:28: Das ist nicht bösartig die Eltern unterstellen einfach völlig normalem.

00:29:32: Das Kind sieht es genauso wie ich aus dem anderen Elternteil anbelankt Und deswegen weht der Wind in beiden Elternhäusern aus zwei verschiedenen Richtungen.

00:29:41: Und jedes Mal, wenn dieses Kind von einem Elternhaus ins andere wechselt, muss er sich quasi emotional umstellen.

00:29:48: Deswegen war meine Einschätzung oder meine Erfahrung eigentlich so, dass wir uns sagten, je streitiger die Situation zwischen den Eltern ist, umso mehr braucht das Kind einen klaren Lebensmittelpunkt wo es einfach sich stabilisieren kann und mit dem Wechselmodell dann schwer vereinbar wird aber sehr kontrovers diskutiert, also das ist jetzt meine persönliche Meinung und für mich ist auch noch ein anderer Gesichtspunkt bei dem Wechselmodell ganz wichtig.

00:30:16: Man muss es immer mal aus den Blickwirkungen der Kinder sehen.

00:30:19: Das Wechsel-Modell kann dann praktiziert werden wenn dieses Kind aus beiden Elternhäusern heraus sein soziales Umfeld bedienen kann.

00:30:28: Also, man muss sich ein Verklarm haben.

00:30:29: Kinder leben ja nicht nur mit Vater und Mutter zusammen.

00:30:32: Das ist immer so dieser sehr verengte Blickwinkel, den wir da in den Sorge-Richtsverfahren haben.

00:30:37: Vater, Mutter, Kind ... Und dann kommt mal lange nichts.

00:30:40: Aber für die Kinder ist es eben auch wichtig, dass sie ihre Sozialkontakte pflegen können.

00:30:46: Es heißt nachmittags vor der Ausdehr gehen zu können und sagen, ich geh jetzt zum Kumpel.

00:30:50: Ich spiele mit ihm was oder nimm was mit dem!

00:30:52: Wenn die jede Woche woanders sind und ein anderes soziales Umfeld haben, dann kommen die nirgendwo richtig an.

00:30:59: Die sind immer nur ... na ja, die nächste Woche ist eh nicht da.

00:31:02: Also deswegen auch ein ganz wichtiger Gesichtspunkt, den man nicht außer Acht lassen sollte, wenn man über das Wechsel mal diskutiert können die Kinder denn tatsächlich aus beiden Elternhäusern heraus ihr soziales umfeld bedienen?

00:31:14: Weil nämlich das ist auch etwas was Kinder in der schwierigen Situation stabilisiert.

00:31:18: Das muss man sich auch klarmachen!

00:31:20: Und in den hochstreitigen Verfahren ist es sehr, sehr schwierig für die Kinder einfach.

00:31:26: Weil diese Polarität zwischen diesen Elternhäusern besteht und da ist dann dieser ständige Wechsel mit einem nicht bestehenden klaren Lebensmittelpunkt für die kinder sehr schwer.

00:31:38: Ja kann ich mir gut vorstellen Ist es ratsam anwaltlichen Beistand zu haben wenn man in so ein sorggerechts- oder umgangsrechtsverfahren reingehen muss.

00:31:49: also grundsätzlich Es ist ein Tatenverfahren, wo kein Anwalt dran gesteht.

00:31:53: Wir haben im Familiengerichtlichen Verfahren viele Verfahren, wo man einen Anwaltung braucht.

00:31:57: also wenn ich jetzt Scheitungen habe oder einen Unterhaltsverfahren zum Beispiel brauche ich den Anwahl zwingend.

00:32:03: in den Sorgrechtsverfahren ist es nicht vorgeschrieben.

00:32:07: Ich persönlich meine Arbeit macht Sinn einfach weil man dann im Vorfeld schon mal ein bisschen strukturierter an die ganze Sache rangeht.

00:32:15: das heißt der Anwand strukturiert natürlich schon so ein bisschen vor, mit dem Antrag eines Gerichts.

00:32:20: Worum geht's eigentlich?

00:32:22: Also worum streiten diese Eltern eigentlich?

00:32:25: Wenn man da selber schreibt verliebt man oftmals dann so den Überblick.

00:32:29: Dann sieht man irgendwann mal den Wald verlauter Bäumen nicht.

00:32:32: also auch ein Anwalt wird im Regelfall nicht in eigener Sache tätig weil er immer sagt nee das ist nicht gut aber ich bin nicht mehr objektiv.

00:32:40: deswegen macht es im Regelfall Sinn bevor man mit einem Sorge oder Umgangsstreit zu Gericht geht einen Anwalt einzuschalten, einfach schon weil auch der vielleicht schon andere Wege aufzeigen kann vorgerichtlich.

00:32:55: Also muss nicht unbedingt alles zu Gericht gehen.

00:32:57: also das sind Dinge die man versuchen kann noch außer gerichtlich zu regeln und wenn es dann zu Gerich geht aber dann sind die Dinge dann doch schon so auf die Punkte fokussiert um dies eigentlich geht.

00:33:09: also von daher macht aus meiner Sicht im Regelfall Sinn einen anwalt zu konsultieren aber zwingend ist es nicht.

00:33:16: Insbesondere dann, wenn es Verfahren nach sechsten, sechzen Sechziger sind.

00:33:21: Das

00:33:21: ist natürlich ganz besonders.

00:33:23: Genau das sind Verfahren, nach dem Kindeswohl, also Kindesschutz.

00:33:29: Wenn Kinder schon herausgenommen worden sind durch das Jugendamt und die Eltern eben nicht zustimmen, kommt das ja auch vor das Gericht.

00:33:35: Also da muss ihr das Gerich entscheiden.

00:33:38: Liegt eine Kindeswohlgefährdung im Haushalt der Eltern vor?

00:33:43: kann das Kind überhaupt noch dort verbleiben, reichen mildere Maßnahmen als der Entzug der älterlichen Sorge oder die Herausnahme?

00:33:51: Oder muss das Gericht jetzt sofort tätig werden und eben diesen beschlussverfassenden entzugälterliche Sorge.

00:33:57: Vormundschaft, das hattest du ja vorhin angesprochen.

00:34:00: Das wird deine Vormunenschaft, deiner Gänzungspflegschaft eingerichtet, wo dann quasi entscheidet, wo hat das Kind zu leben?

00:34:06: Also wo kann das Kind leben?

00:34:08: Wer entscheidet über die Belange des Kindes?

00:34:11: und in solchen Verfahrens?

00:34:12: wenn es tatsächlich diese Kindeswohlgefährdungsverfahren sind und ich dann auch durch den Eltern angefragt werde, dann empfehle ich ganz oft dass sie sich ein Anwalt holen sollen weil Der Antragsteller ist meistens das Jugendamt.

00:34:29: Weil, dass Jugendamt hat in dem Moment nach der Inno- putnahme wenn die Eltern nicht zustimmen ruft das Jugendamtsgericht an und sagt wir haben hier eine Innoputnahme das Kindeswohl ist gefährdet Die Eltern stimmen nicht zu.

00:34:44: bitte gericht überprüfe und entscheide.

00:34:48: Das ist richtig.

00:34:48: das hatten jetzt gar nicht angesprochen.

00:34:50: Wir sind immer von dem fall ausgegangen dass es sich um funktionierende Elternteile ohne eine konkrete Gefährdung handelt.

00:34:57: Das sind natürlich noch mal ganz andere Fälle, die aber auch dann vor Gericht landen?

00:35:01: Vor Gerichtland

00:35:02: hat natürlich jetzt im Prinzip nichts unmittelbar mit Trennungsschaltung zu tun.

00:35:06: Also

00:35:07: da geht's tatsächlich um Kindeswohlgefährdungen, die aus ganz vielen verschiedenen Gesichtspunkten rauskommen kann.

00:35:13: Das kann von Schulvorweigerung gehen bis zur Misshandlung.

00:35:17: Da haben wir ein unglaublich breites Spektrum Und das sind natürlich Fälle, die sehr schnell bearbeitet werden müssen.

00:35:26: Weil da geht es dann wirklich um Gefährdung für Kinder und dann macht's natürlich im Regelfall Sinn einen Anwalt einzuschalten in der Tade einfach mit denen zu besprechen okay also wie valide ist jetzt auch was das Jugendamt uns vorwirft?

00:35:43: aber das sind Fälle die bringen uns manchmal schon an die Grenze.

00:35:50: Aber ganz wichtig, also wenn man hier ein Podcast über Vorgericht hat, denke ich genau das sind eben auch noch mal Punkte die sehr, sehr wichtig sind.

00:36:00: Weil es hat in letzter Zeit so meine Wahrnehmung zugenommen, sehr stark zugenommen vor allem auch bei Zusammenleben den Elternteilen und ganz oft auch im Hintergrund psychischer Erkrankungen, Suchterkrankungen ... massiv zugenommen.

00:36:19: Also ich denke, in letzter Zeit habe ich viel mehr, wenn ich mir jetzt so gerade meine Fälle durch den Kopf gehen lasse sind es vielleicht fünfzig Prozent von dem was ich aktuell zu bearbeiten habe sind Kindeswohlgefährdungen.

00:36:33: Faktisch ist das dann so dass sich entweder mit Maßnahmen, mit ambulanten Maßnahmen schon auch abwenden lässt.

00:36:40: Dass die Kinder trotzdem bei den Eltern verbleiben können aber mit ganz klaren Auflagen durch das Gericht also gerichtliche Auflagen.

00:36:47: dann kann man nämlich diese Auflagen erteilen.

00:36:49: ich habe hier vorhin gesagt Das Gericht kann nicht sagen hier liebe Eltern ihr müsst bei Trennungscheidung oder bei Umgangsfragen ihr müsst in die Beratungsstelle.

00:37:00: Aber bei Kindeswohl da kann das Gerich sagen Hier sind die Auflagen Und wir überprüfen dann auch noch mal.

00:37:07: Wird eine Zeit festgelegt?

00:37:09: In der Regel machen wir sechs Monate bis einem Jahr, dass man sagt nach sechs Monaten haben wir hier ein Überprüfungsverfahren.

00:37:15: Datum wird festgelegt und dann bin ich nämlich auch noch weiterhin drin.

00:37:19: Da wird mein Auftrag nicht beendet und werde dann nach sechs Monaten auch nochmal berichten wie hat sich das entwickelt?

00:37:26: gibt es da eine Entwicklung?

00:37:28: und vielleicht auch noch einmal ganz wichtig die aktuelle Entwicklung entscheidet dann auch ein Stück weit.

00:37:35: Beim Familiengericht ist es wichtig zu gucken, wie hat sich das denn alles entwickelt?

00:37:40: Wo standen wir vor einem Jahr?

00:37:42: Haben sich die Eltern bemüht?

00:37:44: Sind die Eltern tatsächlich zu einer Einsicht gekommen?

00:37:48: Haben sie etwas an ihrem Lebensstil verändert und was an ihrer Haltung verändert?

00:37:53: Und diese Veränderung kann sich natürlich wieder sehr positiv auswirken.

00:37:58: Das bedeutet nicht einmal eine Mutter, vernachlässigt hat, bleibt immer eine Mutter die vernach lässigt.

00:38:05: Sondern eine Mutter, die damals vielleicht nicht in der Lage war das Kind zu versorgen aber mit den Unterstützungsmaßnahmen es gelernt hat eine gute Versorgung zu bieten oder eine Fürsorge zu biten.

00:38:19: Das wird er gesehen und wir bleiben nicht in da Vergangenheit.

00:38:23: Und das ist nämlich nochmal was heute zitier richtig ganz viel.

00:38:27: auch noch mal etwas was ich ganz oft auch In meinen Beratungen mit reinnehme Probleme lösen wir nicht in der Vergangenheit.

00:38:35: Wir müssen einfach in die Zukunft schauen und das, was uns die Zukunft gibt oder zeigt, genau an dem müssen wir uns auch festhalten.

00:38:43: Alles, was davor war muss irgendwo auch bearbeitet worden

00:38:46: sein.".

00:38:48: Ich habe sehr viel gelernt von dir!

00:38:51: Das war fast wie ein Studium in den Gerichtsverhandlungen.

00:38:56: Jetzt würde ich gerne noch mal auf den Ablauf zurückkommen.

00:38:58: Wir haben das ja alles schon so anskizziert, du als Verfahrensbeiständen gehst in die Familie rein sprichst mit allen beteiligten Eltern Kind anderen Bezugspersonen.

00:39:08: dann gibt es diesen Termin mit Kind Verfahrenspeistand und Richter im Gericht?

00:39:16: Und dann kommt's zum Zusammentreffen aller Parteien im Gerichtssaal.

00:39:22: Wie kann ich mir das vorstellen?

00:39:23: Wie läuft dieser Termin ab, ist es sehr durchstrukturiert wie man sich jetzt so eine Gerichtsverhandlung aus irgendwelchen Serien vorstellt?

00:39:31: und ist das ein freies entspanntes Gespräch bei einer Tasse Kaffee.

00:39:34: Ist es was dazwischen?

00:39:37: Ein entspanntes Gespräch ist natürlich allein Schlafkund der meist sehr großen Konfliktpotenziale.

00:39:44: nicht.

00:39:46: Ich kann natürlich nicht sagen, wie die Kollegen das machen.

00:39:50: Im Regelfall habe ich einfach mal so kurz skizziert, wie sich die Situation ausgehen von dem Vortrag bei der Eltern und der Stellungnahme von Jugendamt- und Verfahrensbeistand darstellt.

00:40:04: Ausgehend davon habe ich den Eltern meistens schon sehr klar aufgezeigt, wie diese Situation ihre Kinder ausgehen, von dem was sie sehen ist Und dann hab ich mit denen angefangen zu diskutieren.

00:40:17: So nachdem, okay also so und so schaut's aus.

00:40:20: wie kann die Lösung ausschauen?

00:40:22: Also dass man schon sehr klar anfängt lösungsorientiert in so eine Verhandlung reinzugehen und zu sagen ok also wo kann die Lösung liegen?

00:40:32: Das diskutiert man damit den Eltern natürlich dann aus.

00:40:34: das ist natürlich oft mal sehr kontrovers weil natürlich dann das was der Richter sagt nicht unbedingt den Vorstellungen der Eltern entspricht.

00:40:41: aber ja Deswegen sitzen die bei Gericht, weil es eben kontrovers ist.

00:40:46: Wie gesagt, in den meisten Fällen kriegt man dann doch eine Lösung mit den Eltern hin und wenn das nicht funktioniert, muss der Richter halt eine Entscheidung treffen.

00:40:54: Das ist so.

00:40:55: Aber wie gesagt, der Regelfall ist es kurz und lang nicht.

00:40:58: Aber das heißt natürlich nicht, dass der Streit zu Ende ist.

00:41:01: Egal ob der Richte entscheidet oder ob die Eltern eine Einigung treffen oftmals flammt der Streithalt an anderen Ecken wieder auf.

00:41:09: Die Entscheidung, die die Eltern untereinander treffen vor Gericht wird dann aber auch festgehalten und ist erst mal bindend für beide Parteien, also die so als hätten sie jetzt eine Entscheidung gefällt.

00:41:21: Und da müssen sich beide erstmal dran halten.

00:41:22: Also man geht nicht ohne Entscheidungen raus?

00:41:25: Es ist prinzipiell so... Da muss man uns ein bisschen unterscheiden zwischen Sorge-und Umgangsstreitigkeiten.

00:41:31: Bei Sorge Streitigkeiten geht es ja darum dass die Eltern sich nicht einigen können wo das Kind lebt wie jetzt die Dinge konkret ausgestaltet sind.

00:41:40: Und wenn die Eltern dann eine Vereinbarung treffen, haben sie im Prinzip das gemacht, was sie sonst außergewichtig machen.

00:41:46: Sie entscheiden für ihr Kind wie es jetzt weitergeht zwischen ihnen beiden.

00:41:52: Das ist eine Vereinbahrung zwischen den Eltern und die gilt dann zunächst mal, weil sie sich einfach einig sind.

00:41:58: Bei den Umgangsverfahren treffen die Eltern eine Vereinbauung, die wird durch das Gericht genehmigt.

00:42:05: Es gibt einen eigenen Beschluss, Vereinbarungen der Eltern zu der auch der Verfahrensbeistand im Übrigen zustimmen muss, weil er den Interessen des Kindes hat.

00:42:15: Die wird dann durch das Gericht gebilligt in einen formellen Beschluss und dieser Beschluss kann dann wenn die Umgangsvereinbarung nicht eingehalten wird.

00:42:24: diese beschluss ist eine Grundlage dass man dann gegebenenfalls auch Zwangsmittel einsetzen kann.

00:42:28: also das heißt wenn dann der umgang nicht gewährt wird sowie vereinbart dann kann da ein älternteil der sagt ich hätte jetzt hier umgang gehabt es ist nicht eingehalten worden kann dann die Verhängung von Ordnungsmitteln beantragen bei Gericht.

00:42:41: Das sind nicht so viele Fälle, aber kommt ab und zu mal vor.

00:42:47: Bei einem Umgangsverfahren ist das Ergebnis ... Kind wohnt bei Elternteil eins.

00:42:53: Und Elternteil zwei holt es Dienstags- und Donnerstagsfanderschule ab und jedes zweite Wochenende.

00:42:59: Das ist eine konkrete praxisnahe Regelung.

00:43:02: Damit wird man aus dem Gericht entlassen.

00:43:05: Dann ist auch erst wieder Schluss.

00:43:07: Dann ist das Verfahren zunächst mal.

00:43:09: mit dieser Umgangsvereinbarung und dem Beschluss über die Billigung der Vereinbarungen, ist das gerichtliches Verfahren abgeschlossen.

00:43:16: Das heißt, das Gericht geht davon aus, okay, die Eltern haben jetzt diese Vereinbarung getroffen wie auch sonst wenn Leute vor Gericht eine Vereinbarungs- treffen und den Streit beilegen dann ist es Gericht zunächst einmal draußen.

00:43:27: Solange jedenfalls nicht einen Elternteil des Gerichts wieder anruft

00:43:36: Druck machen.

00:43:36: Ja, aber

00:43:38: ansonsten ist das Kriegliche Verfahren mit der Vereinbarung erst mal beendet und auch die Verfahrensbeiständigen oder der Verfahrenspeistand ist natürlich dann zunächst einmal außen vor, wobei er, so steht es im Gesetz auch drinnen, das hast du ja auch immer gemacht, dann mit dem Kind nach dem Verfahren nochmal bespricht was daraus gekommen ist dabei.

00:43:55: Mache ich eigentlich fast immer mehr Seidern?

00:43:58: Ich habe das Gefühl sollten die Eltern übernehmen weil das Kind ... Das ist Signal von denen benötigt.

00:44:04: Bei einem Beschluss mache ich das ganz oft, dass ich sage, die Eltern konnten sich nicht einigen und deswegen haben wir jetzt die Erwachsenen ... Ich erklär das den Kindern auch immer als Wir-Erwachsene versuchen eine Lösung zu finden.

00:44:17: Wenn wir es nicht schaffen oder wenn die Eltern es nicht schaffen und Richter entscheiden muss Dann erkläre ich das den Kindern schon auch.

00:44:24: Aber wenn es eine Vereinbarung war wo die Eltern dann auch zugestimmt haben Und wo sie sich ganz harmonisch verhalten haben auch vorkommt, dann übertrage ich das auch gerne an die Eltern.

00:44:36: Weil ich sage genau das möchten jetzt die Kinder von ihnen beiden.

00:44:39: Ich kann dabei sein aber es ist einfach ein Signal an ihr Kind wenn sie beide zusammen hingehen und sagen pass mal auf ja wir hatten das nicht so richtig gekonnt aber jetzt haben wir uns Unterstützung geholt.

00:44:55: aber wir zwei als eure Eltern haben es geschafft dass unter diese Regelung in die Wege zu leiten und von nun an machen wir das auch so.

00:45:04: Weil es ist dann wieder für das Kind eine Sicherheit, die stehen beide dahinter.

00:45:09: Die können das Beide und sie möchten das Beid.

00:45:12: Und dann wirken die Kinder auch schon ganz anders.

00:45:14: Die sind dann total erleichtert.

00:45:15: also ich hatte eine Sprachnachricht bekommen von einem Kind, die werde ich auch nie vergessen, die mir dann eine Spracht Nachricht geschickt hat und gesagt hat Danke Frau Fiedern dass Sie meinen Eltern geholfen haben gut miteinander umzugehen.

00:45:32: Und das war nicht mal mein Job, als Kind hat es ganz anders wahrgenommen.

00:45:36: Mein Job war zu gucken, dass für das Kind eine gute Regelung dabei rauskommt.

00:45:40: Aber für das kind war das Danke dafür, dass meine Eltern jetzt wieder miteinander können und das ist glaube ich ganz wichtig in den Kindesanhörungen wenn wir dann zu dritt in diesem Raum sind auch wenn's vier Kinder sind werden die Kinder einzeln angehört hast du immer Ganz am Ende die Frage gestellt.

00:45:59: Stellt ihr vor, es kommt ein Zauberer auf?

00:46:00: Was würdest du dir wünschen vom Kind?

00:46:03: Du hast drei Wünsche frei hat Herr Völkmann gesagt.

00:46:06: Hier ist mein Zaubernstab und ich komme und du hast drei wünschefrei.

00:46:09: was würdest das dir wünschten?

00:46:11: Es ist glaube ich noch kein einziges Mal vorgekommen.

00:46:14: Das einen Kind nicht gesagt hatte.

00:46:15: Ich möchte dass Mama und Papa gut miteinander umgehen.

00:46:19: Dass sie wieder zusammen sind, dass wir wieder zusammen leben.

00:46:22: Das erklären wir den Kindern auch immer.

00:46:24: aber der größte Wunsch Wenn man sogar ein vierjähriges Kind fragt, was würdest du dir wünschen?

00:46:29: Kommt nicht ein Spielzeugauto oder das oder jenes.

00:46:32: Sondern ich möchte dass meine Eltern nicht mehr streiten.

00:46:36: und genau das ist es was mich auch so in meinem Job immer wieder trifft wenn wir drei-vierjährige Kinder sagen Ich möchte nicht mehr dass die streiten wie viel Streit waren diese Kinder ausgesetzt?

00:46:48: Wie viele haben diese Kinder mitbekommen Dass dir als den ersten Wunsch genau das sagen müssen?

00:46:54: Es gibt viele Fälle, wo wir dann immer wieder nachdenken.

00:46:57: Und auch danach noch ganz viel reden und die Kinder uns sehr beeindrucken in dem Moment.

00:47:03: Wir wünschen uns, dass es wirklich in die richtige Bahn geht, weil die Leidtragenden ... Das ist nicht der Vater, das ist nicht die Mutter.

00:47:11: Es sind die Kinder, genau diesen Blick müssen die Eltern gewinnen können.

00:47:15: Deswegen sollten sie, wenn man denen sagt bitte machen Sie sich auf den Weg.

00:47:20: Weil wir können vom Gericht aus!

00:47:22: Nicht sagen, Sie müssen!

00:47:24: Wir können nur sagen, es wäre gut wenn Sie das machen.

00:47:27: Gehen sie zu einer Elternberatung?

00:47:29: Versuchen sie irgendeine Mediationsform.

00:47:32: Versuchen Sie eine Therapieform weil Sie müssen an sich arbeiten damit das Problem behoben wird.

00:47:38: und da komme ich nämlich zum nächsten wo dann die Eltern immer sagen Das Kind muss zu einer Therapie, das Kind muss zur Therapie.

00:47:46: Es stimmt irgendwas mit diesem Kind nicht und... Also es stimmt mit diesem kind alles!

00:47:52: Es stimmt mit euch nicht.

00:47:54: Und jedes Mal versucht man, an diesem Kind herumzuschrauben.

00:47:58: Und niemand versucht mal bisschen etwas an seiner eigenen Haltung zu ändern.

00:48:04: Ich denke die Symptome oder wenn man die Ursache nicht bekämpft wird man die Symtome niemals loswerden.

00:48:12: und die Ursachen das sind die Eltern des Kindes nur ein Symptom und man versucht immer an dem Symptoms herumzuschauben.

00:48:19: Die Ursache bleibt Und das ist das, was ich auch immer versuche mit den Eltern zu besprechen.

00:48:26: Auch in der jetzigen Arbeit, also auch bei der Caritas noch bevor die zum Gericht gehen.

00:48:31: Du sagst, sie müssen das jetzt hier schaffen weil sonst leidet ihr Kind darunter und dann sind wir nämlich von der anderen Seite aus betroffen.

00:48:39: Weil sobald ein Richter oder eine Richterin betroffend involviert wird, da kommt dann dieses... Was machen wir jetzt?

00:48:47: Und das Kind wird jetzt von Ihnen angehört, vom Jugendamt angehört.

00:48:50: Dann kommt der Richter auch noch und möchte mit diesem Kind reden.

00:48:53: Das können Sie doch meinem Kind nicht

00:48:55: antun."

00:48:56: Sag ich, Ich mach' das nicht!

00:48:57: Das macht auch nicht den Richter.

00:48:59: Sie haben das gemacht.

00:49:02: Und das ist glaube ich die Schwierigkeit.

00:49:04: also zu deiner Eingangsfrage wenn ich da zu den Eltern gehe... Die Eltern tatsächlich zu weit zu bringen, zu sagen sie müssen wirklich mal auf sich gucken.

00:49:15: Wir alle können nichts dafür dass ihre Kinder jetzt hier gehört werden dort gehört werden zum Jugendamt müssen das sind Sie.

00:49:25: Das heißt das ist für viele Eltern wahrscheinlich ein ziemlicher Schock in so einen Verfahren reinzugehen mit der Einstellung Jetzt braucht zwar jemand der meinem bescheuerten Ex-Partner sagt wie falsch er liegt und sagt, dass ich in allem Recht hab.

00:49:41: Und dass sich da jetzt die Sachen zuentwickeln müssen wie ich mir das vorstelle.

00:49:44: Und zurück kommt dann aber ... Sie müssen einen völlig anderen Zugang zur Thematik finden.

00:49:51: Und hier gibt's nicht die Möglichkeit Verantwortung loszuwerden sondern es ist im Gegenteil nötig, dass sie wieder Verantwortung übernehmen eine Situation zu schaffen, die für alle und v.a.

00:50:01: für das Kind tragbar ist.

00:50:03: Elternverantwortung?

00:50:06: Das ist es!

00:50:06: Die Elternschaft Funktionierende Elternschaft und das Erkennen der Elternverantwortung könnte sehr, sehr viel aus der Welt schaffen.

00:50:18: Aber in dem Moment sind ... Wie gesagt, ich möchte den Eltern auch gar nicht zu nahe treten.

00:50:22: Wir wissen nicht was zuvor passiert ist.

00:50:25: Ich krieg sehr viel mit.

00:50:27: Was dazu geführt hat, dass es eben so diese Trennung gekommen ist aber genau die zwei Sachen separieren zu können.

00:50:35: Das eine hat etwas mit meiner Paar-Ebene zu tun Das andere ist meine Eltern-Ebene.

00:50:41: Die Paarebene, da kann ich streiten so viel wie ich möchte!

00:50:45: Aber wenn wir dann wieder Eltern sind ... Dann müssen die Elternebene von der Paarebene trennen können und das ist was die meisten nicht schaffen.

00:50:54: Dafür gibt es eben die ganzen Angebote und wenn sie da teilnehmen kommt es ganz oft, dass die sagen, jetzt habe ich doch manche Sachen ganz anders sehen können.

00:51:06: Aber in der Regel hängt es einfach auf dieser Paar-Ebene, was sich auf die Eltern eben überträgt.

00:51:12: Also so hab ich das bis jetzt immer erlebt.

00:51:15: Das ist schon ein bisschen so ... hat dann oftmals diese Vorstellung mit der Scheidung und die Familie am Ende.

00:51:24: Aus kindlicher Sicht ist das nicht so.

00:51:26: Diese Familie ist eben nicht zu Ende, sie wird umgebaut.

00:51:29: Und das ist etwas, was man versuchen muss auch den Elternmöder zu sagen.

00:51:35: Auch wenn ihr euch trennt Es gibt nur diesen Vater, es gibt nur diese Mutter und diese beiden Personen sind nicht austauschbar.

00:51:43: Und eigentlich haben Eltern mit der Trennung eine noch viel höhere Verantwortung als vorher weil sie jetzt in der Pflicht sind dieses schwierige Situationen die durch die Trennung entstanden ist für ihre Kinder erträglich zu machen.

00:51:57: und da gehört eigentlich sehr viel Kooperation zwischen Eltern dazu.

00:52:01: und wenn das Ganze aber sehr hochstreitig läuft dann dieser Trenningskonflikt oftmals so stark, dass dann eben genau diese Verantwortung völlig zugedeckt wird.

00:52:12: Das verlieren die Eltern einfach so massiv durch diesen Streit aus dem Blick das dann tatsächlich ihre Kinder so ein Stückchen untergehen.

00:52:21: und es ist genau das was wir dann auch versuchen was die Caritas in der Beratung versucht was wie im gerichtlichen Verfahren versuchen den Eltern aufzuzeigen nein!

00:52:31: Die Familie ist nicht zu Ende.

00:52:33: Ihr habt als Eltern eine Verantwortung und diese Verantwortung tragt ihr weiterhin gemeinsam, bis die Kinder auf eigenen Füßen stehen.

00:52:42: Und das kann wenn sie noch sehr jung sind eine lange Zeit gehen.

00:52:45: Da haben die Eltern eine große Verantwortung und können sie nicht abgeben.

00:52:49: Das ist eben wie gesagt auch nicht damit getan dass man dann eine gerichtliche Entscheidung nach der anderen beantragt weil es ist im Grunde genommen genau das was nicht der Elternverantwortung entspricht sondern die Kindern brauchen im Prinzip zwei Eltern die miteinander kooperieren.

00:53:04: Also ich hab das den Eltern immer versucht aufzuzeigen, es ist in der Tat so wenn man sich fragt wie geht es Kindern mit der Trennung ihrer Eltern?

00:53:15: Dann kann man diese Frage tatsächlich eins zu eins mit einer anderen Frage ersetzen nämlich wie gehen die Eltern miteinander um?

00:53:23: Wow!

00:53:24: Das ist tatsächlich so, das ist wie ein Schieberegeler

00:53:26: d.h.,

00:53:26: wenn die Eltern schlecht miteinander umgehen dann geht's den Kindern schlecht und wenn die Kinder gut miteinander Geht's den Kindern auch gut?

00:53:34: Es gibt Eltern, die schaffen das toll.

00:53:36: Ich hab Eltern erlebt und sie haben mir berichtet, trotzdem wir uns getrennt haben ... Geburtstage feiern wir mit den Kindern gemeinsam Weihnachten.

00:53:44: Das geht extrem, es sind wenige Autos können.

00:53:47: aber diesen Kindern geht es mit der Trennung ihrer Eltern gut.

00:53:51: Die können damit gut umgehen.

00:53:53: also das heißt eine Trennung ist jetzt nicht per se etwas was die Kinder in den Abgrund stürzt sondern es ist immer die Frage wie verläuft die Trenning?

00:54:01: Wie schaffen es die Eltern, ihre Verantwortung für ihre Kinder in der Trennungssituation bewusst zu werden?

00:54:08: Und wie gesagt wenn sie das gut schaffen geht's den Kindern auch gut.

00:54:12: Streit ist etwas was Kindern immer massiv zusetzt.

00:54:19: Klare Worte, die bestimmt viele Eltern zum Nachdenken und zum Überdenken ihrer Situation anregen können Das ist denke ich ein schönes Schlusswort für unser Gespräch.

00:54:31: da möchte ich mich einfach ganz herzlich bedanken.

00:54:33: Ich habe wieder mal viel gelernt.

00:54:34: Ich hoffe, die Zuhörerinnen und Zuhörer konnten da auch einiges mitnehmen

00:54:38: in der Völkmischke.

00:54:40: Schön, dass Sie beide hier waren und danke fürs Gespräch!

00:54:44: Gerne.

00:54:45: Auch für uns glaube ich eine ganz neue Erfahrung.

00:54:50: Habt ihr sehr gut

00:54:51: gemacht?

00:54:57: Hört euch stark, wird produziert von der Caritas Bodensee

00:55:01: Oberschwaben

00:55:01: und unterstützt von der deutschen Fernsehlotterie.

00:55:11: Weitere Infos und alle Folgen gibt es unter machteustack.com und überall

00:55:15: wo es Podcasts

00:55:16: gibt.

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